Thailändische Adelstitel

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Thailändische Adelstitel zeigen die Position einer Person innerhalb der thailändischen Gesellschaft.

In der Anwesenheit des Königs hat jedweder Titel zwar keinerlei Bedeutung, allerdings entstand im Laufe der Zeit eine fein abgestufte soziale Organisation, so dass sich die tief verwurzelte Gewohnheit der Furcht und Gehorsamkeit zu einer Ehrfurcht vor jeglicher Form der Autorität entwickelt hat. Dieses spiegelt sich noch heute in der thailändischen Sprache wider, in der es je nach sozialer Gruppe, mit der kommuniziert wird, fünf verschiedene Stufen gibt.

Da die königliche Familie äußerst weitläufig ist − es soll über 130 Seitenzweige geben − gibt es selbst unter den Thailändern viele, die die komplexen Abstufungen nicht überblicken. Ein bestimmter Adelstitel kann nicht nur einfach vor oder hinter dem Namen positioniert werden, er kann auch so aufgeteilt werden, dass sich der Name irgendwo in der Mitte befindet. Der König hat das Recht, jeden Titel jedem beliebigen Untertanen zu verleihen, ohne auf Regeln Rücksicht nehmen zu müssen.

Das System der thailändischen Adelstitel kann die feinen Abstufungen der Ränge innerhalb des Königshauses genau darstellen. Da es viel komplexer ist als die Systeme in europäischen Ländern, ist es oft schwierig, eine angemessene Übersetzung in europäischen Sprachen zu finden. Seit der Regierungszeit von König Mongkut (Rama IV.) gibt es Bestrebungen, korrekte englische Worte für thailändische Titel zu finden. Diese können jedoch nicht die feinen Nuancen der Beziehung der betreffenden Person zum König wiedergeben.

Der König[Bearbeiten]

Die Namen der thailändischen Könige sind gewöhnlich sehr lang und können verschiedene Formen haben. Grundsätzlich gilt, dass der Name des Königs länger sein muss als der Name irgendeines Untertanen im Reich. Es können zwei Titel für einen König benutzt werden:

  • Phrabat Somdet Phra Chao Yu Hua (พระบาทสมเด็จพระเจ้าอยู่หัว - gesprochen: [pʰrábàːt sǒmdèt pʰráʔ ʨâːw jùː hǔːa]) ist der normale Titel, wie er von thailändischen Königen nach ihrer Krönung benutzt wird. Es gibt dabei zwei Möglichkeiten:
    • Er kann vor dem Namen des Königs stehen: „Phrabat Somdet Phra Chao Yu Hua Bhumibol Adulyadej“. Diese Möglichkeit ist weniger formell als die zweite:
    • Der Titel kann über den gesamten Namen aufgeteilt werden, wobei auch das „Phra Chao Yu Hua“ abgeändert oder weggelassen werden kann: „Phrabat Somdet Phra Paraminthara Maha Bhumibol Adulyadej“, oder „Phrabat Somdet Phra Paraminthara Maha Prajadhipok Phra Pokklao Chaoyuhua“.
  • „Somdet Phra Chao Yu Hua“ (สมเด็จพระเจ้าอยู่หัว) ist auf einen König beschränkt, dessen offizielle Krönungszeremonie noch nicht stattgefunden hat. Dieser Titel ist gewöhnlich dem Namen des Königs vorangestellt, da er noch keinen zeremoniellen Namen verliehen bekommen hat.

Die Königin[Bearbeiten]

Das Konzept einer Königin wurde zuerst von König Chulalongkorn (Rama V.) eingeführt. Alle Titel einer Königin enthalten das Wort Rachini, es kann immer nur eine Rachini geben. Der verwendete Titel hängt vom Status der jeweiligen Königin ab.

  • Somdet Phra Borommarachini (สมเด็จพระบรมราชินี) ist der Titel einer Königin, die nie als Regentin tätig war. Der König verlieh Königin Sirikit diesen Titel bei seiner Krönung. Sie hieß zu jener Zeit Somdet Phra Nangchao Sirikit Phra Borommarachini.
  • Somdet Phra Rachini (สมเด็จพระราชินี) ist der Titel der angesehensten der königlichen Ehefrauen, die noch nicht gekrönt wurde. Königin Sirikit hielt den Titel „Somdet Phra Rachini Sirikit“ sieben Tage lang bis zur Krönung von König Bhumibol.

Königinnen in der Ayutthaya-Periode hielten Somdet Phra zusätzlich zu ihrem Namen als Titel, beispielsweise Somdet Phra Si Suriyothai (สมเด็จพระศรีสุริโยทัย).

