Phenanthren

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Strukturformel
Strukturformel von Phenanthren
Allgemeines
Name Phenanthren
Summenformel C14H10
CAS-Nummer 85-01-8
Kurzbeschreibung kristalliner Feststoff
Eigenschaften
Molare Masse 178,23 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,18 g·cm−3 (25 °C)[1]

Schmelzpunkt

98,5 °C[2]

Siedepunkt

332 °C[1]

Dampfdruck

12 mPa (20 °C)[1]

Löslichkeit

unlöslich in Wasser[1], gut in vielen organischen Lösungsmitteln,

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung [1]
Umweltgefährlich
Umwelt-
gefährlich
(N)
R- und S-Sätze R: 50/53
S: 24/25-61
WGK 3[1] Vorlage:Infobox Chemikalie/WGK
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Phenanthren (zusammengesetzt aus Phenyl und Anthracen) ist ein farbloser bis gelblicher, kristalliner Feststoff. Es ist ein polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoff. Der aromatische Charakter ist im Vergleich zum isomeren Anthracen etwas stärker ausgeprägt, was sich an einer höheren Delokalisierungsengergie von 387 kJ/mol im Vergleich zu 351,5 kJ/mol für Anthracen zeigt.[3] Phenanthren findet sich in der Fraktion des Anthracens im Steinkohleteer, woraus es im wesentlichen gewonnen wird. Ein Derivat des Phenanthren, das Steran, ist Grundgerüst für die Steroide. Phenanthren wird für die Synthese von Farbstoffen verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Vorkommen

Natürlich kommt Phenanthren in Form des sehr seltenen Minerals Ravatit vor.[4]

[Bearbeiten] Eigenschaften

Die farblosen bis gelblichen Kristalle sind geruchlos und fluoreszieren, wenn sie in Benzol gelöst werden. Hochreines Phenanthren schmilzt bei 98,5 °C.[2] Die Schmelzwärme beträgt 18,13 J/mol.[2] Bei 72,8°C wird ein Phasenübergang höherer Ordnung beobachtet, wobei eine polymorphe Umwandlung einer Tieftemperatur- in eine Hochtemperaturkristallform stattfindet.[2][5] Der Siedepunkt liegt bei 332 °C.[1] In Wasser ist Phenanthren nahezu unlöslich (0,0011 g/l), in Tetrachlorkohlenstoff, Ether, Benzol, Toluol sowie weiteren unpolaren organischen Lösungsmitteln ist es gut löslich.

Der Flammpunkt der Schmelze beträgt 171 °C.[1] Die Zündtemperatur liegt oberhalb von 450 °C.[1]

Das chemische Verhalten wird durch die besondere Reaktivität in der 9- und 10-Stellung geprägt. So führt die Bromierung zum 9,10-Dibrom-9,10-dihydrophenanthren. Beim Erhitzen dieser Verbindung wird allerdings unter HBr-Abspaltung mit 9-Bromphenanthren wieder ein aromatische System gebildet.[3]

Eine Reduktion mit Lithium führt zum 9,10-Dihydrophenanthren.[6] Die Oxydation mit Chrom-VI-oxid ergibt das 9,10-Phenanthrenchinon.[3] Eine Nitrierung [7] oder Sulfonierung[8] erfolgt ebenfalls in der 9-Position.

[Bearbeiten] Gefahren und Metabolismus

Phenanthren reizt die Augen und Haut, es ist wassergefährdend (WKG 2). Im Körper wird Phenanthren zu Naphthalin-1,2-diol oxidiert.

[Bearbeiten] Quellen

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu CAS-Nr. 85-01-8 in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 26.11.2008 (JavaScript erforderlich)
  2. a b c d Gloistein, U.; Epple, M.; Cammenga, H. K.: Influencing the Solid-Solid Phase Transition in Phenanthrene by Suitable Doping, Zeitschrift fuer Physikalische Chemie (Muenchen, Germany) 214 (2000) 379 - 388
  3. a b c Hauptmann/Graefe/Remane "Lehrbuch der Organischen Chemie", Deutscher Verlag der Grundstoffindustrie Leipzig 1980, S. 268
  4. L. Nasdala, I.V. Pekov: Ravatite, C14H10, a new organic mineral species from Ravat, Tadzhikistan. In: Eur. Jour. Mineral., 1993, 5, S. 699-705., Abstract in: American Mineralogist, 1994, 79, S. 389 pdf.
  5. Kroupa, J.; Fousek, J.; Ivanov, N.R.; Brezina, B.; Lhotska, V.: Ferroelectrics 79 (1988) 189
  6. Screttas, C.G.; Ioannou, G.I.; Micha-Screttas, M..: J. Organomet. Chem. 511 (1996) 217 - 226
  7. Schmidt,J.: Chem. Berichte 44 (1911) 1491,1498
  8. Sandqvist: Justus Liebigs Annalen der Chemie 392 (1912) 77
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