Phoenix-See

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Phoenix-See
Phoenix-See mit Bebauung am Westufer, Stand Juni 2014
Phoenix-See mit Bebauung am Westufer, Stand Juni 2014
Geographische Lage Nordrhein-Westfalen
Städte am Ufer Dortmund
Daten
Koordinaten 51° 29′ 24″ N, 7° 30′ 36″ O51.497.51Koordinaten: 51° 29′ 24″ N, 7° 30′ 36″ O
Phoenix-See (Nordrhein-Westfalen)
Phoenix-See
Fläche 24 ha[1]
Maximale Tiefe 4,0 m[1]
Mittlere Tiefe 2,8 m[1]
Blick auf Phoenix-Ost vom Florianturm
Links das Stahlwerk im Juli 2000, rechts das geräumte Areal im August 2010
Planskizze des Phoenix-Sees mit Umbauung, 2006
Phoenixsee während der Flutung, Oktober 2010
Phoenix-See mit Bebauung am Nordufer, Juni 2014

Der Phoenix-See ist ein künstlich angelegter See auf dem ehemaligen Stahlwerksareal Phoenix-Ost im Dortmunder Ortsteil Hörde.

Das Projekt[Bearbeiten]

Der Phoenix-See mit dem umliegenden Areal ist ein Wohn- und Naherholungsgebiet mit Wohn- und Gewerbebebauung. Verantwortlich für Planung und Bau sind die Phoenix-See Entwicklungsgesellschaft, welche eine Tochtergesellschaft der Dortmunder Stadtwerke ist, die Emschergenossenschaft sowie die Stadt Dortmund. Standort ist das Gelände der ehemaligen Hermannshütte in Dortmund-Hörde. Der Phoenix-See ist zudem ein Baustein bei der Renaturierung der Emscher. Seine zweckbauliche Gestaltung als Regenwasserrückhaltebecken mit Zu-, Über- und Abläufen schützt flussabwärts liegende Wohn- und Gewerbebebauung am Ufer der Emscher vor einer Hochwasserwelle. Am Mönchsbauwerk im Hafenbecken kann das zusätzliche Regenwasser nach einem Hochwasserereignis zeitversetzt und kontrolliert wieder in die Emscher eingeleitet werden.[2] Bei Bedarf kann der See bei Normalpegel zusätzlich bis zu 360 000 Kubikmeter Regenwasser aufnehmen.[3] Zusammen mit dem rund zwei Kilometer westlich liegenden und 110 Hektar großen Technologiepark Phoenix-West und dem nördlich gelegenen 60 Hektar großen Phoenix-Park soll der See das ehemals von Schwerindustrie geprägte Bild Hördes verändern.

Der künstliche Flachwassersee hat eine Länge von 1230 Metern, eine maximale Breite von 310 Metern und eine Tiefe von über vier Metern. Die Fläche beträgt etwa 24 Hektar und das Fassungsvermögen etwa 600.000 m³. Geplant ist eine überwiegend eigenheimorientierte Wohnbebauung mit etwa 1.200 Einheiten auf rund 26 Hektar an den meist terrassierten Uferzonen. Gastronomie und Freizeiteinrichtungen an einer 3,2 Kilometer langen Uferpromenade sollen 5.000 Arbeitsplätze schaffen.[4] Das Gesamtareal von 98 Hektar Größe hat die Stadt Dortmund der Thyssen Krupp Stahl AG für ca. 15 Mio. Euro abgekauft. Für die Umgestaltung der Industriebrache wurden ursprünglich 186 Mio. Euro veranschlagt.

Fast 360° Panorama des fertigen Sees vom Südufer aus gesehen, Mai 2011

Bau und Nutzung[Bearbeiten]

Die Aushubarbeiten für den See begannen im September 2006. Insgesamt wurden rund 2.500.000 m³ Bodenaushub über die Trasse der ehemaligen Eliasbahn zur Landschaftsmodellierung an den Standort Phoenix-West transportiert.

Zwischenzeitlich ruhten die Arbeiten. Zum einen mussten die Ufergrundstücke überprüft werden, da das Gebiet einmal Bergbaugebiet war. Mit mehreren Tausend Bohrungen wurden Bodenlockerungen und Bergbauhohlräume im Gelände aufgespürt und mit Füllmaterial neutralisiert. Zum anderen kam es zu Streitigkeiten um die Vergabe der Aufträge vor der Arnsberger Vergabekammer.

Kritische Stimmen warnen vor der drohenden Gentrifizierung des traditionellen Arbeiterortes Dortmund-Hörde durch das ehrgeizige Projekt, weil durch die Ansiedlung höherer Einkommensschichten im Neubaugebiet das auch im Ortskern zu erwartende steigende Mietniveau zu Verdrängungen der Altbürger führen könnte.

Am 18. Dezember 2009 wurde in Dortmund-Hörde das renaturierte, 1,3 Kilometer lange oberirdische Bett der Emscher geflutet. Nachdem die Emscher an dieser Stelle über 100 Jahre verrohrt etwas tiefer unter der Hermannshütte floss, strömt nun sauberes Wasser durch ein naturnah gestaltetes, leicht mäanderndes neues Flussbett, eingefasst durch eine bis 50 Meter breite Auenfläche, parallel zum Nordufer des entstehenden Phoenix-Sees. Der Verkauf der Ufergrundstücke hat 2009 begonnen, seit 2011 können diese bebaut werden; man rechnet mit dem Abschluss der gesamten Wohnbebauung jedoch nicht vor 2015.[5]

Der Beginn der Flutung des Sees war zunächst für Anfang 2007 vorgesehen. Nachdem der Termin bereits auf Ende 2009 verschoben wurde, fanden sich im Januar 2009 weitere massive Betonfundamente im Boden, die die Aushubarbeiten erheblich verzögerten. Die Flutung des Sees begann am 1. Oktober 2010. Bereits vor diesem Termin hatten sich kleinere Flächen am Seegrund durch Grundwasser gefüllt. Am 9. Mai 2011 wurde der Seeuferbereich für die Öffentlichkeit freigegeben. Die wassersportliche Nutzung für kleinere Segelboote und motorlose Sportboote (außer Schlauchboote) wurde am 1. April 2012 begonnen, Baden ist nicht erlaubt. Die Wasserqualität ist gut: Es konnten keine erhöhten Werte an Schadstoffen, Schwermetallen oder anderen Rückständen der industriellen Vergangenheit nachgewiesen werden. Am 1. Oktober 2013 wurde der Phoenix-See von der Phoenix See Entwicklungsgesellschaft an die Stadt Dortmund übergeben. Vor der Übergabe mussten einige Voraussetzungen erfüllt sein, die von der Phoenix See Entwicklungsgesellschaft erledigt wurden: Der See musste vollständig geflutet sein und die Wasserqualität musste strikte Vorgaben der Planfeststellung erfüllen.

Panorama[Bearbeiten]

Bebauung des Nordufers des Sees im November 2012
Panoramablick auf den zukünftigen Phoenix-See von der Aussichtsplattform des Infopoints, April 2009

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Phoenix-See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Klaus van de Weyer, Georg Sümer, Heinz Hueppe, Andreas Petruck: Das Konzept PHOENIX See: Nachhaltiges Management von Makrophyten-Massenentwicklungen durch eine Kombination nährstoffarmer Standortbedingungen und Bepflanzung mit Armleuchteralgen (PDF), abgerufen am 20. Juni 2014.
  2. Unwetterfolgen: Emscher hat ihre Feuertaufe noch nicht hinter sich vom 22. August 2011 in den Ruhr Nachrichten, abgerufen am 20. Juni 2014.
  3. Noch staubt's heftig auf dem See-Grund vom 31. Juli 2007 aus der WAZ, abgerufen am 20. Juni 2014.
  4. Lebenswert - der PHOENIX See für Dortmund auf phoenixdortmund.de, abgerufen am 20. Juni 2014
  5. Milliarden-Projekt: Das Bett der Emscher wurde geflutet vom 18. Dezember 2009 in den Ruhr Nachrichten, abgerufen am 20. Juni 2014.