Philippe-Paul de Ségur

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Philippe-Paul de Ségur, Gemälde von François Gérard

Graf Philippe-Paul de Ségur (* 4. November 1780 in Paris; † 25. Februar 1873 ebenda) war ein französischer Offizier und der Sohn von Louis-Philippe de Ségur.

Leben[Bearbeiten]

1799 trat er als Husar in die Armee ein und machte Moreaus Feldzug in Bayern und Macdonalds Feldzug in Graubünden mit. 1802 wurde er Mitglied des persönlichen Stabs Napoleons. 1805 verhandelte er mit dem österreichischen General Mack die Kapitulation Ulms. Im polnischen Feldzug geriet er in russische Gefangenschaft, aus der er noch im selben Jahr durch den Frieden von Tilsit 1807 wieder befreit wurde. Als Napoleons Adjutant führte er persönlich den Angriff auf den Gebirgspass von Somosierra 1808 und wurde darauf zum Oberst befördert.

Nachdem er im russischen Feldzug 1812 als Brigadegeneral im Gefolge Napoleons gedient hatte, organisierte er beim Beginn des Feldzugs von 1814 das 5. Regiment der Ehrengarden und erhielt nach Napoleons Sturz von Ludwig XVIII. den Befehl über die Kavallerie, welche aus den Resten der alten Garde geschaffen worden war. Da er sich während der Hundert Tage von Napoleon als Generalstabschef des zur Deckung des Rheins beorderten Armeekorps hatte verwenden lassen, zog er sich nach der zweiten Restauration ins Privatleben zurück und schrieb seine Histoire de Napoléon et de la grande armée pendant 1812, welche dem General Gaspard Gourgaud Veranlassung zu seinem Examen critique und infolgedessen zu einem Duell mit de Segur gab. Das Werk ist durch seine glänzende Darstellung berühmt, gibt indes vielfach ein falsches Bild der Ereignisse. 1830 wurde Segur in die Akademie aufgenommen. Nach der Julirevolution trat de Segur wieder in den aktiven Dienst, wurde 1831 zum Generalleutnant und Pair ernannt und starb 25. Februar 1873 in Paris.

Ehrungen[Bearbeiten]

Sein Name ist am Triumphbogen in Paris in der 12. Spalte (SÉGUR, PH.) eingetragen.

Siehe auch: Grafen von Ségur

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Histoire de Russie et de Pierre le Grand (Par. 1829, 2 Bde.; deutsch, Zweibr. 1829) und
  • Histoire de Charles VIII (Par. 1835, 3 Bde.; 2. Aufl. 1842), größtenteils aus dem literarischen Nachlass seines Vaters. Aus seinem Nachlass erschien Histoire et mémoires, période de 1789 à 1848 (Par. 1873, 8 Bde.). Vgl. Taillandier, Le géneral Philippe de S. (Par. 1875).
  • Histoire de Napoléon et de la grande armée pendant 1812 (Paris 1824, 2 Bde.; 16.Aufl.1852; deutsch nach der 10. Auflage übersetzt von Kottenkamp, Verlag Heinrich Hoff, Mannheim 1835, 2. Verbesserte Auflage 1836 u. öfter),

Weblinks[Bearbeiten]

Meyers Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890.
Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn du den Artikel so weit überarbeitet hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt, dies belegt ist und er den heutigen sprachlichen Anforderungen genügt.

Um danach auf den Meyers-Artikel zu verweisen, kannst du {{Meyers Online|Band|Seite}} benutzen.