Philipp II. (Namur)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Philipp II. von Courtenay, genannt „mit der Lippe“ (à la Lèvre) (* 1195; † 1226 bei Saint-Flour), war von 1216 bis 1226 ein Markgraf von Namur. Er war der älteste Sohn des lateinischen Kaisers Peter von Courtenay und der Jolante von Hennegau. Er war väterlicherseits ein Kapetinger, sein Urgroßvater war König Ludwig VI. von Frankreich.

Wappen von Namur

Nach dem Tod seines Onkels mütterlicherseits, Markgraf Philipp I. von Namur, galt Philipp als dessen Erbe. Da Namur ein Lehen des Heiligen Römischen Reichs war, führte dies 1214 in der Schlacht bei Bouvines zu der Situation, dass Philipp dort im Heer des Kaisers Otto IV. gegen seinen eigenen Vater, der dem Heer König Philipps II. von Frankreich angehörte, kämpfte.

Nachdem seine Eltern 1216 nach Konstantinopel zogen, um dort den Kaiserthron zu übernehmen, übernahm Philipp die Regierung in Namur und auch den Stammsitz seiner Familie Courtenay in Frankreich. Als sein Vater starb, verzichtete er zu Gunsten seines jüngeren Bruders Robert auf das lateinische Kaiserreich. Philipp bekämpfte die Nachfahren Heinrichs IV. von Luxemburg, die ihren Anspruch auf die Markgrafschaft nicht aufgegeben hatten. Im Vertrag von Dinant vom 13. März 1223 verzichtete Walram IV. von Limburg endgültig auf Namur.

Philipp nahm 1226 am Albigenserkreuzzug König Ludwigs VIII. teil. Bei der Belagerung von Avignon erkrankte er an einer Seuche, der er auf dem Rückweg in der Nähe von Saint-Flour erlag. Bestattet wurde er in der Abtei von Vaucelles. Da er unverheiratet war, ging Namur an seinen jüngeren Bruder Heinrich über.

Weblinks[Bearbeiten]


Vorgänger Amt Nachfolger
Jolante Markgraf von Namur
1216–1226
Heinrich II.