Philip Hammond

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Philip Hammond

Philip Hammond (* 4. Dezember 1955 in Epping, Essex) ist ein britischer Wirtschaftsmanager, Politiker der Conservative Party und seit Mai 2010 Mitglied des Kabinetts Cameron, zuerst als Verkehrs-, ab 2011 als Verteidigungs- und seit dem 15. Juli 2014 als Außenminister.

Biografie[Bearbeiten]

Wirtschaftsmanager und Abgeordneter[Bearbeiten]

Nach dem Besuch einer lokalen staatlichen Schule begann er im Oktober 1974 mit einem Studium der Philosophie, Politik und Ökonomie an der University of Oxford. Nach dem Ende des Studiums war er als Mitarbeiter in einem kleinen Pharmaunternehmen tätig.

Seine politische Laufbahn begann 1979 als Freiwilliger im Wahlkampf der Conservative Party im heutigen Wahlkreis Westminister North, den die Konservativen damals mit nur 106 Stimmen Vorsprung gewannen. Später wurde er Vorsitzender der Wahlkreisvereinigung. Beruflich war er in zahlreichen Wirtschaftszweigen (Wohnungsbau, produzierendes Gewerbe, Gesundheitsvorsorge, Öl- und Gasunternehmen) tätig.

Am 9. Juni 1994 kandidierte er erstmals bei einer Nachwahl (By-election) selbst für einen Sitz im Unterhaus im Wahlkreis Newham North East, unterlag jedoch dem Kandidaten der Labour Party, Stephen Timms, der 74,97 Prozent der Wählerstimmen erzielte. Daneben war er Berater der Weltbank in Lateinamerika sowie zuletzt von 1995 bis 1997 Berater der Regierung von Malawi.

Bei den Unterhauswahlen 1997 wurde er schließlich erstmals zum Abgeordneten des Unterhauses (House of Commons) gewählt und vertritt dort seitdem den Wahlkreis Runnymede and Weybridge. Zuletzt wurde er bei den Wahlen am 6. Mai 2010 mit 55,8 Prozent der Stimmen wiedergewählt.

Schattenkabinett und Aufstieg zum Minister[Bearbeiten]

Im Juni 1998 wurde er zum Mitglied des Schattenkabinetts der Conservative Party berufen und war zuerst „Schattengesundheitsminister“, ehe er von September 2001 bis 2002 Schattenminister für Handel und Industrie und für Kleinunternehmen war. Danach war er zwischen 2002 und 2005 Schattenminister für lokale Verwaltung und Regionen sowie anschließend Schatten-Chefsekretär des Schatzamtes. Daraufhin wurde er im Dezember 2005 Schattenminister für Arbeit und Pensionen und schließlich zwischen Juli 2007 und Mai 2010 erneut Schatten-Chefsekretär des Schatzamtes.

Nach dem Wahlsieg der Conservative Party bei den Unterhauswahlen 2010 wurde er am 11. Mai 2010 von Premierminister David Cameron zum Verkehrsminister in dessen Kabinett berufen. Seine Ernennung war überraschend, da die bisherige Schattenverkehrsministerin und frühere Abgeordnete des Europäischen Parlaments Theresa Villiers nicht zur Ministerin, sondern lediglich zur Staatsministerin im Verkehrsministerium ernannt wurde.[1]

Unmittelbar nach seiner Ernennung zum Minister verkündete er das Ende des „Krieges“ der bisherigen Labour-Regierung von Gordon Brown gegen den Kraftfahrzeugverkehr. Insbesondere sollen drastische Preiserhöhungen von Benzin infolge von Ölpreisschwankungen ausgeschlossen werden.[2]

Verteidigungs- und Außenminister[Bearbeiten]

Nach dem Rücktritt von Liam Fox als Verteidigungsminister am 14. Oktober 2011 übernahm Hammond dessen Ministerium. Seine Nachfolgerin als Verkehrsministerin wurde Justine Greening.[3] Im Rahmen einer großen Kabinettsumbildung am 14. Juli 2014 machte Premierminister David Cameron Hammond zum Außenminister, der damit die Nachfolge William Hagues antrat.[4] Hammond gilt als EU-skeptisch, was als Signal für das 2017 geplante Referendum zum EU-Verbleib des Vereinigten Königreiches („Brexit“) gilt.[5]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Philip Hammond: Secretary of State for Transport. In: RoadTransport.com, 13. Mai 2010.
  2. David Millward: Coalition Government: Transport Secretary Philip Hammond Ends Labour’s „War on Motorists“. In: The Daily Telegraph, 14. Mai 2010.
  3. Christian Zaschke: Britischer Verteidigungsminister Fox tritt zurück. In: Süddeutsche Zeitung, 14. Oktober 2011.
  4. Nicholas Watt: William Hague to Resign as Foreign Secretary in Major Tory Reshuffle. In: The Guardian, 14. Juli 2014.
  5. James Forsyth: Philip Hammond: A Very Eurosceptic Foreign Secretary. In: The Spectator, 14. Juli 2014.