Piaractus

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Piaractus
Piaractus brachypomus

Piaractus brachypomus

Systematik
Kohorte: Otomorpha
Unterkohorte: Ostariophysi
Otophysa
Ordnung: Salmlerartige (Characiformes)
Familie: Sägesalmler (Serrasalmidae)
Gattung: Piaractus
Wissenschaftlicher Name
Piaractus
Carl H. Eigenmann, 1903

Piaractus ist eine Gattung der Sägesalmler aus dem tropischen Südamerika. Die Wortbedeutung der Gattung Piaractus kommt aus dem Altgriechischen und bedeutet soviel wie piar πιαρ - Fett und aktos ἄκτος, - tragen, also Fetträger. [1]

Systematik[Bearbeiten]

Die Gattung Piaractus besteht aus den beiden Arten:

Piaractus wurde 1903 von Eigenmann erstbeschrieben. 1951 grenzte Goslin die Gattung aufgrund der Anatomie ihrer Zähne, der Fettflosse und Knochenmerkmalen von den übrigen Sägesalmlern ab. Nelson fand 1961 weitere Charakteristika wie die Morphologie ihrer Schwimmblase und Merkmale der inneren Anatomie.[2]

Merkmale[Bearbeiten]

Piaractus ist eine ursprüngliche Gattung der Sägesalmler, die sich von der Gattung Colossoma dadurch unterscheidet, dass der vordere Teil der Schwimmblase kleiner ist als der hintere und die Schwimmblase nur ein Muskelband besitzt. [3] Weitere Charakteristika sind sechs oder mehr hochspezialisierte Zähne in der Unterkiefer-Hauptreihe, eine Afterflosse mit 28 – 30 Flossenstrahlen.

Verbreitung[Bearbeiten]

Während P. brachypomus die äquatorialen Überschwemmungsgebiete des Amazonas und Orinoco bewohnt, kommt P. mesopotamicus endemisch im Süden des Kontinentes im Flussbecken des Rio Paraná und Rio Paraguay vor. Beide Arten sind hochspezialisiert an das ökologische System der Überschwemmungswälder angepasst und kommen außerhalb dieses Lebensraumes nicht in freier Wildbahn vor. So kommen sie in Schwarzwasserflüssen wie dem Rio Negro nicht vor.[2]

Lebensweise[Bearbeiten]

Beide Arten zeigen eine omnivore Ernährungsweise und zeichnen sich durch ein schnelles Wachstum aus. Das indianische Wort „Pacu“ aus der Tupí-Sprache bedeutet so viel wie schneller Esser.[4] Während sie sich in der Jugend überwiegend von Plankton ernähren, fressen adulte Exemplare Insekten, Nüsse, Früchte und Samen. Obwohl P. brachypomus und P. mesopotamicus die gleichen Ernährungsgewohnheiten haben, besetzen sie unterschiedliche ökologische Nischen in den Gewässern, in denen beide vorkommen. Während P. brachypomus meistens frühmorgens aktiv ist, frisst P. mesopotamicus überwiegend in der Abenddämmerung.[5] Zur Laichzeit wandern die Tiere in die Oberläufe der Flüsse, um in ruhigen Gewässerabschnitten abzulaichen. Dabei können weite Wanderungen unternommen werden. Für die Haltung in Aquakulturen wurden spezielle Fütterungstechniken entwickelt.[6] [7]

Wirtschaftliche Bedeutung[Bearbeiten]

Piaractus mesopotamicus sind bedeutende Speisefische, die in Aquakulturen gehalten werden.[8] Weiterhin sind beide Arten wegen ihrer hohen Gewichte beliebte Angelfische auch in Ländern, wo sie als fremde Art eingeführt wurden.[9] Auch als Zierfische im Aquarienhandel haben die Arten der Gattung Piaractus eine gewisse wirtschaftliche Bedeutung. Sie sind unter den Bezeichnungen „vegetarischer Piranha“ [10], Pacu, Tambaqui, Pirapitinga oder Silver Dollars erhältlich. Sie werden in vielen Ländern immer noch ausgesetzt und können als invasive Spezies Schäden in einem fremden Ökosystem verursachen.

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Piaractus brachypomus (mit Etymologie von Piaractus) auf Fishbase.org (englisch)
  2. a b http://www.angelfire.com/biz/piranha038/piaractus.html
  3. Günther Sterba: Süßwasserfische der Welt. Weltbild Verlag, Augsburg 1990, S. 121
  4. Facts about Pacu
  5. Ulrich Saint-Paul: Diurnal routine O2 consumption at different O2 concentrations by Colossoma macropomum and Colossoma brachypomum (Teleostei: Serrasalmidae). Comparative Biochemistry & Physiology, Volume 89, Elsevier, 1988 (Abstract Online)
  6. Nutrition of Colossoma macropomum and Piaractus brachypomus
  7. L.H. Sipaúba-Tavares und F.M. de S. Braga: Study on Feeding Habits of Piraractus mesopotamicus (Pacu) larvae in fish ponds. In: Naga - The ICLARM Quarterly. Vol. 22, Nr. 1, 1999 (Online; PDF-Datei; 907 kB)
  8. Sharma V. S. Pullela: Aquaculture of Pacu (Piaractus mesopotamicus)., Master of Science Thesis, University of Virginia Polytechnic Institute and State University, 1997 (Online; PDF-Datei; 342 kB)
  9. http://www.fishthailand.co.uk/species/pacu.html
  10. Facts about Pacu