Philipp Brandin

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Philipp Brandin (* um 1535 in Utrecht; † 1594 in Nykøbing in Dänemark), war ein niederländischer Architekt, Baumeister und Bildhauer der Renaissance.

Leben[Bearbeiten]

Domschule Güstrow um 1800
Wasserkunst in Wismar
Schloss Güstrow

Über die Lebensdaten Brandins und seine Tätigkeit in den Niederlanden ist wenig bekannt. Erst mit seinem Dienst für die mecklenburgischen Herzöge Johann Albrecht in Schwerin und Ulrich in Güstrow sind seine Arbeiten aktenkundig geworden.

Von 1563 bis 1569 vollendete er in Schwerin die Innengestaltung der von Johann Baptista Parr begonnenen Schlosskirche. Er gestaltete das Taufbecken und schuf mehrere Marmorreliefs mit Historiendarstellungen.

Von 1569 bis 1571 war Brandin in Wismar tätig. Hier baute er eine Brauerei zum Wohnhaus des Ratsherren und späteren Bürgermeisters der Hansestadt, Heinrich Schabbell, um. Das Schabbellhaus ist das typische Beispiel eines Profanbaus der Renaissancezeit in Norddeutschland. Es ist heute Stadtgeschichtliches Museum von Wismar.

Philipp Brandins nächste Station war Güstrow. Hier entwarf er Pläne für die Domschule am Domplatz. Dieser älteste Schulbau Mecklenburgs wurde 1575 errichtet. Von 1579 bis 1582 wohnte er wieder in Wismar in einem Haus an der Frischen Grube 15/15A. Durch den Bau des Schabbellhauses bekannt geworden, bekam er hier mehrere Aufträge. Der bekannteste Bau dieser Zeit ist wohl die Wasserkunst auf dem Marktplatz. Brandin projektierte das für die Wasserversorgung der mittelalterlichen Stadt wichtige Bauwerk im Jahr 1580, konnte den Bau aber nicht vollenden, da er 1583 zum Hofbaumeister nach Güstrow berufen wurde. Die Wasserkunst wurde 1602 in Betrieb genommen und war bis 1897 in Betrieb.

1583 gestaltete er in Güstrow das „Schauenburgsche Haus“ am Domplatz 15/16. Die größte Aufgabe in Güstrow war der Bau des Ostflügels des Schlosses. 1587 übernahm er diese Aufgabe von den Brüdern Parr und wurde als Architekt und Steinbildhauer eingesetzt. Da am Fürstenhof eine angespannte Finanzlage herrschte, war Brandin zu strenger Sparsamkeit angehalten und musste seine Pläne ändern.

Brandin wurde von seinem Dienstherren auch zu anderen Arbeiten herangezogen, so gestaltete er 1586 in der Klosterkirche Dobbertin ein Taufbecken, 1590 in der Klosterkirche Ribnitz ein Wandgrabmal der letzten Äbtissin Ursula, auch bei der Restaurierung des Güstrower Doms war Brandin tätig. Von ihm stammen die Epitaphe aus weißem Marmor der Herzogin Dorothea und des Fürsten Heinrich Borwin II.. Sein Hauptwerk im Dom sind die lebensgroßen knienden Figuren des Herzogs Ulrich mit seinen Ehefrauen Elisabeth von Dänemark und der Herzogin Anna von Pommern. Die Figuren sind ebenfalls in weißem Marmor gefertigt. Dieses Werk konnte Brandin nicht vollenden, da er einem Ruf nach Nykøbing in Dänemark folgte.

Die Tochter seines Landesherrn, Sophie, war Ehefrau des dänischen Königs Friedrich II. Brandin wurde der Neubau des dortigen Schlosses in Auftrag gegeben. Während der Arbeiten starb Philipp Brandin im Jahr 1594.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]

  • Gerhard Steiniger: Baumeister in Mecklenburg aus acht Jahrhunderten, Verlag Reinhard Thon, 1998 ISBN 3-928820-88-5

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Philipp Brandin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien