Phragmipedium

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Phragmipedium
Phragmipedium caudatum

Phragmipedium caudatum

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Orchideen (Orchidaceae)
Unterfamilie: Cypripedioideae
Gattung: Phragmipedium
Wissenschaftlicher Name
Phragmipedium
Rolfe

Die Frauenschuhgattung Phragmipedium (fʀagmɪ'peːdɪʊm) der Pflanzenfamilie der Orchideen (Orchidaceae) besteht aus 24 Arten. Sie wachsen in Mittel- und Südamerika. Sie unterscheidet sich von den verwandten Gattungen Paphiopedilum und Cypripedium durch den dreizelligen Fruchtknoten, von der Gattung Selenipedium durch den abweichenden Pflanzenaufbau und von der Gattung Mexipedium durch den deutlich größeren Wuchs.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Arten der Gattung Phragmipedium umfassen ausdauernde, krautige Pflanzen. Das Wachstum erfolgt sympodial, der einzelne Spross schließt sein Wachstum mit dem Blütenstand ab und treibt aus einer basal liegenden Erneuerungsknospe aus. Der Spross ist zweizeilig mit ledrigen Laubblättern besetzt. Diese sind längs der Mittelrippe gefaltet und umschließen mit dem Blattgrund den Spross. Zwischen Blattgrund und Blattspreite gibt es kein Trenngewebe.

Der traubige oder wenig verzweigte Blütenstand erscheint endständig. Die Blütenstandsachse ist in Abständen mit einigen Hochblättern besetzt. Die Blüten öffnen sich gleichzeitig oder nacheinander. Die beiden seitlichen Sepalen sind miteinander verwachsen, sonst sind die Blütenblätter frei. Die Petalen sind bei einigen Arten stark verlängert, so können sie bei Phragmipedium caudatum 75 cm Länge erreichen. Die Lippe ist sackartig geformt, die Ränder nach Innen gebogen. Die Säule trägt zwei fruchtbare, rundliche Staubblätter und ein unfruchtbares, zu einem schildförmigen Staminodium umgeformtes. Die drei Narben sind zu einer Fläche verwachsen.

Systematik und botanische Geschichte[Bearbeiten]

Die erste beschriebene Art dieser Gattung wurde im Jahr 1846 von John Lindley als Uropedium lindenii beschrieben. Da sich die Begründung der neuen Gattung auf eine ‚monströse’ Art ohne schuhförmige Lippe bezog, wurde später der von Robert Allen Rolfe im Jahr 1896 aufgestellte Gattungsname Phragmipedium anerkannt und als "nomen conservandum" festgelegt. Als Synonym besteht die im Jahr 1901 von Rolfe benutzte orthographische Variante Phragmopedilum.

Die Gattung kommt von Südmexiko über Mittelamerika, Kolumbien, Venezuela bis nach Brasilien und Bolivien vor und umfasst, je nach Einschätzung, etwa zwanzig gültige Arten:[1]

Bisher sind nur wenige Naturhybriden bekannt:

  • Phragmipedium × roethianum (Phragmipedium hirtzii × Phragmipedium longifolium)
  • Phragmipedium × merinoi (Phragmipedium boissierianum var. reticulatum × Phragmipedium pearcei) :[2]
  • Phragmipedium × colombianum (Phragmipedium manzurii × Phragmipedium schlimii)

Bildergalerie[Bearbeiten]

Belege[Bearbeiten]

Die Informationen dieses Artikels stammen überwiegend aus:

  •  Leslie A. Garay: 225 (1). Orchidaceae (Cypripedioideae, Orchidoideae and Neottioideae). In: Gunnar Harling, Benkt Sparre (Hrsg.): Flora of Ecuador. 9, 1978, ISSN 0347-8742, S. 14–24.

Darüber hinaus werden zitiert:

  1. World Checklist of Phragmipedium. In: The Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew.
  2. Olaf Gruß: Phragmipedium x merinoi, eine neue Naturhybride aus Ekuador. In: Die Orchidee. 61(3): 151; 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Phragmipedium – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien