Philippine von Brandenburg-Schwedt

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Philippine von Brandenburg-Schwedt, Landgräfin von Hessen-Kassel

Philippine Auguste Amalie, Landgräfin von Hessen-Kassel, geb. Prinzessin von Preußen aus der Nebenlinie Brandenburg-Schwedt (* 10. Oktober 1745 in Schwedt; † 1. Mai 1800 in Berlin) war die zweite Ehefrau des Landgrafen Friedrich II. von Hessen-Kassel (1720-1785).

Eltern[Bearbeiten]

Großeltern[Bearbeiten]

Schwestern[Bearbeiten]

Jugend[Bearbeiten]

Philippine wuchs zunächst ungebunden und frei in Schwedt auf, nach dem Tod ihrer Mutter übernahm auf deren Wunsch hin ihr Onkel Friedrich der Große die Oberaufsicht über sie und brachte sie bei ihrer Schwester Prinzessin Ferdinand (Anna Elisabeth Luise) unter. Bis an sein Lebensende brachte Friedrich der Große seiner Nichte warmes Interesse entgegen, welches sie mit tiefer Verehrung für den König erwiderte. Mehrere Eheprojekte scheiterten an ihrem und ihres Onkels Zögern. Ende 1772 arrangierte der König im Einvernehmen mit ihr eine politische Ehe mit Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, der so auf größere Unterstützung für seine Ziele durch Preußen hoffte. Philippine erklärte dem 25 Jahre älteren Landgrafen am Tag der Hochzeit, aus medizinischen Gründen dürfe sie niemals in die Gefahr kommen, schwanger zu werden.

Regierende Landgräfin[Bearbeiten]

In Kassel führte Philippine ein vom Landgrafen weitgehend unabhängiges Leben und etablierte einen eigenen „jungen Hof“. Zu ihm gehörte u. a. der Philosoph Adolph Freiherr Knigge, der Weltreisende Georg Forster und der spätere württembergische Staatsmann Georg Ernst Levin von Wintzingerode. Von letzterem bekam die Landgräfin 1777 einen Sohn, den sie heimlich in Mömpelgard bei ihrer Schwester Friederike Sophie Dorothea zur Welt brachte und Georg Philippson nannte. Sie unternahm zahlreiche Reisen durch Deutschland und Frankreich, auf denen sie als eine der schönsten Fürstinnen Europas gefeiert wurde. 1782 arrangierte sie die Versöhnung des Landgrafen mit seinen Kindern aus erster Ehe, die er seit seiner Trennung von Landgräfin Marie 1754 nicht mehr gesehen hatte.

Landgräfinwitwe[Bearbeiten]

Ihren Witwensitz nahm Philippine 1786 in Hanau. Bis weit über ihren Tod hinaus zogen sich die damals beginnenden scharfen Auseinandersetzungen mit ihrem Stiefsohn Landgraf Wilhelm IX. hin und führten zu diplomatischen Verwicklungen zwischen Hessen-Kassel, Preußen und Russland. Zum Oberhofmeister wurde Georg Ernst Levin von Wintzingerode bestellt, dessen Erhebung in den Reichsgrafenstand sie 1794 erreichte und ihn nach dem Tod seiner ersten Frau im gleichen Jahr in morganatischer Ehe heiratete. 1792 nahm sie die Eroberung von Mainz durch die französische Revolutionsarmee zum Anlass, ihren Wohnsitz gegen den Willen Wilhelms IX. dauerhaft nach Berlin zu verlegen, nachdem sie einige Monate bei Wintzingerode auf dessen Stammschloss Bodenstein im Eichsfeld verbracht hatte. In Berlin lebte sie zunächst bei ihrer Schwester Prinzessin Ferdinand im Schloss Bellevue und bezog dann ein großzügiges Palais in der Behrenstraße 66, welches ihr Cousin König Friedrich Wilhelm II. ihr 1795 schenkte. Ihr zweiter Ehemann Wintzingerode stattete es aufwändig aus und Philippine etablierte in Berlin einen Nebenhof. Schon 1796 übertrug sie das Palais ihrem Mann, 1798 setzte sie ihn zum Alleinerben ein. Seit 1788 war die Nebenlinie Brandenburg-Schwedt im Mannesstamm erloschen, so dass Philippine mit ihren Schwestern und zwei Cousinen die Erbin des Allodialbesitzes ihrer Familie war, der so zu einem Fünftel an Wintzingerode fiel.

Sie starb 1800 an einem Schlaganfall. Wintzingerode ließ sie in der Gruft des Berliner Doms beisetzen. Ihr Sarkophag ist in den letzten Jahren aufwändig restauriert worden und heute in der Hohenzollerngruft zu besichtigen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolf v. Both/Hans Vogel: Landgraf Friedrich II. von Hessen-Kassel, Ein Fürst der Zopfzeit. München 1973.
  • Heinrich Jobst Graf v. Wintzingerode: Philippine von Preußen, Landgräfin von Hessen-Kassel – Eine Biographie. Magisterarbeit an der Humboldt-Universität zu Berlin 2005 (unveröffentlicht).
  • Heinrich Jobst Graf v. Wintzingerode: Recht tun behält sein Preis allzeit, Die Geschichte der Burg Bodenstein und der Herren von Wintzingerode. Großbodungen 2004.
  • Landesdenkmalamt Berlin/Dom zu Berlin (Hrsg.): Alle Erinnerung ist Gegenwart, Die Hohenzollerngruft und ihre Sarkophage. Berlin 2005.