Philippe Garrel

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Philippe Garrel im Jahr 2008

Philippe Garrel (* 6. April 1948 in Boulogne-Billancourt) ist ein französischer Schauspieler, Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Garrel wurde 1948 als Sohn des Schauspielers Maurice Garrel in Paris geboren. Bereits 1964 drehte er seinen ersten Film Lés enfants désaccordés, zu dem er auch das Drehbuch schrieb. Zu Berühmtheit gelangte er 1968 mit Marie pour mémoire, einem Film über eine schwangere junge Frau. 1969 lernte er die deutsche Sängerin Nico kennen, die in seinem Film Le lit de la vierge das Lied The Falconer sang. Mit Nico, die 1972 in seinem Film La cicatrice intérieure auftrat, lebte er bis 1979 zusammen. Seit den experimentellen Arbeiten der 70er Jahre entwickelt sich sein Werk zunehmend in Richtung des erzählenden Spielfilms. Schrieb er für seine früheren Filme meist alleine das Drehbuch, so arbeitet er seit Les baisers du secours (1989) mit dem Schriftsteller Marc Cholodenko zusammen.

Die drei wichtigsten Gegenstände seiner Filme sind Liebe, Drogen und das Filmemachen selbst. In langen, sehr präzise gewählten Einstellungen beobachtet er die Interaktion seiner Charaktere mit ihrer Umwelt. J’entends plus la guitare zum Beispiel erzählt von einer Liebe unter den Bedingungen der Drogensucht, La naissance de l’amour von Zerfall und Neubildung der Beziehungen zweier Männer, eines Autors und eines Schauspielers, und Sauvage innocence von einem jungen Regisseur, der seinen ersten Film, der die Drogensucht anprangern soll, schließlich selbst mit Drogengeld finanzieren muss. Garrel arbeitet dabei mit zahlreichen bekannten Akteuren des französischen Kinos zusammen, vor und hinter der Kamera. Dazu zählen die Schauspieler Lou Castel, Catherine Deneuve und Jean-Pierre Léaud, ebenso wie der langjährige Kameramann Godards, Raoul Coutard.

Garrel ist Lehrer an der Hochschule für Film und Audiovision in Paris (La fémis). Sein Sohn Louis Garrel ist ebenfalls Schauspieler. Ihm vertraute er mehrfach Rollen in seinen Filmen an, zuletzt in seinem jüngsten Film Un été brûlant, der 2011 eine Einladung in den Wettbewerb der 68. Internationalen Filmfestspiele von Venedig erhielt.

Filmografie[Bearbeiten]

  • 1964: Les enfants désaccordés
  • 1965: Droit de visite
  • 1967: Marie pour mémoire
  • 1968: Le révélateur
  • 1968: La concentration
  • 1968: Actua I
  • 1968: Anémone
  • 1969: Le lit de la vierge
  • 1972: La cicatrice intérieure
  • 1972: Athanor
  • 1974: Les hautes solitudes
  • 1975: Un ange passe
  • 1976: Berceau de cristal
  • 1978: Voyage au jardin des morts
  • 1979: Le bleu des origines
  • 1982: Das verheimlichte Kind (L’enfant secret)
  • 1983: Freiheit, die Nacht (Liberté, la nuit)
  • 1984: Paris vu par… vingtians après
  • 1985: Sie stand so lange im Scheinwerferlicht (Elle a passé tant d’heures sous les sunlights…)
  • 1988: Die Ministerien der Kunst (Les ministères de l’art)
  • 1989: Triaden des Kusses (Les baisers de secours)
  • 1991: Ich hör' nicht mehr die Gitarre (J’entends plus la guitare)
  • 1993: Wenn Liebe entflammt (La naissance de l’amour)
  • 1996: Le coeur fantôme
  • 1999: Le vent de la nuit
  • 2001: Sauvage innocence
  • 2004: Unruhestifter (Les amants réguliers)
  • 2008: La frontière de l'aube
  • 2011: Un été brûlant
  • 2013: La Jalousie

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]