Weitere Ehefrauen eines Königs[Bearbeiten]

Ehefrauen eines Königs, die keine königliche Abstammung vorweisen können, erhalten den Titel Chao Chom (เจ้าจอม). Haben sie dem König ein Kind geboren, wird ihr Titel zu Chao Chom Manda (เจ้าจอมมารดา) erweitert.

Prinzen und Prinzessinnen[Bearbeiten]

Die Nachkommenschaft des Herrschers wird insgesamt Luk Luang (ลูกหลวง - Königliche Kinder) genannt, die folgende Generation Lan Luang (หลานหลวง - Königliche Enkel). Kommunikation mit dieser Gruppe bedarf einer speziellen Sprache, die allerdings nicht so kunstvoll ist, als spräche man mit einem König.

Es gibt − etwas vereinfacht dargestellt − drei verschiedene Stufen, die weiter unterteilt werden:

  • Der Titel Chao Fa (เจ้าฟ้า, [ʨâːw fáː]) ist den Kindern eines Königs oder einer Königin vorbehalten. Prinzen des Chao-Fa-Ranges bekommen ansehnliche geldliche Unterhaltszahlungen und genießen gehobene Privilegien. Es leben derzeit nur drei Chao Fa:
Anmerkungen:
Prinzessin Ubol Ratana (*1951), die älteste Tochter von König Bhumibol Adulyadej, verlor ihren Chao-Fa-Titel, als sie Peter Ladd Jensen heiratete.
Prinzessin Galyani Vadhana (1923–2008), ältere Schwester von König Bhumibol Adulyadej, starb am 2. Januar 2008.
Prinzessin Bejaratana Rajasuda (1925–2011), Tochter von König Vajiravudh (Rama VI.), starb am 27. Juli 2011.
  • Phra Ong Chao (พระองค์เจ้า, [pʰráʔ ʔoŋ ʨâːw]) haben ebenfalls beachtliche Privilegien und bekommen ansehnliche Unterhaltszahlungen. Den Phra-Ong-Chao-Titel gibt in verschiedenen Abstufungen abhängig vom Status ihrer Eltern:
    • Phra Chao Borommawong Thoe Phra Ong Chao (พระเจ้าบรมวงศ์เธอ พระองค์เจ้า) sind Kinder eines Königs mit einer Ehefrau, welche als Nicht-Adelige geboren und nicht zur Königin gekrönt wurde (Chao Chom),
    • Phra Chao Worawong Thoe Phra Ong Chao (พระเจ้าวรวงศ์เธอ พระองค์เจ้า, [pʰráʔ ʨâːw wɔːráwoŋ tʰɤː pʰráʔ ʔoŋ ʨâːw]) sind im Allgemeinen die Enkel eines Königs, und
    • Phra Worawong Thoe Phra Ong Chao (พระวรวงศ์เธอ พระองค์เจ้า). Sie können sein:
      • Mom Chao (siehe unten), denen der König aus Anerkennung eine höhere Stufe zuerkennt. Als Beispiel sei genannt: Phra Worawong Thoe Phra Ong Chao Nakkhatra Mangala Kromma Muen Chanthaburi Suranat, der Vater von Königin Sirikit, welcher als Mom Chao Nakkhatra Mangala Kitiyakara geboren wurde. Dieser Titel ist nicht auf die eigenen Kinder übertragbar.
      • Kinder von Somdet Chao Fa, deren Großmütter Königinnen von König Chulalongkorn (Rama V.) waren, erhielten von König Prajadhipok (Rama VII.) die Erlaubnis, diesen Titel zu führen, obwohl ihre Mütter bürgerlicher Herkunft waren. Als Beispiel sein genannt Phra Worawong Thoe Pra Ong Chao Bhumibhol Adulyadej, der derzeitige König, der Sohn von „Somdet Phra Borommawong Thoe Chao Fa Kromma Luang Songkhla Nakharin“ und „Mom Sangwan“, der späteren „Somdet Phra Srinagarindra Borommaratchachonnani“, welche eine Bürgerliche war.
Derzeit gibt es neben einigen lebenden Enkeln von König Chulalonkorn mindestens sieben Phra Ong Chao:
  • Prinzessin Bajrakitiyabha (* 1978), Tochter des Kronprinzen Maha Vajiralongkorn mit Prinzessin Soamsavali,
  • Prinzessin Siriwannawari (* 1987), Tochter des Kronprinzen mit Mom Yuvadhida,
  • Prinz Dipangkara (* 2005), Sohn des Kronprinzen mit Prinzessin Srirasmi,
  • Prinzessin Siribhachudhabhorn (* 1982), Tochter von Prinzessin Chulabhorn Walailak und Air Vice Marshal Virayudh,
  • Prinzessin Adityadhornkitikhun (* 1984), Tochter von Prinzessin Chulabhorn Walailak und Air Vice Marshal Virayudh,
  • Prinzessin Srirasmi (* 1971), Ehefrau des Kronprinzen,
  • Prinzessin Soamsavali (* 1957), vorherige Ehefrau des Kronprinzen
  • Mom Chao werden nach männlichen (Mom Chao - หม่อมเจ้า) und weiblichen (Mom Chao Ying - หม่อมเจ้าหญิง) Inhabern unterschieden (abgekürzt in Thai als ม.จ.). Es ist die Bezeichnung der untersten Stufe, welche zwar nicht mehr als „Prinz“/„Prinzessin“, aber immer noch als königlich gilt. Ihnen wird nur eine relativ kleine Pension zugestanden, sie fangen ihre Beamten-Laufbahn meist als königliche Pagen an. Sie sind entweder
    • Kinder eines/einer Chao Fa und eines/einer Bürgerlichen, oder
    • Kinder eines/einer Phra Ong Chao.
Sie werden informell mit Than Chai... (männlich - ท่านชาย...) bzw. Than Ying... (weiblich - ท่านหญิง...) angeredet.
Gegen Ende des 20. Jahrhunderts lebten etwa 150 Mom Chao: Enkel und Urenkel von König Chulalongkorn (Rama V.), Enkel und Urenkel von König Mongkut (Rama IV.) sowie Enkel des letzten Maha Uparat. Heute leben nur noch wenige Dutzend.

