Philip Sulumeti

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Philip Sulumeti (* 15. August 1937 in Kotur, Kenia) ist seit 1978 römisch-katholischer Bischof von Kakamega in Kenia und stellvertretender Vorsitzender der kenianischen Bischofskonferenz.

Leben[Bearbeiten]

Der Bischof gehört dem Volk der Iteso, einem der kleineren Völker Kenias, an. Der weitaus größte Teil dieser Ethnie lebt in Uganda. Philip Sulumeti besuchte in Amukura nahe der Grenze zu Uganda die Grundschule. Danach besuchte er von 1952 bis 1958 das katholische Gymnasium für den Priesternachwuchs, das Saint Peters’s Seminary in Mukumu, ein kleiner Flecken nahe der Provinzhauptstadt Kakamega, wo heute auch der Wohnsitz des Bischofs liegt. Für das Studium der Philosophie (von 1959 bis 1960) und der Theologie (1961-1965) ging Sulumeti nach Uganda an das St. Mary’s Ggaba Seminary.

Er wurde am 6. Januar 1966 in seiner Heimatgemeinde Amukura von Bischof John de Reeper (Kisumu) zum Priester geweiht. Danach unterrichtete er an einem Gymnasium, der Kaplong Secondary School. Seine erste Pfarrstelle nahm er in der Gemeinde Shibuye an. Ab September 1967 studierte er Kirchenrecht am Collegio San Pietro Apostolo in Rom und wurde im Dezember 1970 an der Päpstlichen Universität Urbaniana mit einer Dissertationsschrift zum Thema Missionskirche in Kenia im Licht des II. Vaticanums zum Dr. iur. can.. Während dieser Zeit lernte er in Deutschland in einem Sprachkurs die deutsche Sprache und fungierte gelegentlich als Aushilfspriester. Er kehrte nach Kenia zurück. 1971 wurde er Diözesansekretär und zweiter Generalvikar bei Bischof de Reeper in Kisumu.

Am 28. Mai 1972 ernannte ihn Papst Paul VI. zum Titularbischof von Urci und zum Weihbischof in Kisumu. Die Bischofsweihe spendete ihm Laurean Kardinal Rugambwa am 20. August desselben Jahres; Mitkonsekratoren waren Maurice Michael Otunga und Joannes de Reeper MHM. Am 9. Dezember 1976 berief ihn Paul VI. zum Bischof von Kisumu. Zum Bischof von Kakamega wurde er - nachdem diese Diözese vom späteren Erzbistum Kisumu abgetrennt worden war - am 27. Februar 1978.

Der Bischof hat eine enorme Aufbauleistung in seiner Diözese erbracht. Neben zahlreichen Schulen, Krankenhäusern, Konventen und einem großen Pastoral Centre in Kakamega, hat er in den 36 Pfarreien allein 31 Kirchen und Pfarrhäuser erbaut. Die Aufbauleistung in der Ausbildung von Priestern ist so groß, dass die Diözese Kakamega Priester in andere Diözesen Kenias und sogar ins Ausland senden kann.

Präsident Mwai Kibaki hat ihn 2004 und 2006 zum Senator der neuen Masinde Muliro Universität von Kakamega ernannt. Rt. Rev. Philip Sulumeti wurde 2006 zum Vice Chairman (Stellvertretender Vorsitzender) der Kenya Episcopal Conference (KEC), der Kenianischen Bischofskonferenz gewählt und ist damit der zweite Mann hinter John Njue, dem Kardinal von Nairobi.

Wirken[Bearbeiten]

Der Bischof hat sich stark im Demokratisierungsprozess des Landes engagiert und war Mitglied der KENYA REVIEW COMMISSION, die an zwei Plätzen und Gesprächsrunden in der kenianischen Hauptstadt, den „Safari Park Talks“ (Nobel-Hotel) und den „Bomas of Kenya“ (eine große Halle des Volkstanzes), eine neue Verfassung ausarbeitete. Im Konflikt zwischen den zwei politischen Lagern im Land wurde er als Vorsitzender des sogenannten „Consensus building committee“ gewählt und legte einen wichtigen vermittelnden Report (Sulumeti-Report) vor. Über die neue Verfassung wurde im November 2005 in einem Referendum abgestimmt. Der sog. Boma-draft war von der Regierung zum Wako-draft verändert worden und diese verlor daraufhin ihren Kampf um die Verfassung (Kenia).

Nach den Unruhen infolge der Wahlmanipulation im Dezember 2007 mit 1.200 Toten und 350.00 Flüchtlingen im Land, sprach Bischof Philip Sulumeti mit anderen Kirchenvertretern im März 2008 vor dem Parlament in Nairobi ein Gebet, in dem er die 200 Parlamentarier aufforderte, dafür zu sorgen, dass das Land nicht auseinanderbreche: „Hass und Vergeltung in unseren Herzen sind hervorgebrochen; darum haben wir alle diese Untaten verübt. Nun aber kommen wir demütig vor dich und bitten, dass du uns vergibst.“ In seine weniger von den großen Unruhen geplagten Diözese flohen etwa 22.000 Menschen, die er in mehreren Camps versorgte.

Weblinks[Bearbeiten]