Philipp Kohlschreiber

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Philipp Kohlschreiber Tennisspieler
Philipp Kohlschreiber
Kohlschreiber 2013 bei den BNP Paribas Open
Spitzname: Kohli
Nationalität: DeutschlandDeutschland Deutschland
Geburtstag: 16. Oktober 1983
Größe: 178 cm
Gewicht: 70 kg
1. Profisaison: 2001
Spielhand: Rechts, einhändige Rückhand
Trainer: Stefan Eriksson
Preisgeld: 7.450.391 US-Dollar
Einzel
Karrierebilanz: 319:251
Karrieretitel: 5
Höchste Platzierung: 16 (30. Juli 2012)
Aktuelle Platzierung: 25
Grand-Slam-Bilanz
Doppel
Karrierebilanz: 84:90
Karrieretitel: 7
Höchste Platzierung: 51 (10. November 2008)
Aktuelle Platzierung: 283
Grand-Slam-Bilanz
Letzte Aktualisierung der Infobox: 21. Juli 2014
Quellen: offizielle Spielerprofile bei der ATP/WTA und ITF (siehe Weblinks)

Philipp Eberhard Hermann Kohlschreiber (* 16. Oktober 1983 in Augsburg) ist ein deutscher Tennisspieler.

Karriere[Bearbeiten]

Anfänge[Bearbeiten]

Der Rechtshänder begann seine Karriere beim TC Augsburg Siebentisch[1] und spielte ab 1997 für den MTTC Iphitos. Im Jahr 2000 spielte Kohlschreiber in Eckenthal sein erstes ATP-Turnier und entschied sich dafür, ab 2001 Tennisprofi zu werden.

2001 bis 2007[Bearbeiten]

Von 2001 bis 2004 war Kohlschreiber Mitglied der Bundesligamannschaft des TC Bamberg. Von 2005 bis 2008 trat er für Blau-Weiß Neuss in der Bundesliga an.

2003 spielte Kohlschreiber sein erstes Grand-Slam-Turnier bei den US Open, unterlag jedoch in der ersten Runde David Nalbandian. 2004 erreichte er dann mit einem Sieg über Julien Benneteau die zweiten Runde, verlor dort allerdings gegen Feliciano López knapp in fünf Sätzen. Im August 2004 stand Kohlschreiber erstmals in den Top 100 der Weltrangliste. Seit 2005 stand er bei allen Grand-Slam-Turnieren im Hauptfeld.

Bei den Australian Open kam er 2005 ins Achtelfinale, ehe er gegen Andy Roddick ausschied. Bei den anderen Grand-Slam-Turnieren kam das Aus jeweils in der ersten Runde. Im Oktober 2005 gewann er mit seinem Partner Lars Burgsmüller sein erstes ATP-Turnier im Doppel. 2006 konnte sich Kohlschreiber in den Top 100 der Weltrangliste etablieren. Er erreichte beim ATP-Turnier in Gstaad das Halbfinale, dazu einige weitere Male ein Viertelfinale. 2007 stand er beim Masters-Turnier in Monte Carlo im Viertelfinale und gewann kurz darauf sein erstes ATP-Turnier in München mit einem Finalsieg über Michail Juschny, mit dem er zusammen die Doppelkonkurrenz gewinnen konnte. Er erreichte zudem das Halbfinale von Halle und die dritte Runde der US Open.

2008 bis 2011[Bearbeiten]

Im Januar 2008 konnte Kohlschreiber seinen zweiten Titel auf der ATP Tour feiern, als er beim Turnier von Auckland den Spanier Juan Carlos Ferrero im Finale in zwei Sätzen besiegte. Bei den Australian Open bezwang er in Runde drei Andy Roddick, verlor dann allerdings das Achtelfinalmatch gegen Jarkko Nieminen. Beim Turnier von Halle erreichte er das Finale, in dem er Roger Federer unterlag. Außerdem zog er noch ins Halbfinale beim Turnier in Wien ein.

Anfang des Jahres 2009 konnte Kohlschreiber mehrmals das Viertelfinale erreichen. Beim Grand-Slam-Turnier von Paris stieß er erstmals ins Achtelfinale vor, scheiterte dort allerdings an Tommy Robredo. Beim darauf folgenden Turnier in Halle stand er im Halbfinale, wo er Tommy Haas unterlag. Im September kam Kohlschreiber beim Turnier von Metz bis ins Finale. Er unterlag dort Gaël Monfils, erreichte aber mit Platz 22 seine bis dahin beste Weltranglistenposition. Darüber hinaus stand er noch im Halbfinale beim Turnier in Wien.