Die Urenkel eines Königs haben keinen königlichen Rang mehr, sie dürfen allerdings den Titel Mom Ratchawong tragen, welcher nicht in europäische Sprachen übersetzbar ist. Ur-Urenkel tragen den Titel Mom Luang. Die folgenden Generationen königlicher Nachkommen haben keinen Titel mehr, dürfen aber ein Na Ayutthaya an ihren Namen anhängen.

Siehe auch: Hoheit (Adelsprädikat)

Bürgerliche Titel[Bearbeiten]

Weit entfernte königliche Nachkommen werden als „Bürgerliche“ angesehen. Sie dürfen allerdings ihrem Namen Zusätze hinzufügen, die darstellen, dass ihre Abstammung auf einen König zurückgeführt werden kann.

  • Mom Rajawongse (หม่อมราชวงศ์, in Thai als ม.ร.ว. abgekürzt, in lateinischer Darstellung als M.R., gesprochen: [mòm râːʧa-woŋ]) ist ein Titel von Kindern eines männlichen Mom Chao. Informell werden sie als Khun Chai ... (für männliche Inhaber - คุณชาย...) bzw. Khun Ying... (für weibliche Inhaber - คุณหญิง...) angesprochen. Khun Ying ist auch ein formeller Titel für verheiratete bürgerliche Frauen, die einen Orden von mindestens „Chulachomklao (vierter Klasse)“ verliehen bekommen haben. Sie wurden in europäischen Sprachen manchmal „Prinz“ oder „Prinzessin“ genannt, heutzutage wird aber der korrekte Titel „Mom Ratchawong“ verwendet.
  • Mom Luang (หม่อมหลวง, in Thai als ม.ล. abgekürzt, in lateinischer Darstellung als M.L.) sind die letzten Nachkommen eines Königs, die einen Titel führen dürfen. Mom-Luang-Titel werden Kindern von männlichen Mom Rajawongse. Informell werden sie oft inkorrekt als „Mom“ angesprochen, die richtige Anrede wäre „Khun“ (siehe unten).

Die Kinder und weitere Nachkommen von männlichen Mom Luang tragen keinen Titel mehr. Sie dürfen allerdings ihrem Namen den Zusatz „Na Ayudhya“ (ณ อยุธยา) hinzufügen.

Feudale Titel[Bearbeiten]

Feudale Titel wurden bis zur Revolution von 1932 verliehen, die die Absolute Monarchie und damit auch den Feudalismus beendete. Sie sind heute zum großen Teil obsolet, obwohl der König bei bestimmten Gelegenheiten einen Feudal-Titel verleihen kann, wie zum Beispiel Kromma Luang Narathiwat Ratchanakharin an Prinzessin Galyani Vadhana, der Schwester des derzeitigen Königs. Dieser Titel wird meist als „Fürstin von Narathiwat“ übersetzt, wörtlich: „Viscountess von Narathiwat, Herrscherin der Königlichen Stadt“. Feudale Titel sind nicht vererbbar.

