Philipp (Hachberg-Sausenberg)

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Markgraf Philipp von Hachberg-Sausenberg (* 1454; † 9. September 1503 in Montpellier) war der Sohn des Markgrafen Rudolf IV. von Hachberg-Sausenberg und der Margaretha von Vienne. Philipp regierte 1487–1503 als Markgraf von Hachberg-Sausenberg und Graf von Neuenburg. Seit 1466 nannte er sich Herr von Badenweiler.

Die Familie[Bearbeiten]

Philipp heiratete Maria von Savoyen, die Tochter des Amadeus IX. von Savoyen um 1476/78. Mit Philipp starb die männliche Linie des Hauses Hachberg-Sausenberg aus.

Bereits Phillips Vater, Rudolf IV., hatte Verhandlungen mit dem Haus Baden über den Abschluss eines Erbvertrages begonnen und Philipp führte diese Verhandlungen am 31. August 1490 mit Markgraf Christoph I. von Baden zum Abschluss. Der Vertrag ist als „Röttelsches Gemächte“[1] bekannt. Hintergrund des Erbvertrages war die Absicht einen Sohn Christoph I., Philipp von Baden, mit der Erbtochter von Hachberg-Sausenberg, Johanna, zu verheiraten, was jedoch aufgrund politischen Drucks seitens des französischen Königs misslang.[2]

Johanna von Hochberg

Seine Tochter Johanna (* ca. 1485; † 1543) wird nach dem Tode ihres Vaters Gräfin von Neuenburg und heiratet 1504 Ludwig von Orléans, der sich auch marquis de Rothelin nannte. Nach dem Tod Johannas (1543) nannte sich auch ihr Sohn François marquis de Rothelin und begründete die Nebenlinie Orléans-Rothelin.

Johanna und das Haus Orléans-Longueville versuchten den Erbvertrag zwischen Christoph I. von Baden und Philipp anzufechten, wobei sie auch um Unterstützung der eidgenössischer Stände Solothurn, Luzern, Freiburg im Üechtland und Bern ersuchten. Der Streit wurde erst 1581 mit der Zahlung von 225 000 Gulden durch das Haus Baden an das Haus Orléans-Longueville beigelegt.

Landesherrschaft[Bearbeiten]

1493 verliert Philipp aufgrund seiner engen Verbindung zum französischen Hof die Freigrafschaft Burgund, wird jedoch vom französischen König zum Gouverneur und Groß-Seneschall der Provence und Frankreichs ernannt.

Anderes Wirken[Bearbeiten]

Nach der Niederlage Karl des Kühnen 1477 vor Nancy wendet sich Markgraf Philipp von Burgund ab und nimmt Partei für Frankreich, da er glaubt so seine burgundischen Besitzungen nicht zu verlieren. Philipp nahm 1484 an der Krönung des französischen Königs Karl VIII. in Reims teil. 1489 wird er Kammerherr und Mitglied des königlichen Rates von Frankreich. Der König verwendet Philipp gern als Unterhändler mit den Eidgenossen. Als Marschall des nunmehr französischen Burgund hat Philipp de Hochberg, wie er in Frankreich genannt wird, dort starken Einfluss auf die Politik.

1474/75 beteiligte er sich an den burgundischen Belagerungen von Neuss und Nancy. 1476 kämpfte er für Karl den Kühnen in der Schlacht bei Grandson und Murten. 1499 kämpfte Philipp auf französischer Seite in der Schlacht bei Dornach, während seine röttelschen Untertanen auf Seiten des Reichsheeres standen.

Im August 1494 nahm Philipp an der Einweihung eines neuen Herrenhauses auf seiner Burg Rötteln teil. Zudem wird ihm die Ausstattung des Schlosses Neuenburg zugeschrieben.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johannes Staub:Der Erbvertrag zwischen Markgraf Christoph I. von Baden und Markgraf Philipp von Hachberg vom 31. Aug. 1490, in: Das Markgräflerland, Heft 1/1991. Schopfheim, 1991
  2. Karl Seith: Die Burg Rötteln im Wandel ihrer Herrengeschlechter, Ein Beitrag zur Geschichte und Baugeschichte der Burg, Sonderdruck herausgegeben vom Röttelbund e.V., Haagen, o.O.; O.J., S. 28

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Fritz Schülin: Rötteln-Haagen, Beiträge zur Orts-, Landschafts- und Siedlungsgeschichte, Lörrach 1965; S. 80–82.
  • Fritz Schülin: Binzen, Beiträge zur Orts-, Landschafts- und Siedlungsgeschichte, Schopfheim 1967; S. 525/526 (Stammtafel des Hauses Hachberg-Sausenberg).
  • Karl Seith: Die Burg Rötteln im Wandel ihrer Herrengeschlechter, Ein Beitrag zur Geschichte und Baugeschichte der Burg, Sonderdruck herausgegeben vom Röttelbund e.V., Haagen, o.O.; O.J., S. 23–28; bei Schülin zitiert „In: Markgräflerland, Jg. 3, Heft 1, 1931“.
  • Hans Jakob Wörner: Das Markgräflerland – Bemerkungen zu seinem geschichtlichen Werdegang, in: Das Markgräflerland, Heft 2/1994, S. 64, Schopfheim 1994
  • August Huber: Über Basels Anteil am Röteler Erbfolgestreit im Jahre 1503, in: Basler Zeitschrift für Geschichte und Altertumskunde, Band 4 (1905) online
  • Johann Christian Sachs: Einleitung in die Geschichte der Marggravschaft und des marggrävlichen altfürstlichen Hauses Baden, Frankfurt und Leipzig 1764, Erster Theil, S. 575-588 in der Google-Buchsuche

Der Erbvertrag ist in folgendem Beitrag abgedruckt:

  • Johannes Staub: Der Erbvertrag zwischen Markgraf Christoph I. von Baden und Markgraf Philipp von Hachberg vom 31. Aug. 1490, in: Das Markgräflerland, Heft 1/1991; S. 93-103, Schopfheim, 1991

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Rudolf IV. Markgraf von Hachberg-Sausenberg
1487–1503
Christoph I.
Vorgänger Amt Nachfolger
Rudolf IV. Graf von Neuenburg
1487–1503
Johanna