Das Jahr 2010 begann Kohlschreiber in Auckland, wo er das Halbfinale erreichte. Bei den Australian Open schied er in der dritten Runde gegen Rafael Nadal aus. Beim ATP Masters-Series-Turnier von Monte Carlo schaffte er den Sprung ins Viertelfinale. Bei den French Open konnte er bis in Runde drei vorstoßen, in der er Fernando Verdasco unterlag. In Wimbledon verlor er in der dritten Runde gegen Roddick. Beim Masters-Series-Turnier von Toronto stand er im Viertelfinale, verlor dort jedoch knapp gegen Nadal. Bei den US Open verlor er bereits in der zweiten Runde gegen Gilles Simon. Am Rande der Davis-Cup-Partie gegen Südafrika, bei der er mit seinem Dreisatzsieg über Rik de Voest zum 5:0-Sieg beitrug, gab er seine künftige Zusammenarbeit auf Probe mit Andy Murrays Ex-Coach Miles MacLagan bekannt. Kohlschreiber spielte sich bei den Open de Moselle in Metz bis ins Halbfinale vor, dort unterlag er erneut dem Franzosen Gilles Simon. Bei seinem nächsten Turnier bei den China Open in Peking schlug er Fernando Verdasco in Runde eins, verlor dann aber gegen John Isner. In Schanghai musste er im zweiten Satz seines Erstrundenmatches gegen Roddick aufgeben. Bei der Bank Austria Tennis Trophy in Wien erreichte er das Viertelfinale, zu dem er wegen Aduktorenproblemen jedoch nicht antreten konnte.

Kohlschreiber begann das Jahr 2011 in Doha, wo er in Runde zwei nach einem umkämpften Spiel an Ivo Karlović scheiterte. Eine Woche vor den Australian Open, wo er in Runde zwei gegen Tomáš Berdych verlor, spielte er sich in Auckland bis ins Viertelfinale, wo er in drei Sätzen David Ferrer unterlag. In Rotterdam und Dubai erreichte er jeweils Runde zwei, scheiterte dann aber an Robin Söderling bzw. an Philipp Petzschner. In der ersten Runde der Davis-Cup-Weltgruppe 2011 schlug Kohlschreiber erneut als deutsche Nummer 1 auf. Er bezwang Ivan Dodig in fünf Sätzen nach Abwehr eines Matchballs im vierten Satz. Im vierten Einzel unterlag er Marin Čilić in drei Sätzen. Beim ersten Masters-Turnier des Jahres in Indian Wells gewann Kohlschreiber nach einem Freilos in Runde eins gegen Tim Smyczek nach Abwehr von drei Matchbällen in drei Sätzen. In Runde drei konnte er die Nummer 4 der Welt, Robin Söderling, mit 7:6 und 6:4 bezwingen, wobei er im ersten Satz fünf Satzbälle abwehren musste. Anschließend verlor er unglücklich in zwei Sätzen (6:7, 6:7) gegen Juan Martín del Potro. In Monte Carlo verlor er in Runde zwei gegen Roger Federer. Kohlschreiber und Petzschner entschieden dann mit ihrem Doppel-Sieg über Juan Ignacio Chela und Maximo Gonzalez das Finale des World Team Cup im Düsseldorfer Rochusclub.[2] Anschließend verlor er bei den French Open aber schon in der ersten Runde gegen Sam Querrey.

Bei den Gerry Weber Open in Halle sicherte sich Kohlschreiber seinen dritten Karrieretitel. Auf dem Weg ins Finale, in dem er Philipp Petzschner mit 7:6, 2:0 (Aufgabe) bezwang, besiegte er u.a. Lleyton Hewitt und Gaël Monfils. Das gab Hoffnung für seinen Einsatz beim Turnier von Wimbledon, doch Kohlschreiber verlor sein Erstrundenspiel gegen den Usbeken Denis Istomin mit 6:4, 3:6, 3:6 und 3:6. Beim Turnier am Hamburger Rothenbaum unterlag er Wochen darauf dem Spanier Nicolás Almagro im Achtelfinale.

seit 2012[Bearbeiten]

2012 wurde für Kohlschreiber zur bislang erfolgreichsten Saison seiner Karriere. Bei den Australian Open erreichte er zu Beginn der Saison das Achtelfinale. Im Mai gewann er in München zum zweiten Mal das Turnier, dabei besiegte er im Finale Marin Čilić glatt in zwei Sätzen. Sehr erfolgreich verlief auch die Rasensaison: In Halle verlor er erst im Halbfinale gegen den späteren Sieger Tommy Haas. In Wimbledon gelang Kohlschreiber durch einen Fünfsatzsieg über Haas die Revanche, ehe er durch drei aufeinanderfolgende Dreisatzsiege zum ersten Mal das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers erreichte. Dort unterlag er Jo-Wilfried Tsonga in vier Sätzen.

