Philip Rosenthal

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Philip Rosenthal, 1982

Philip Rosenthal (* 23. Oktober 1916 in Berlin; † 27. September 2001 in Selb) war ein deutscher Industrieller und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Frühe Jahre

Der Sohn eines Porzellanfabrikanten besuchte das Gymnasium in München. Wegen seiner jüdischen Herkunft ging er mit seiner Familie1934 nach England. Er promovierte in Oxford zum Master of Arts in Philosophie, Politik und Wirtschaftswissenschaften und meldete sich am 8. September 1939 in Marseille als Freiwilliger zur französischen Fremdenlegion. Seine Erlebnisse in der Legion schrieb er in seinem Buch Einmal Legionär nieder. Nach mehreren erfolglosen Fluchtversuchen gelangte er 1942 über Gibraltar wieder nach England. Dort arbeitete er als Bäckerlehrling, Sprachlehrer und Journalist. Schließlich war er in der Propagandaabteilung des Foreign Office tätig.

[Bearbeiten] Unternehmer und Designer

1947 ging er auf Wunsch der Familie zur Wahrnehmung der Wiedergutmachungsansprüche nach Selb. 1950 trat Philip Rosenthal in die väterliche Porzellanfirma, die Rosenthal AG, ein und wurde 1952 Leiter der Designabteilung. 1958 bis 1970 und 1972 bis 1981 war er Vorstandsvorsitzender, von 1981 bis 1989 amtierte er als Vorsitzender des Aufsichtsrats. Als einer der ersten deutschen Unternehmer führte er 1963 ein Beteiligungssystem für Arbeitnehmer ein, „Sagen und Haben“ durch Mitbestimmung und Vermögensbildung am Produktivkapital. 1968 gründete er die „Grenzland-Stiftung“ zur Heranbildung von Arbeitern zu Führungskräften.

Außerdem war Philip Rosenthal Präsident des Rates für Formgebung (1977-1986), Vorsitzender des Bauhaus-Archivs in Berlin sowie Vorsitzender des Verbandes der Keramischen Industrie. Sein zentrales Anliegen als Mensch und Unternehmer war die „gestaltete Umwelt“ mit originaler Kunst und zeitgemäßem Design zur Erhöhung der Lebensqualität des Einzelnen. In Zusammenarbeit mit herausragenden Künstlern und Designern aus aller Welt gelang es Philip Rosenthal in den späten 50er und den 60er Jahren, die Rosenthal Studio-Linie zu einem anerkannten Leitbild für modernes Design zu machen. Aus der Porzellanfabrik seines Vaters wurde ein Unternehmen für zeitgemäße Tisch- und Wohnkultur. 1988 wurde Philip Rosenthal zum Professor für Design an der Bremer Hochschule für Künste berufen.

Einer seiner Leitsprüche lautete „Wer zu spät an die Kosten denkt, ruiniert sein Unternehmen. Wer zu früh an die Kosten denkt, tötet die Kreativität."

[Bearbeiten] Der Politiker

1969 trat er der SPD bei und wurde im selben Jahr als Direktkandidat im Wahlkreis Goslar – Wolfenbüttel in den Bundestag gewählt. Im September 1970 wurde der Unternehmer Parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium unter Karl Schiller, trat wegen Differenzen mit diesem über das Tempo der Umsetzung der Arbeitnehmerbeteiligung am Produktivvermögen jedoch im November 1971 von diesem Amt zurück: Bundestagsabgeordneter blieb Rosenthal aber bis 1980. Von 1974 bis 1976 und seit 1980 war er Vorstandsmitglied der SPD-Fraktion.

Das Streben nach sozialer Gerechtigkeit im Zusammenwirken von Unternehmen und Mitarbeitern war ein dominierendes Thema in seinem Leben.

[Bearbeiten] Porträtiert von Andy Warhol

Philip Rosenthal mit Zigarre 1980, Andy Warhol Siebdruck 100 x 100 cm, Leihgabe der Rosenthal AG Selb an das Ulmer Museum.

[Bearbeiten] Werke

Einmal Legionär. Hamburg (Albrecht Knaus Verlag) 1980, ISBN 3-8135-1085-9

[Bearbeiten] Weblinks

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