Philips van Marnix

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Philips van Marnix de St. Aldegonde

Philips van Marnix, Heer von Mont Saint Aldegonde (* 1540 in Brüssel; † 15. Dezember 1598 in Leiden) war ein niederländischer Schriftsteller, Offizier und Politiker.

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Marnix stammte aus einer adeligen Familie aus Brüssel. Sein Vater war Jacob van Marnix, Baron von Pottes. Er studierte unter anderem in Genf bei Johannes Calvin und Théodore de Bèze. Nach Abschluss seines Studiums kehrte Marnix 1560 voller Hass gegen die spanische Herrschaft nach Brüssel zurück.

Armoiries Philippe de Marnix.svg

1566 verfasste er die Kompromissakte, in der Mitglieder des niederen Adels Glaubens- und Kulturfreiheit forderten und gegen die Einführung der Inquisition Einspruch einlegten. Aber schon im darauffolgenden Jahr musste er vor den spanischen Truppen unter Herzog von Alba fliehen und er ging ins Exil nach Deutschland. Ihm folgte der Anhang Wilhelms I. von Oranien-Nassau, dem er später bei der Gründung des niederländischen Staates behilflich war.

1570 wurde Marnix zum Berater Wilhelms von Oranien berufen. Mehrere diplomatische Missionen führten ihn im Auftrag seines Dienstherrn unter anderem nach Paris und London. Bei einem dieser Aufträge wurde er 1573 von den Spaniern verhaftet und in Maaslandsluys eingekerkert. Doch schon ein Jahr später konnte er ausgetauscht werden.

1583 wurde er zusätzlich noch mit dem Amt des Bürgermeisters von Antwerpen betraut. Als solcher wollte er zusammen mit den Naturwissenschaftlern Simon Stevin, Daniel Heinsius, Caspar van Baerle und den Schriftstellern Karel van Kampen und Joost van den Vondel die Rederijkers (Rederijkerkammer) wieder aufleben lassen. Nach der monatelangen Belagerung der Stadt durch die von Alessandro Farnese geführten spanischen Truppen musste er ihm am 17. August 1585 die Stadt übergeben.

Marnix wird auch die Urheberschaft am Text des Wilhelmus, der Nationalhymne der Niederlande, nachgesagt.

Im Alter von 58 Jahren starb Philips van Marnix am 15. Dezember 1598 in Leiden.

Werke[Bearbeiten]

  • Edgar Quinet (Hrsg.): Œuvres. Paris 1854.

Literatur[Bearbeiten]

  • J. J. Kuipers: Philips van Marnix. Kuipers, Antwerpen 1998.
  • Wilhelmus A. Ornée: De in het Nederlands proza en de poëzie van Philips van Marnix, heer van St. Aldegonde. Een syntactisch-stilistische Analyse. Thieme, Zutphen 1955 (zugl. Dissertation, Universität Groningen 1955).
  • Inge Schoups: Philips van Marnix van Sint Adelgonde. Edition Pandora, Antwerpen 1998, ISBN 90-5325-103-0.
  • C. E. H. J. Verhoef: Philips van Marnix, heer van Sint Aldegonde. Edition Heureka, Weesp 1985, ISBN 90-6262-192-9.
  • Karl Theodor Wenzelburger: Marnix, Philipp von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 20, Duncker & Humblot, Leipzig 1884, S. 397–400.

Weblinks[Bearbeiten]