Philippe Starck

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Philippe Starck, 2007

Philippe-Patrick Starck (* 18. Januar 1949 in Paris) ist ein französischer Designer und einer der bekanntesten Vertreter des „Neuen Designs“. Starcks vielseitige Entwürfe sind von Architektur bis Produktdesign in fast jedem Bereich zu finden. Neben spektakulären Inneneinrichtungen entwirft er auch einfache Gebrauchsgegenstände.

Leben[Bearbeiten]

Philippe Starck studierte an der École Camondo in Paris. 1965 gewann er den Möbelwettbewerb „La Vilette“ und gründete 1968 eine Firma für aufblasbare Objekte. 1971/72 wurde er künstlerischer Leiter im Studio Pierre Cardin. Ab 1976 entwarf er für zwei Nachtclubs erstmals die Inneneinrichtung und gründete schließlich 1980 die Firma „Starck Products“.

Einen Karriereschub erfuhr Philippe Starck, als er 1982 die Privaträume des damaligen Staatspräsidenten François Mitterrand im Élysée-Palast gestaltete. Sein Aufstieg setzte sich fort, und er wurde zum gefeierten Stardesigner der 1980er, vor allem in den USA und in Japan. Die Inneneinrichtung für das Café Costes in Paris (1984, geschlossen 1994) wurde weltberühmt.

Privatleben[Bearbeiten]

Starck hat vier Kinder aus drei Ehen.[1] Seine Tochter Ara Starck ist Malerin und entstammt der Ehe mit der Rechtsanwältin Brigitte Starck. Mit seiner zweiten Frau, der Französin Patricia, hat er den Sohn Oa, und mit seiner dritten Frau, der Amerikanerin Nori, den Sohn Lago und die Tochter K.[2] Starck behauptet, die Namen seiner Kinder nach dem Zufallsprinzip mit Hilfe eines EDV-Programms auszuwählen.[2] Seit 2007 ist er mit Jasmine Abdellatif verheiratet.[2]

Werke[Bearbeiten]

Philippe Starck versucht nicht, mit seinen Werken zu provozieren. Er entwirft vor allem verkäufliche Produkte, die im Vergleich mit anderen Designern auch preiswert sind. Er verwendet vor allem organische Formen und Stromlinienformen für seine Werke und kombiniert gerne ungewöhnliche Materialien (zum Beispiel Plüsch und Chrom). In seinen Büchern und Katalogen nutzt er sein Fotoporträt gerne als Werbeträger und hat nichts dagegen, selbst als ein Objekt zu erscheinen.

Einer der bekanntesten Produktentwürfe ist die einteilige, raketenförmige Zitronenpresse Juicy Salif (1990) aus Aluminium für den italienischen Hersteller Alessi. Sie wurde international beachtet und schnell mit Begriffen wie „Designklassiker“ belegt. Im Vordergrund standen dabei nicht die funktionalen Qualitäten als Zitronenpresse: Die spitzen Füße bohren sich in die Arbeitsplatte und es gibt kein Sieb, um die Kerne aufzufangen.

Weitere bekannte Werke sind das Motorrad Motó 6.5 des Herstellers Aprilia, Armaturen- und Brausenkollektionen für Axor, die Designermarke der Hansgrohe AG, Starck Eyes-Brillen von Alain Mikli, eine Schuhkollektion mit dem Sportartikelhersteller Puma, Sanitärkeramik bei Duravit und Badewannen bei Hoesch, der Sessel/das Sofa Bubble Club sowie die Sessel Louis Ghost bei Kartell, Lampen bei FLOS oder eine Computermaus für Microsoft, die für Links- wie auch Rechtshänder geeignet ist. 2008 präsentierte er eine Windmühle und eine modulare Duschkollektion auf der Internationalen Möbelmesse in Mailand. Die Motoryacht A wurde 2008 von Starck entworfen.

Nach eigener Aussage ist sein Designprinzip das Prinzip der Reduktion, oder „Ethik des Weglassens“, so vermeidet er jedes unnötige Dekor.[3]

Am 13. April 2012 gab Starck in einem Radiointerview bekannt, dass er derzeit an einem, laut eigener Aussage, „revolutionären“ Produkt für Apple arbeite.[4]

Innenarchitektur[Bearbeiten]

Auch beim Entwerfen von Inneneinrichtungen hat sich Starck einen Namen gemacht, nicht zuletzt durch seine Arbeit für den ehemaligen französischen Präsidenten Francois Mitterrand, und immer wieder Trends gesetzt. So etwa auch mit seinem Konzept des „Salon d’eau“ aus dem Jahr 1994, das er zusammen mit Axor/Hansgrohe, Duravit und Hoesch umgesetzt hat mit dem Ziel, „diesen Raum neu zu denken als Ort, an dem man Spaß hat, wo man sich erholt, wo man mit der Liebe seines Lebens redet“.[5]

Mit dem Projektentwickler John Hitchcox vertreibt Starck seit 1999 unter der Marke Yoo weltweit Wohnobjekte.[6]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Film[Bearbeiten]

  • Future by Starck. Ein Designer blickt in die Zukunft. Dokumentarfilm, Frankreich, 2013, 96 Min., Buch und Regie: Gaël Leiblang, Produktion: arte France, Erstsendung: 4. Juni 2013 bei arte, Inhaltsangabe von arte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Philippe Starck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Interviews

Quellen[Bearbeiten]

  1. Michael Glover: „Is Philippe Starck a raving ...genius?“, The Times, 16. Mai 2007
  2. a b c Lucy Cavendish: Ara Starck: the starck truth. In: The Daily Telegraph, 1. Juni 2008
  3. Ethik des Weglassens
  4. Philippe Starck est sur un « projet révolutionnaire » avec Apple. In: France Info, 13. April 2012 (französisch).
  5. Interview mit Philippe Starck. Hansgrohe Newsletter 3/2008. Abgerufen am 8. Juni 2012.
  6. yoo Ltd.: Our Vision