Der vollständige Titel besteht aus einer Vorsilbe, die den Rang beschreibt (บรรดาศักดิ์ - Bandasak) und einem Ehren-Namen (ราชทินนาม - Rachathinnanam). Auf das obige Beispiel bezogen ist „Luang“ der Rang und „Narathiwat Rajanakarin“ der Ehren-Name. Der so Geehrte benutzt seinen Titel anstelle seines Namens. Da jedoch der Ehren-Name auch an andere Personen verliehen werden kann, wird meist um Verwechslungen zu vermeiden der vorherige Name in Klammern hinzugefügt, wie bei „Phraya Kosathibodi (Lek)“ und „Phraya Kosathibodi (Pan)“.

Feudal-Titel für Männer[Bearbeiten]

Die folgenden Titel wurden von König Borommatrailokanat im „Gesetz der Zivilen und Militärischen Hierarchie“ und im „Gesetz der Provinziellen Hierarchie“ im Jahre 1454 festgelegt. Unterteilt nach Rang, Pflichten und Privilegien wurde hier die gesamte Bevölkerung erfasst, wobei bei den Beamten zivile und militärische Ämter unterschieden wurden. Die Titel Somdet Chao Phraya und Chao Phraya wurden erst nach der Zeit von König Trailok eingeführt.

Diese Titel wurden nur an Männer verliehen und können nicht vererbt werden, sie werden heute nicht mehr verliehen.

  • Somdet Chao Phraya (สมเด็จเจ้าพระยา, [sǒmdèt ʨâːw pʰráʔjaː]) ist der oberste feudale Titel. Er wird nur unter außergewöhnlichen Umständen an jene mit herausragender Leistung verliehen. Geehrte mit diesem Titel sind einem Prinzen gleichgestellt.
Es hat in Siams Geschichte nur vier Personen gegeben, die diesen Titel verliehen bekommen haben. Der erste wurde von König Taksin von Thonburi an Chao Phraya Chakri verliehen, der später zum König Rama I. (Phutthayotfa Chulalok) gekrönt wurde. Zwei Titel wurden von König Mongkut (Rama IV.) und der letzte von König Chulanlongkorn (Rama V.) vergeben.
  • Chao Phraya (เจ้าพระยา, [ʨâːw pʰrájaː]) ist der höchste Titel, der normalerweise verliehen wird (nicht zu verwechseln mit dem Chao-Phraya-Fluss). Er wird meist an Bürger verliehen, die im Staatsdienst tätig waren. Inhaber dieses Titels werden als „Chao Khun“ (เจ้าคุณ) angesprochen, in der dritten Person als Chao Khun + Ehren-Name.
Chao-Phraya-Titel sind in der Vergangenheit häufig verliehen worden. Sogar einige Ausländer sind in den Genuss gekommen, einen thailändischen Adelstitel tragen zu dürfen. Zum Beispiel:
  • Der Titel „Chao Phraya Wichayen“ (เจ้าพระยา วิชาเยนทร์) wurde im 17. Jahrhundert von König Narai an Constantine Phaulkon verliehen.
  • Der Titel „Chao Phraya Aphai Racha“ (เจ้าพระยาอภัยราชา) ist in der siamesischen Geschichte viermal verliehen worden, zur Unterscheidung wird der vorherige Name in Klammern hinzugefügt:
    • Chao Phraya Aphai Racha (Gustave Rolin-Jaequemyns) - เจ้าพระยาอภัยราชา (โรลัง ยัคมินส์) - Berater von König Chulalongkorn bei der Reform der thailändischen Rechtsprechung.
    • Chao Phraya Aphai Racha Maha Yuthithammathon (M.R. Lop Suthat) - เจ้าพระยาอภัยราชามหายุติธรรมธร (หม่อมราชวงศ์ลบ สุทัศน์) 1854-1936, Justizminister unter König Vajiravudh (Rama VI.)
    • Chao Phraya Aphai Racha (Phin) - เจ้าพระยาอภัยราชา (ปิ่น) 1777-1849
    • Chao Phraya Aphai Racha (Chuen) - เจ้าพระยาอภัยราชา (ชื่น) - Sohn von Sheik Ahmad (เฉกอะหมัด) (Sheik Ahmad war persischer Kaufmann, seit 1602 in Siam, unter König Naresuan zum Phraklang, also Außen- und Finanzminister ernannt) Chuen übernahm von seinem Vater dieses Amt und hatte es von 1630 bis 1670 inne.
  • Phraya (พระยา) ist der zweithöchste Titel. Dieser Titel wurde wahrscheinlich zu König Borommatrailokanats Zeiten aus dem Indischen übernommen. Wie auch die „Chao Phraya“, werden Titelinhaber als „Chao Khun“ (เจ้าคุณ) angesprochen.
  • Phra (พระ) ist der nächstniedrigere Titel, der wahrscheinlich ebenfalls aus Indien stammt. Inhaber werden informell als „Khun Phra“ (คุณพระ) angesprochen und bezeichnet, in der dritten Person als „Khun Phra + Ehren-Name“. Cha-Muen (จมื่น หรือ พระนาย) ist ein hoher Titel auf der gleichen Stufe wie „Phra“, der nur an Diener des Königs (มหาดเล็ก) verliehen wird.
  • Luang (หลวง) stammt vermutlich aus Khmer-Zeiten. Inhaber werden mit „Khun Luang“ (คุณหลวง) angeredet, in der dritten Person als Khun Luang + Ehren-Name.