In die Kritik geriet Kohlschreiber zum Ende des Turniers in Kitzbühel. Zwar erreichte er das Finale, verlor dieses aber gegen Robin Haase in drei Sätzen. Da er sich bei diesem Spiel eine Verletzung zuzog, sagte Kohlschreiber seine Teilnahme bei den Olympischen Spielen in London ab. Dafür wurde er in den Medien stark kritisiert, auch von ehemaligen Spielern wie Boris Becker oder Michael Stich. Dennoch gelang Kohlschreiber mit der Finalteilnahme in Kitzbühel erstmals der Einzug in die Top 20 der Weltrangliste. Nach dem Turnier wurde er auf Platz 16 geführt. Bei den US Open erreichte er durch einen Fünfsatzsieg gegen John Isner zum ersten Mal den Einzug ins Achtelfinale, womit Kohlschreiber in der Saison 2012 bei drei von vier Grand-Slam-Turnieren die zweite Woche erreichte. Bei den Düsseldorf Open 2014 gelang ihm nach einem Finalsieg gegen Ivo Karlović sein fünfter Titelgewinn auf der World Tour. Bei den anschließend stattfindenden French Open erreichte Kohlschreiber die dritte Runde. Dort unterlag er dem Briten Andy Murray mit 6:3, 3:6, 3:6, 6:4 und 10:12.

Davis Cup[Bearbeiten]

Kohlschreiber zählt seit 2007 zu den wichtigsten Spielern im deutschen Davis-Cup-Team. Seine Bilanz ist im Einzel mit 9:7 positiv und im Doppel mit 2:2 ausgeglichen.

Mehrmals konnte Kohlschreiber teils stärker eingeschätzte Spieler im Davis Cup bezwingen. So gewann er in seiner Debüt-Saison 2007 im Halbfinale in Moskau gegen Russlands Nikolai Dawydenko in fünf Sätzen, obwohl er im fünften Satz schon mit einem Break zurücklag. 2009 gelang es Kohlschreiber, in der Erstrundenpartie gegen Österreichs Jürgen Melzer einen 0:2-Satzrückstand noch zu drehen. Im anschließenden Viertelfinale in Spanien konnte er Tommy Robredo, dem er zuvor noch im Achtelfinale der French Open unterlegen war, glatt in drei Sätzen bezwingen. Sein zweites Einzel gegen Fernando Verdasco gewann er mit 8:6 im fünften Durchgang, Deutschland verlor die Partie jedoch am Ende mit 2:3.

In der Saison 2012 kam es zwischen Kohlschreiber und Teamchef Patrik Kühnen zum Streit, nachdem sich Kohlschreiber für die Erstrundenpartie gegen Argentinien krank abgemeldet hatte. Da er auch nicht als Zuschauer der Begegnung beiwohnte, wurde er darüber hinaus von Tommy Haas kritisiert. Infolgedessen wurde Kohlschreiber von Kühnen für das Relegationsspiel gegen Australien nicht berücksichtigt, obwohl er der zu dem Zeitpunkt in der Weltrangliste bestplatzierte deutsche Spieler war.

Erfolge[Bearbeiten]

Legende (Anzahl der Siege)
Grand Slam
Tennis Masters Cup /
ATP World Tour Finals
ATP Masters Series /
ATP World Tour Masters 1000
ATP International Series Gold /
ATP World Tour 500 Series (2)
ATP International Series /
ATP World Tour 250 Series (10)

Einzel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 6. Mai 2007 DeutschlandDeutschland München (1) Sand RusslandRussland Michail Juschny 2:6, 6:3, 6:4
2. 12. Januar 2008 NeuseelandNeuseeland Auckland Hartplatz SpanienSpanien Juan Carlos Ferrero 7:64, 7:5
3. 12. Juni 2011 DeutschlandDeutschland Halle Rasen DeutschlandDeutschland Philipp Petzschner 7:65, 2:0, Aufgabe
4. 6. Mai 2012 DeutschlandDeutschland München (2) Sand KroatienKroatien Marin Čilić 7:68, 6:3
5. 24. Mai 2014 DeutschlandDeutschland Düsseldorf Sand KroatienKroatien Ivo Karlović 6:2, 7:64

