Philippe Leroy

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Philippe Leroy-Beaulieu (* 15. Oktober 1930 in Paris) ist ein französischer Schauspieler.

Leben[Bearbeiten]

Leroy stammt aus einer aristokratischen Familie (sein Vater ist ein Marquis), verbrachte jedoch nach seinem Abschluss in Politikwissenschaften viele Jahre mit einem abenteuerlichen und gefahrvollen Leben, das ihn als Fallschirmspringer und Waffenhändler in die Vereinigten Staaten und in Kriegsgebiete nach Algerien und Indochina führte. 1960, mittlerweile wieder in seiner Heimatstadt Paris, schlug er die Laufbahn eines Schauspielers ein und debütierte in Jean Beckers Das Loch. Der großgewachsene, schlanke, athletische Darsteller mit kaltem Blick spielte zahlreiche Nebenrollen in französischen Filmen, fand jedoch größere Rollenangebote ab 1962 in Italien, wo er auf eine boomende Filmindustrie traf, die dem unermüdlichen Arbeiter zahlreiche Rollen in Filmen jeden Genres bot, sodass er auf eine Filmografie mit 175 Titeln zurückblicken kann. Immer wieder kehrte er auch für Auftritte in sein Heimatland zurück; daneben war er auch als Darsteller in Fotoromanzi zu sehen. Die Kritiker lobten seinen Mut, bei der Rollenauswahl ohne Scheu und Angst vor Fehlern auch Ungewohntes zu spielen. Er arbeitete mit zahlreichen wichtigen Regisseuren des italienischen Kinos wie Paolo Cavara, Carlo Lizzani, Riccardo Freda, Liliana Cavani, Fernando Di Leo, Sergio Sollima und Steno. Mit Beginn der 1970er Jahre war er auch immer wieder in Fernsehfilmen zu sehen.[1]

Leroy war mehrmals verheiratet. Nach der Ehe mit einer Vietnamesin und einer 1970 geschiedenen Verbindung mit einer Französin heiratete er Emma Bini. Er ist der Vater der Schauspielerin Philippine Leroy-Beaulieu und wird gelegentlich mit seinem vollen Namen geführt.

Zwei Mal war er für einen Filmpreis nominiert, für seinen Debütfilm sowie für den Emmy auf Grund seiner Darstellung im Fernsehfilm La vita di Leonardo da Vinci, der 1971 gedreht wurde. Zeit seines Lebens blieb er passionierter Fallschirmspringer.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1960: Das Loch (Le Trou)
  • 1960: Die Ernte der sündigen Mädchen (Les Filles sèment le vent)
  • 1961: Hörig (Senilità)
  • 1962: Einer gegen Rom (Solo contro Roma)
  • 1962: Schlüssel zum siebten Himmel (L'attico)
  • 1963: Amore in vier Dimensionen (Amore in 4 dimensioni)
  • 1963: Verrückter Sommer (Frenesia dell'estate)
  • 1964: Cordoba (Llanto por un bandido)
  • 1964: Die nackten Stunden '(Le ore nude)
  • 1964: Eine verheiratete Frau (Une Femme mariée)
  • 1964: Wenn das die Männer wüßten (L'idea fissa)
  • 1965: Eine Jungfrau für den Prinzen (Una vergine per il principe)
  • 1965: Mandragola (La mandragola)
  • 1965: Sieben goldene Männer (Sette uomini d'oro)
  • 1966: Ein fast perfekter Mörder (Un delitto quasi perfetto)
  • 1966: Geh ins Bett, nicht in den Krieg (Non faccio la guerra, faccio l'amore)
  • 1966: Das Superding der 7 goldenen Männer (Il grande colpo dei sette uomini d'oro)
  • 1966: Yankee (Yankee)
  • 1967: Die längsten Finger hat Madame (La notte è fatta per… rubare)
  • 1967: Das wilde Auge (L'occhio selvaggio)
  • 1968: Huckepack (La matriarca)
  • 1968: Mutterherz (Cuore di mamma)
  • 1968: Wo, wann, mit wem? (Come, quando, perché?)
  • 1969: Ohne viel von ihr zu wissen (Senza sapere niente di lei)
  • 1969: Sein Ruhmestag (La sua giornata di gloria)
  • 1971: Bratpfanne Kaliber 38 (…e alla fine lo chiamarono Jerusalem l'implacabile)
  • 1971: Das Pferd kam ohne Socken (Ettore lo fusto)
  • 1971: La vita di Leonardo da Vinci (Fernsehfilm)
  • 1972: Roma Bene – Liebe und Sex in Rom (Roma bene)
  • 1973: Kommando R.A.S. (R.A.S. – Rien à signaler)
  • 1973: Maribel, die Sekretärin (Ceba para una adolescente)
  • 1974: Die gnadenlose Hand des Gesetzes (La mano spietata della legge)
  • 1974: In der Gewalt des Kindermörders (Fatevi vivi, la polizia non interverra)
  • 1974: Der Nachtportier (Il portiere di notte)
  • 1975: Hector, der Ritter ohne Furcht und Tadel (Il soldato di ventura)
  • 1975: Libera, Amore Mio (Libera, amore mio)
  • 1976: Giacomino – Odyssee eines Kindes (La linea del fiume)
  • 1976: Sandokan – Der Tiger von Malaysia (Sandokan) (Fernseh-Miniserie)
  • 1977: Der Kater läßt das Mausen nicht '(Il gatto)
  • 1977: Mannaja – Das Beil des Todes (Mannaja)
  • 1978: Covert Action – Rauschgift tötet leise (Sono stato un agente C.I.A.)
  • 1979: Don Tango – Hochwürden mit der kessen Sohle (Qua la mano)
  • 1979: Jetzt oder nie (Courage, fuyons)
  • 1980: Country Lady (Tranquille donne di campagna)
  • 1983: Himmel und Hölle (State buone se potente)
  • 1984: Der Diamantenbaum (L'abero dei diamanti) (Fernsehfilm)
  • 1985: Quo Vadis? (Quo Vadis?) (Fernseh-Miniserie)
  • 1986: Die Frau von der Fähre (La donna di traghetto)
  • 1986: Der Schatz im All (L'isola del tesoro) (Fernseh-Miniserie)
  • 1989: Winter 54 (L'Hiver 54 – l'abbé Pierre)
  • 1992: Krieg der Bosse (Due vite, un destino)
  • 1993: Familie verzweifelt gesucht (Cherché famille deséspérement)
  • 1996: Zwei Engel mit vier Fäusten (Noi siamo angeli) (Fernsehserie) (Gastrolle)
  • 2003–2006: Frank Riva (Fernsehserie)
  • 2004: Der Hals der Giraffe (Le cou de la girafe)
  • 2007: The Mother of Tears (La terza madre)
  • 2009: Don Matteo (Don Matteo) (Fernsehserie, 7. Staffel)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Enrico Lancia, Artikel Philippe Leroy, in: Roberto Chiti, Enrico Lancia, Andrea Orbicciani, Roberto Poppi: Dizionario del cinema italiano. Gli attori. Rom, Gremese 1998. S. 273/274