Piaristenkirche Maria Treu (Wien)

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Piaristenkirche in Wien
Innenansicht
Gedenktafel zu Anton Bruckner (1861)

Die Piaristenkirche Maria Treu ist eine barocke römisch-katholische Pfarrkirche am Jodok-Fink-Platz im 8. Wiener Gemeindebezirk Josefstadt.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Name der Kirche bezieht sich auf das Josefstädter Gnadenbild Maria Treu, das anlässlich der Pestepidemie 1713 von Josef Herz gemalt[1] und von der heutigen Schmerzenskapelle in die neue Kirche übertragen wurde. Ab 1721 lautete das Patrozinium nach diesem Bild auf „Maria Treu“.[2]

Innenraum mit Maulbertsch-Fresken

Die Kirche wurde von 1698 bis 1719 – vermutlich nach Plänen von Lukas von Hildebrandt – als Ordenskirche der Piaristen errichtet, die in der Josefstadt auch ein Gymnasium unterhielten. Federführend waren dabei die Steinmetzmeister Sebastian Regondi und Joseph Winkler.

1753 wurde der Umbau durch Mathias Gerl vollendet.

Im Inneren der Kirche befindet sich ein Hauptwerk von Franz Anton Maulbertsch: fünf Kuppelfresken, die der bedeutendsten Maler des österreichischen Spätbarocks in den Jahren 1752 und 1753 schuf. Im Zentrum befindet sich eine Darstellung der Aufnahme Mariens in den Himmel, während den Rand Szenen aus dem Alten und Neuen Testament bilden. Alle Figuren sind ineinander verschlungen, wie in einem wogenden Fluss; in der Komposition dominiert die Farbe über die Kontur. Die Konstruktion, die etwa bei Daniel Gran, dem frühen Paul Troger und später beim Klassizismus im Vordergrund steht, tritt zugunsten des Spiels von Licht und Farbe zurück.[3]

Um 1890 wurde die Kirche erstmals restauriert. Die Fassade (borromineske Serpentine) ist das einzige Wiener Beispiel einer Konvexfassade nach Art der römischen Kirchen Santi Luca e Martina und Santa Maria della Pace von Pietro da Cortona.

Im Jahr 1862 wurde in der Josefstadt die Maria-Treu-Gasse nach der Kirche benannt. 1929 dann der Teil der Piaristengasse der vor der Kirche war in Jodok Fink-Platz. Dort liegt auch in unmittelbarer Nachbarschaft zur Kirche seit 1701 das Piaristengymnasium.

Papst Pius XII. erhob die Kirche am 27. August 1949 mit dem Apostolisches Schreiben Trecentesimum annum in den Rang einer Basilica minor.[4]

Kirchenmusik[Bearbeiten]

Die Piaristenkirche ist für ihre hervorragende Akustik bekannt und dementsprechend bei Musikern beliebt.

In der Kirche wurden berühmte Messen uraufgeführt, darunter:

Mit der Kirchenmusik in Maria Treu verbunden waren auch:

Literatur[Bearbeiten]

  • Technischer Führer durch Wien, 1910, S. o.A.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piaristenkirche Maria Treu – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das Gnadenbild Maria Treu, ICE-Vienna, Verein zur Förderung von Medienaktivitäten im schulischen und außerschulischen Bereich: kidsweb.at
  2. Piaristenpfarre Maria Treu: Das Gnadenbild; abgerufen am 22. Nov. 2011
  3. Die fünf Fresken von Franz Anton Maulbertsch
  4. Pius XII.: Litt. Apost. Trecentesimum annum, in: AAS 42 (1950), n. 7, p. 384s.


48.21048888888916.349072222222Koordinaten: 48° 12′ 38″ N, 16° 20′ 57″ O