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Finalgegner Endergebnis
1. 15. Juni 2008 DeutschlandDeutschland Halle Rasen SchweizSchweizRoger Federer 3:6, 4:6
2. 27. September 2009 FrankreichFrankreich Metz Hartplatz (i) FrankreichFrankreich Gaël Monfils 6:71, 6:3, 2:6
3. 27. Juli 2012 OsterreichÖsterreich Kitzbühel Sand NiederlandeNiederlande Robin Haase 7:62, 3:6, 2:6
4. 12. Januar 2013 NeuseelandNeuseeland Auckland Hartplatz SpanienSpanien David Ferrer 6:75, 1:6
5. 5. Mai 2013 DeutschlandDeutschland München Sand DeutschlandDeutschland Tommy Haas 3:6, 6:73
6. 14. Juli 2013 DeutschlandDeutschland Stuttgart Sand ItalienItalien Fabio Fognini 7:5, 4:6, 4:6

Doppel[Bearbeiten]

Siege[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 2. Oktober 2005 Vietnam Ho-Chi-Minh-Stadt Teppich DeutschlandDeutschland Lars Burgsmüller AustralienAustralien Ashley Fisher
SchwedenSchweden Robert Lindstedt
5:7, 6:4, 6:2
2. 30. Juli 2006 OsterreichÖsterreich Kitzbühel Sand OsterreichÖsterreich Stefan Koubek OsterreichÖsterreich Oliver Marach
TschechienTschechien Cyril Suk
6:2, 6:3
3. 6. Mai 2007 DeutschlandDeutschland München Sand RusslandRussland Michail Juschny TschechienTschechien Jan Hájek
TschechienTschechien Jaroslav Levinský
6:1, 6:4
4. 4. Januar 2008 KatarKatar Doha (1) Hartplatz TschechienTschechien David Škoch SudafrikaSüdafrika Wesley Moodie
SudafrikaSüdafrika Jeff Coetzee
6:4, 4:6, [11:9]
5. 12. Juli 2008 DeutschlandDeutschland Stuttgart Sand DeutschlandDeutschland Christopher Kas DeutschlandDeutschland Michael Berrer
DeutschlandDeutschland Mischa Zverev
6:3, 6:4
6. 14. Juni 2009 DeutschlandDeutschland Halle Rasen DeutschlandDeutschland Christopher Kas DeutschlandDeutschland Andreas Beck
SchweizSchweiz Marco Chiudinelli
6:3, 6:4
7. 4. Januar 2013 KatarKatar Doha (2) Hartplatz DeutschlandDeutschland Christopher Kas OsterreichÖsterreich Julian Knowle
SlowakeiSlowakei Filip Polášek
7:5, 6:4

Finalteilnahmen[Bearbeiten]

Nr. Datum Turnier Belag Partner Finalgegner Endergebnis
1. 24. Februar 2008 NiederlandeNiederlande Rotterdam Hartplatz RusslandRussland Michail Juschny TschechienTschechien Tomáš Berdych
RusslandRussland Dmitri Tursunow
5:7, 6:3, [7:10]
2. 26. Oktober 2008 SchweizSchweiz Basel Hartplatz (i) DeutschlandDeutschland Christopher Kas IndienIndien Mahesh Bhupathi
BahamasBahamas Mark Knowles
3:6, 3:6
3. 6. Januar 2012 KatarKatar Doha Hartplatz DeutschlandDeutschland Christopher Kas TschechienTschechien Lukáš Rosol
SlowakeiSlowakei Filip Polášek
3:6, 4:6

Grand-Slam-Resultate[Bearbeiten]

angegeben ist die erreichte Runde

Einzel[Bearbeiten]

Turnier 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 Karriere
Australian Open - 3R AF 2R 3R 2R AF 2R 2R AF - - AF
French Open 3R AF 2R 1R 3R AF 1R 2R 2R 1R - - AF
Wimbledon 2R 1R VF 1R 3R 3R 1R 1R 3R 1R - - VF
US Open AF AF 1R 2R 3R 2R 3R 1R 1R 2R 1R AF

Doppel[Bearbeiten]

Turnier 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 Karriere
Australian Open - 1R - - - - 1R 1R 1R - - 1R
French Open - - - - - - 1R - - - - 1R
Wimbledon - - - - - - - 1R - - - 1R
US Open - - 1R - - - 1R 1R 1R - - 1R

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. TC Augsburg: Mein erster Verein: Philipp Kohlschreiber – Abgerufen am 7. Juli 2012.
  2. Doppel entscheidet: Deutschland ist Rekordsieger des World Team Cup

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Philipp Kohlschreiber – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien