Philipp Blom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Philipp Blom (* 1970 in Hamburg) ist ein deutscher Schriftsteller, Historiker, Journalist und Übersetzer.

Leben[Bearbeiten]

Philipp Blom studierte in Wien und Oxford und promovierte in Oxford mit einer Dissertation über die Nietzsche‐Rezeption und das Rassendenken im Kulturzionismus.

Blom hat anschließend in London und Paris gearbeitet und lebt heute in Wien.

Er schreibt auf Englisch und Deutsch. Seine historischen Werke beschäftigen sich mit Geistesgeschichte und der Geschichte von Mentalitäten: Sammelwunder, Sammelwahn ist eine Geschichte der Sammelkultur seit der Renaissance; Das vernünftige Ungeheuer: Diderot, d'Alembert, de Jaucourt und die Große Enzyklopädie referiert nicht nur die Geschichte eines zentralen Ereignisses der Aufklärung, sondern auch die persönlichen und intellektuellen Konflikte zwischen den Aufklärern selbst. In seinem Buch The Vertigo Years: Change and Culture in the West 1900–1914 (deutsch 2009: Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914) beschäftigt sich Blom mit den sozialen, kulturellen und intellektuellen Umbrüchen am Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts. Seine Romane Die Simmons Papiere und Luxor sind dem Genre der philosophischen Fabel zuzuordnen. 2000 veröffentlichte er außerdem ein Sachbuch über österreichische Weine (The Wines of Austria).

Als Journalist hat Blom in Zeitungen und Zeitschriften in Großbritannien (The Guardian, The Independent, Financial Times, Times Literary Supplement) und im deutschsprachigen Raum (Die Zeit, Neue Zürcher Zeitung, Frankfurter Allgemeine, Süddeutsche Zeitung, Der Standard) publiziert. Im österreichischen Kultursender Ö1 moderiert Blom regelmäßig die Diskussionssendung Von Tag zu Tag.

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten]

  • 2014 Friedrich-Schiedel-Literaturpreis[1]
  • 2013 Prix Terenci Moix, Spanien
  • 2013 Grauer Lecture, Kanada
  • 2012-2013 Visiting Scholar, Getty Research Institute, Los Angeles
  • 2012 Van der Leeuw, Lezing, Groningen
  • 2012 Theodor-Körner-Preis für Wissenschaft, Wien
  • 2011-2012 Elias-Canetti-Stipendium der Stadt Wien, Wien
  • 2011 Gleim-Literaturpreis für Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung
  • 2010 De Groene Waterman Prijs, Antwerpen
  • 2009 NDR Kultur Sachbuchpreis für Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914
  • 2009 Stipendium des IFK, Wien

Schriften[Bearbeiten]

Übersetzungen[Bearbeiten]

  • Daniel Cohn-Bendit und Guy Verhofstadt: Für Europa. Ein Manifest. Hanser Verlag, München 2012, ISBN 978-3-446-24187-9.
  • Philipp Blom: Böse Philosophen. Ein Salon in Paris und das vergessene Erbe der Aufklärung. Aus dem Englischen von Philipp Blom. Hanser, München 2011, ISBN 978-3-446-23648-6.
  • Philipp Blom: Der taumelnde Kontinent. Europa 1900–1914. Aus dem Englischen von Philipp Blom. Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-23292-1.
  • Philipp Blom: Sammelwunder, Sammelwahn. Szenen aus der Geschichte einer Leidenschaft. Aus dem Englischen von Philipp Blom. Eichborn, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-8218-4537-6.
  • Geert Mak: Amsterdam. Harvard University Press, Cambridge 1999, ISBN 978-0-674-00331-6.
  • Philipp Blom: Die Simmons-Papiere. (Hrsg.) Aus dem Englischen von Philipp Blom. Berlin Verlag, Berlin 1997, ISBN 3-8270-0234-6.

Bühnenübersetzungen[Bearbeiten]

  • The Producers, Etablissement Ronacher, Juni 2008
  • La Colombe, Eine Oper von Charles Gounod. Schönbrunn Theater, Wien, März, 2008
  • Soliman (Libretto), Ein Projekt mit dem Komponisten Joost van Kerkhooven

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. boersenblatt.net vom 31. Juli 2014 zur Verleihung des Preises