Philipp Friedrich von Hetsch

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Selbstporträt in Öl, in den Jahren zwischen 1787 und 1790 entstanden, Staatsgalerie Stuttgart, Abbildung bei Werner Fleischhauer, 1929

Philipp Friedrich von Hetsch, Nobilitierung 1805, (* 10. September 1758 in Stuttgart, Herzogtum Württemberg; † 31. Dezember 1838 Stuttgart, Königreich Württemberg), war ein deutscher Maler.

Leben[Bearbeiten]

Hetsch ist der Sohn des württembergischen Hofmusikers Christian Heinrich Hetsch. Mit 13 Jahren bemühte sich Hetsch 1771, ohne Wissen seiner Eltern, erfolgreich um seine Aufnahme an der Hohen Karlsschule in Stuttgart und wurde dort als Schüler der Maler Nicolas Guibal und Adolf Friedrich Harper angenommen. Ein Schwerpunkt seiner Ausbildung war die Landschaftsmalerei.

Schiller als Regimentsarzt auf einem Ölgemälde von Philipp Friedrich von Hetsch, entstanden in den Jahren 1781/1782

Durch seine Liebe zum Theater machte Hetsch in Stuttgart Bekanntschaft mit Johann Heinrich Dannecker und Friedrich Schiller, er wurde bald auch in deren Freundeskreis aufgenommen. Gefördert durch seine Lehrer, ging Hetsch 1780 nach Paris, wo er Schüler von Joseph Marie Vien und Claude Joseph Vernet wurde. Hetsch war nach seinem eigenen Bekunden auch von der Malweise des Jacques-Louis David geprägt worden.

Nach einem zweijährigen Studienaufenthalt in Paris, kehrte Hetsch 1782 nach Württemberg zurück und ließ sich in seiner Heimatstadt als freischaffender Maler nieder. Nach einigen erfolgreichen Aufträgen wurde Hetsch durch Herzog Carl Eugen zum Hofmaler ernannt. Mit der finanziellen Unterstützung des württembergischen Hofes konnte Hetsch im Frühjahr 1785 für zwei Jahre einen Studienaufenthalt in Rom antreten, um die Techniken der Malweise der Alten Meister seit Giotto, Fra Angelico, Filippo Lippi, Sandro Botticelli, Caravaggio, neben vielen anderen, hier nicht einzeln angeführten Maestris, zu studieren.

1787 kehrte Hetsch wieder nach Stuttgart zurück und gründete dort seine Werkstatt. 1795 beförderte ihn Herzog Carl Eugen zum Professor der Malkunst, verbunden mit einem Lehrauftrag an der Kunstakademie Stuttgart. 1805 erreichte Hetsch mit der Ernennung zum Direktor der königlichen Galerie Stuttgart den Höhepunkt seiner Karriere. Philipp Friedrich von Hetsch wurde am 4. Februar 1808 mit dem Ritterkreuz des Württembergischen Zivil-Verdienstordens ausgezeichnet[1] und dem damit verbundenen persönlichen, nicht vererbbaren Adel.

Hetsch zählt durchaus noch zu den Künstlern des Klassizismus, obwohl er nie einen vollständig eigenen Stil fand und im Schatten gerade seiner französischen Lehrer wie Vien und Vernet blieb. Sein Werk umfasst Darstellungen aus der Mythologie ebenso, wie aus der Geschichte und in den späten Bildern geben christliche Themen einen Schwerpunkt.

Der Architekt Gustav Friedrich von Hetsch ist sein Sohn.

Gemälde Galerie Bildnis Werke[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Der über die Wegnahme der Briseis zürnende Achilles
  • Der blinde Oedipus mit seinen Töchtern vor Theseus
  • Amor und Psyche im Kahne
  • Der Abschied des Regulus von den Seinigen
  • Brutus von Porcia
  • Papirius und die gallischen Krieger
  • Marius auf den Trümmern Karthago’s
  • Cornelia, die Mutter der Gracchen
  • Daniel in der Löwengrube
  • Joseph im Gefängnis
  • Maria’s Unterredung mit Porcia, der Gemahlin des Pilatus
  • Odins Höllenfahrt
  • Ritter Albonack, dem König Alfred seine Töchter zeigend
  • König Friedrich und sein Gefolge vor dem Schlosse Monrepos

Zu Philipp Friedrich von Hetschs bedeutenden Familienbildnissen zählt sein Gemälde des Oberbaudirektors Reinhold Ferdinand Fischer mit seiner Gemahlin Juliane Fischer, einer geborenen Bilfinger, aus der württembergischen Bilfinger Familie stammend, und ihren drei gemeinsamen Töchtern Friedericke Luise, Heinricke Franziska, Franziska Juliane und ihrem kleinen Sohn Ferdinand. Das querformatige Gemälde zählt zu dem Bestand der Stuttgarter Staatsgalerie.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Philipp Friedrich von Hetsch – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Königlich Württembergisches Hof- und Staatshandbuch 1815, Seite 37


Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
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