Phrataphernes

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Phrataphernes (griech.: Φραταφέρνης) war unter dem letzten achämenidischen Perserkönig Dareios III. ein Satrap von Parthien und Hyrkanien im Nordosten des heutigen Iran. Nach dem Sturz des Dareios durch Alexander den Großen erhielt er seine alte Position zurück und war einer von dessen treuesten Gefolgsleuten.

Leben[Bearbeiten]

Phrataphernes unterstützte Dareios mit Truppen im Krieg gegen Alexander den Großen und kämpfte in der Schlacht von Gaugamela, wo er die Parther, Hyrkaner und Topeirer befehligte[1]. Er unterwarf sich aber nach dem Tod des Dareios den Eroberern und wurde von Alexander als Satrap bestätigt. 330 v. Chr. unterstützte er Alexander, als dieser die Rebellion des Satibarzanes in der benachbarten Provinz Areia niederwarf. Im Winter 327/328 händigt er Arsakes (den Nachfolger und Rivalen von Satibarzanes) und andere Aufständische Alexander in Nautaka aus und erhält den Befehl, den aufständischen Satrapen Autophradates gefangenzunehmen. 328 v. Chr. hielt er sich bei Alexander in Balch, der Hauptstadt Baktriens, auf. In der Folge erhoben sich die Marder und Tapurer gegen Alexander, der Phrataphernes mit der Niederschlagung des Aufstandes beauftrage, eine Aufgabe, die er mit Erfolg ausführte[2]. Daraufhin beteiligte sich Phrataphernes an Alexanders Zug nach Indien, doch kehrte er offenbar relativ bald nach Parthien zurück, da er von hier Proviant und Nachschub nach Gedrosien in Marsch setzte, wo Alexander einen mühseligen Wüstenmarsch unternahm. Danach taucht Phrataphernes erst wieder nach Alexanders Tod 323 v. Chr. in den Quellen auf; auch dessen Nachfolger, die Diadochen, bestätigten ihn in der Reichsordnung von Babylon in seiner Position als Satrap. Er starb offenbar noch vor 320 v. Chr., da in diesem Jahr auf der Konferenz von Triparadeisos, Parthien an Philippos, bis dahin Herrscher in Sogdien, vergeben wurde.[3]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Josef Wiesehöfer, Artikel Phrataphernes in Der Neue Pauly, Brill, Leiden
  2. Johann Gustav Droysen: Geschichte des Hellenismus. Tübingen 1952/1953, Band 1, S. 278-314
  3. Geschichte Macedoniens und der Reiche: Von der Urzeit bis zum Untergange des Persisch-macedonischen Reiches, 1832, Johann Ludwig Ferdinand Flathe, Verlag J. A. Barth, 1832, Seite 458