Phosphor(II)-iodid

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Strukturformel
Struktur von Phosphor(II)-iodid
Allgemeines
Name Phosphor(II)-iodid
Andere Namen
  • Diphosphortetraiodid
  • Tetraioddiphosphan
  • Tetraioddiphosphin
Summenformel P2I4
CAS-Nummer 13455-00-0
PubChem 83484
Kurzbeschreibung

hellrote Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 569,57 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

125,5 °C[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
05 – Ätzend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314
P: 280​‐​305+351+338​‐​310 [2]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34​‐​37
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
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Phosphor(II)-iodid ist eine chemische Verbindung mit der Summenformel P2I4. Sie besteht aus zwei Phosphoratomen in der Oxidationsstufe +2, die über eine Einfachbindung miteinander verbunden sind. Jedes Phosphoratom besitzt des Weiteren zwei Bindungen zu Iodatomen.

Darstellung[Bearbeiten]

Phosphor(II)-iodid kann aus den Elementen gewonnen werden. Hierzu wird weißer Phosphor mit elementarem Iod zur Reaktion gebracht.[1]

\mathrm{P_4\ +\ 4\ I_2\longrightarrow\ 2\ P_2I_4}

Weitere Möglichkeiten sind die Iodierung von Phosphan[1] und die Iodierung von Phosphortrichlorid mit Kaliumiodid.[4]

\mathrm{8\ PH_3\ +\ 5\ I_2\longrightarrow\ P_2I_4\ +\ 6\ PH_4I}
\mathrm{PCl_3\ +\ 3\ KI\longrightarrow\ PI_3\ +\ 3\ KCl}

Eigenschaften[Bearbeiten]

Phosphor(II)-iodid ist eine bei Raumtemperatur feste Verbindung, die bei 125,5 °C schmilzt. Phosphor(II)-iodid reagiert mit Brom zu einer Mischung aus Phosphortriiodid, Phosphortribromid und den gemischten Halogeniden PBr2I und PBrI2.[5]

Verwendung[Bearbeiten]

Phosphor(II)-iodid kann zur Synthese von Aziridinen aus Aminoalkoholen benutzt werden.[6]

Des Weiteren wird es zur Herstellung von Nitrilen aus Carbonsäuren eingesetzt.[7]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Arnold F. Holleman, Nils Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie, 101. Auflage, de Gruyter, Berlin 1995, ISBN 3-11-012641-9.
  2. a b c Datenblatt Diphosphorus tetraiodide bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 19. April 2011 (PDF).
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. H. Suzuki, T. Fuchita, A. Iwasa, T. Mishina: Diphosphorus Tetraiodide as a Reagent for Converting Epoxides into Olefins, and Aldoximes into Nitriles under Mild Conditions, in: Synthesis, 1978, 12, S. 905–908; doi:10.1055/s-1978-24936.
  5. A. H. Cowley, S. T. Cohen: The Iodides of Phosphorus. II. The Reaction of Bromine with Diphosphorus Tetraiodide, in: Tetrahedron Letters, 1965, 4, S. 1221–1222; doi:10.1021/ic50030a029.
  6. H. Suzuki, H. Tani: A mild cyclization of 2-aminoalcohols to aziridines using diphosphorus tetraiodide, in: Chemistry Letters, 1984, 13, S. 2129–2130; doi:10.1246/cl.1984.2129.
  7. V. N. Telvekar, R. A. Rane: A novel system for the synthesis of nitriles from carboxylic acids, in: Tetrahedron Letters, 2007, 48, S. 6051–6053; doi:10.1016/j.tetlet.2007.06.108.