Die folgenden Titel gab es wahrscheinlich bereits vor der Regierungszeit von König Trailok. Sie kennzeichneten in früheren Zeiten Personen hohen Ranges, bevor die bereits erwähnten Titel (Luang, Phra, Phraya, ...) eingeführt wurden.

  • Khun (ขุน) - Hier ist die korrekte Aussprache wichtig: im Gegensatz zu Khun (คุณ - Du, Sie, Herr, Frau), welches im mittleren Ton gesprochen wird, muss dieser Titel im steigenden Ton ausgesprochen werden. Khun werden informell als „Than Khun“ (ท่านขุน) angeredet.
Der letzte Titelinhaber war wahrscheinlich Polizei-Generalmajor Khun Phantharak Rajadej (Butr Phantharak), der aber 2006 im Alter von 103 verstorben ist.
  • Muen (หมื่น) ist einer der niedrigeren Ränge, normalerweise an Beamte einer relativ niedrigen Stufe verliehen.
  • Phan (พัน) gilt noch immer als vornehm, Beamten niedrigerer Stufe, die meist auf dem Lande tätig sind, bekommen ihn.
  • Nai (นาย - etwa: Grundherr) bezeichnete früher den Herrn, der das Gros der Bevölkerung, die Phrai (ไพร่ - etwa: Leibeigene), beschäftigte und ihnen im Gegenzug Schutz bot. Der Titel „Nai“ ist nur noch von geschichtlicher Bedeutung.

Feudal-Titel für Frauen[Bearbeiten]

In früheren Zeiten war Thao (ท้าว) der einzige Titel, der einer nicht-adeligen Frau verliehen werden konnte. Der Titel ist heute obsolet.

Berühmte Heldinnen der thailändischen Geschichte sind Thao Suranari und Thao Thep Kasattri und Thao Sri Sunthon. Die beiden letzteren Heldinnen beschützten Phuket 1785 durch einen Trick vor einer burmesischen Invasion. Ihnen ist ein Denkmal gewidmet, welches auf halber Strecke zwischen dem Internationalen Flughafen Phuket und der Provinzhauptstadt Phuket aufgestellt wurde.

Die heutigen Titel wurden von König Chulalongkorn (Rama V.) eingeführt. Der derzeitige König Bhumibol Adulyadej (Rama IX.) verleiht gewöhnlich am 5. Mai, dem Jahrestag seiner Krönung, verdienten Frauen einen der folgenden Titel. Sie sind die einzigen historischen Titel für Nicht-Adelige, die den Übergang zur Moderne überlebt haben, da die erwähnten Titel für Männer nicht mehr in Gebrauch sind.

  • Than Phu Ying (ท่านผู้หญิง) ist der höchste Titel, der heute einer Frau verliehen wird. Er entspricht etwa unserer „Baronin“ oder „Freifrau“.
  • Khun Ying (คุณหญิง) ist ein Titel für verheiratete Frauen auf einer etwas niedrigeren Stufe als „Than Phu Ying“. Eine unverheiratete Frau würde zur Khun (คุณ) ernannt werden. Er entspricht dem englischen Titel Lady.

Literatur[Bearbeiten]

  • H. G. Quaritch Wales: Siamese State Ceremonies. London 1931, Reprint by Curzon Press, Richmond 1992, ISBN 0-7007-0269-5
  • H. G. Quaritch Wales: Ancient Siamese Government and Administration. London 1934, Reprint by Paragon Book, New York 1965 (ohne ISBN)
  • Prinz Chula Chakrabongse von Thailand: Lords Of Life, The Paternal Monarchy Of Bangkok. Alvin Redman Ltd., London 1960 (ohne ISBN)
  • David K. Wyatt: Thailand : a short history. Silkworm Books, Chiang Mai 1984, ISBN 974-7047-44-6

Weblinks[Bearbeiten]