Philippinische Kordilleren

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Die Existenz des Begriffs "Philippinische Kordilleren" ist zweifelhaft, noch schlimmer sieht's mit dem spanischen Ausdruck aus, der im Artikel genannt wird. --Matthiasb Blue ribbon.svg (CallMyCenter) 15:05, 28. Jun. 2012 (CEST)

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Philippinische Kordilleren
Topografische Karte mit den Gebirgszügen im Nordteil der Insel Luzón

Topografische Karte mit den
Gebirgszügen im Nordteil der Insel Luzón

Höchster Gipfel Pulag (2928 m)
Lage Luzón, Philippinen
Teil der Insel Luzón
Koordinaten 17° 0′ N, 121° 30′ O17121.52928Koordinaten: 17° 0′ N, 121° 30′ O

Die Philippinischen Kordilleren sind ein aus mehreren Gebirgsketten gebildetes Gebirge auf der Hauptinsel Luzón der Philippinen. Man unterscheidet die westliche Kordillere (Zambales-Berge), die mittlere Kordillere (Cordillera Central) und die östliche Kordillere (Sierra Madre). Die zwischen Sierra Madre und Cordillera Central gelegenen Caraballo-Berge sind der zentral gelegene Gebirgsknoten des Philippinischen Kordilleren.

Cordillera Central[Bearbeiten]

Die Cordillera Central ist das ausgedehnteste Bergland auf der Insel Luzon, es umfasst eine Fläche die ein Sechstel der Fläche der Insel Luzon ausmacht, das entspricht 18.300 km². Es entsteigt der großen Ebene Luzons und reicht bis an die Nordküste. Die Breite der Kordillere schwankt zwischen 60 und 90 Kilometer. Es verlaufen mehrere, kettenartige, fast parallel verlaufende Gebirgszüge in nord-südlicher Richtung. Es lassen sich drei Hauptketten unterscheiden: Auf die westliche Küstenkordillere (Malayakette) folgen die Zentralkordillere (Cordillera Central) und die Poliskette. Bei der im Westen verlaufende Malayakette liegen die größten Höhen um 1800 m im Vergleich zur Hauptachse des Berglandes, der Zentralkordillere, die Höhen von über 2700 m vorweist. Die weiter östlich verlaufende Poliskette mit den höchsten Erhebungen Luzons, dem Pulag (2922 m). Um den Pulag wurde 1987 der Mount Pulag National Park auf einer Fläche von 11.550 Hektar etabliert. Alle Gebirgsketten erfahren nach Norden hin eine Abdachung bis auf 1000 m im Küstenbereich, die höchsten Erhebungen befinden sich im Südteil. Im Westen begleitet ein schmales Vorland die Kordilleren, im Osten eine breitentwickelte Zone von flachabfallendem Hügelland mit Höhendifferenzen zwischen 300 und 500 m. Die Kordilleren sind dicht bewaldet und dehnen sich aus bis an den Cagayan. Der Cordillera Central entspringen zahlreiche Flüsse, wie der Agno, der Abra und der Rio Chico die am Berg Data ihre Quellen haben. Weitere große Flüsse sind der Abulug, der Amburayan und der Laoag. Im Tal des Magat-Rivers liegt der Magat-Stausee, er ist der größte Stausee der Cordillera Central und sein Wasserkraftwerk hat eine Leistung von 381 Megawatt.

Geologie Cordillera Central[Bearbeiten]

Die Cordillera Central bei Tinglayan

Die Zentralkordillere setzt sich aus Graniten, Ergussgesteinen, Sandsteinen, Schiefertonen und Kalken zusammen. Das Grundgebirge tritt in einem zentralen Streifen zutage, es besteht jedoch keine Klarheit über die tatsächliche Ausdehnung. Im Westen und Osten schließen sich weiträumig vulkanische Ablagerungen an, vor allem Andesite. In der Poliskette werden die Andesite im Osten von Sandsteinen überlagert. Ihnen sind an zahlreichen Stellen jungtertiäre Kalke aufgelagert, vor allem auf den Höhen und sind Reste einer viel weiter verbreiteten Decke. Die Malayakette hingegen ist vorwiegend porphyrisch; westwärts sind Sandsteine und Schiefertone angelagert. Es ergibt sich eine charakteristische Formenwelt in Abhängigkeit vom Gesteinsmaterial: a) Ergussgesteine: allgemein unregelmäßige Formen herrschen vor. Die Horizontlinien sind unregelmäßig und gezackt. b) Sedimentdecken: hier sind lange und ruhige Linien charakteristisch c) Kalkgebiete: bei Sagada herrschen jungtertiäre Kalke vor; auf Gebirgshöhen finden sich flache, plateauähnliche Formen, die Anlage fand in der morphologischen Frühzeit des Gebietes statt. In der Regenzeit führen diese zur Sumpfbildung. Den größten Flachformrest trägt die Zentralkordilliere auf Höhe des Berg Data und um Baguio. Anzeichen dafür, dass die Kordilleren relativ jung sind, sind Merkmale wie steile Hangformen und das Zurücktreten der Terrassenreste in den Tälern.

Caraballo-Berge[Bearbeiten]

Der Dalton-Pass in den Carballo-Bergen

Die Caraballo-Berge trennen die zentrale Luzon Ebene, in der der Pampanga fließt vom Cagayan-Tal. Man hat dieses kuppige, breitwinkelnde Bergland, welches Höhen von 1680 m erreicht, auch als zentralen Gebirgsknoten bezeichnet, da hier die Cordillera Central Nord-Luzons mit der Sierra Madre verknüpft ist. Die Caraballo-Berge bilden die Wasserscheide zwischen den Cagayan-Nebenflüssen und dem Pampanga der große Teile der Ebene von Mittel-Luzon hin zur Manila Bucht entwässert.

Ostkordillere (Sierra Madre)[Bearbeiten]

Blick vom Berg Oriod, 1188 m, auf die Sierra Madre östlich von Manila

Die von Nordosten heranstreichende Sierra Madre, biegt weiter südlich in Nordsüdrichtung um und wird nun als Ostkordilliere bezeichnet. Der höchste Berg der Sierra Madre ist der 1850 Meter hohe Berg Anacuao. Wie die Sierra Madre und der zentrale Gebirgsknoten, die Carballo-Berge, ist auch die Ostkordillere Luzons nur wenig erforscht. Grundgebirgsmaterial, Andesite und miozäne Kalke sind die wichtigsten Baustoffe. Die Höhe des Gebirges nimmt nach Süden allmählich ab, auch die Breite des Berglandes wird geringer. Südostwärts der Laguna de Bay kann man nur noch von einem Hügelland sprechen. Das bedeutendste Naturschutzgebiet in der Sierra Madre ist der Northern Sierra Madre Natural Park. Im Bereich der mittleren Sierra Madre befindet sich der Angat-Stausee, dem über 90 % des Trinkwassers für die Metropolregion Metro Manila entnommen wird.

Westkordillere (Zambales-Berge)[Bearbeiten]

Die Zambales-Berge bilden die Westfront der Philippinischen Kordilleren. Die Formen der Berge sind sehr unterschiedlich; im Norden, wo die Ausläufer in die den Golf von Lingayen im Westen begrenzende Halbinsel hineinziehen, sind weiträumige Verebnungen im tiefliegenden Flachhügelland. In der Breite von Lingayen beginnt das eigentliche Bergland, das sehr schnell Höhen von 1000 m erreicht. Die zentral gelegenen größten Erhebungen erreichen 2037 Meter am Berg Tapulao.

Klimatologie[Bearbeiten]

Auf den Philippinen herrscht ein tropisch maritimes Klima („schwüles Treibhausklima“), das durch hohe und konstante Durchschnittstemperaturen (20–30 °C), extreme Luftfeuchtigkeit und viele Niederschläge (10 bis 12 humide Monate) charakterisiert ist. Es wird vor allem vom Windregime des Monsun bestimmt, welches das Jahr grob in zwei hygrische Hälften teilt: Regenzeit und Trockenzeit. Von November bis April dominieren der relativ trockene Nordostmonsun und von Mai bis Oktober der feuchtere Südwestmonsun. Die mittleren Monatstemperaturen liegen im Flachland zwischen 25 °C im Dezember und Januar und 29 °C im Mai, dem heißesten Monat. Die jährlichen Niederschlagsmengen betragen 2000 mm/Jahr, wobei sie regional sehr stark variieren. Im Osten Nord-Luzons fallen etwa 3500 mm/Jahr, ohne eine richtige Trockenzeit. Im Westen werden jährlich 1500 bis 2000 mm gemessen. Am meisten regnet es dort zur Zeit des Südwestmonsuns (zwischen Mai und Oktober). Der Nordostmonsun (zwischen November bis April) führt eher trockene Luft heran.

Etwas differenzierter kann man in den Philippinischen Kordilleren drei verschiedene Jahreszeiten unterscheiden, wobei der Zyklus jedoch nicht immer konstant auftritt und die Höhenlage des Gebietes für die Temperaturverteilung verantwortlich ist: Die Regenzeit (Juni bis November), die kühle Trockenzeit (Dezember bis Februar) und die heiße Trockenzeit (März bis Mai). In der kühlen Trockenzeit fallen die Temperaturen im Hochland bei Baguio (1500 m Höhe) bis auf 6 Grad Celsius und in noch höheren Lagen können auch Bodenfröste entstehen.

Grobe Einteilung der Klimazonen der Philippinischen Kordilleren:

  • Westküste Zambales-Berge: Typisches Südostasiatisches Monsunklima mit einer langen Trockenzeit

von November bis Mai und einer intensiven Regenzeit von Juni bis Dezember.

  • Landesinnere Cagayan Tal: Kurze Trockenzeit von März bis Mai und wenig intensive Regenzeit

von Juni bis Februar.

  • Ostküste Sierra Madre: Keine ausgeprägte Trockenzeit, am meisten Regen fällt von November

bis Januar.

Nationalparks und Schutzgebiete in den Philippinischen Kordilleren[Bearbeiten]

Mount Pulag National Park, Northern Sierra Madre Natural Park, Mount-Data-Nationalpark, Balbalasang-Balbalan National Park, Angat Watershed Forest Reserve, Tirad-Pass-Nationalpark mit der nationalen Gedenkstätte zu Ehren von Gregorio del Pilar, Kalbario-Patapat National Park, Peñablanca Protected Landscape & Seascape, Cassamata Hill National Park, Fuyot Spring National Park, Minalungao National Park, Bangan Hill National Park, Salinas Natural Monument, Bessang Pass Natural Monument, Pamitinan Protected Landscape, Marikina Watershed Forest Reserve

Vulkanische Aktivitäten[Bearbeiten]

In den Philippinischen Kordilleren gibt es nur zwei als tätig beschriebene Vulkane. Der Pinatubo brach zuletzt im Zeitraum von 1991 bis 1995 aus und der 1135 Meter hohe Cagua, im Norden der Sierra Madre, der 1860 zuletzt ausbrach. Drei weitere Vulkane werden als potenziell Aktiv bezeichnet, der Mariveles, der Natib und der Patoc.

Kultur[Bearbeiten]

In dem Gebiet, das weitgehend mit dem Regierungsbezirk Cordillera zusammenfällt, leben eine Vielzahl indigener Stämme, wie zum Beispiel die Igorot, Ifugao, Ibaloi. Die Ibaloi hatten bis zu ihrer Christianisierung eine einzigartige Technik, ihre bedeutenden Gesellschaftsmitglieder zu mumifizieren, sie sind als Kabayan-Mumien bekannt geworden. Im zentralen Gebirgsstock der Cordeliera Central finden sich einige der ältesten kulturellen Zeugnisse des Menschen auf dem Gebiet der Philippinen: die Petroglyphen von Bontoc sind als nationales kulturelles Erbe der Philippinen eingestuft worden.[1] Die zentrale und östliche Kordillere beherbergen bedeutende archäologische Grabungsstätten, die zusammenfassend als archäologische Ausgrabungsstätten im Cagayan Valley bezeichnet werden und eine Neubewertung der Besiedlungsgeschichte des Inselarchipels ermöglichten.

Die bekanntesten Städte der Cordillera Central sind Banaue und Baguio. Berühmt sind die bei Banaue gelegenen Reisterrassen, die zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören.

Die Spanier konnten in der Kolonialzeit ihre Herrschaft in dem schwer zugänglichen Gebiet nicht durchsetzen. Nach der Unabhängigkeit setzte sich das Unverständnis zwischen der Zentralregierung und den Igorot fort, führte zur Bildung der Widerstandsbewegung Cordillera People’s Democratic Front (CPDF) und zu gewaltsamen Vorfällen.

Galerie[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://whc.unesco.org/en/tentativelists/5018/