Pibgorn

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Moderne Form des Pibgorns

Das Pibgorn/ Pibgyrn (walisisch pib gorn aus pib "Pfeife" und gorn/ corn "Horn", vgl. lat. cornu) ist ein Rohrblattinstrument aus Wales. Es hat ein einfaches Rohrblatt wie die Bordunrohre der Sackpfeifen und in der Regel sechs Grifflöcher und ein Daumenloch. Entsprechend beträgt der Tonumfang eine diatonische Oktave. Der Korpus des Instruments ist bei modernen Instrumenten aus Holz, meist Hartholz, während historische Instrumente oft Melodierohre aus Holunder oder Knochen hatten. Das Rohrblatt wird von einer Windkapsel aus Horn bedeckt. Am unteren Ende dient ein deutlich gebogenes Horn zur Verstärkung des Schalls. Es gehört zu den Hornpfeifen.

Moderne Pibgorns werden im Allgemeinen gleichschwebend in D gestimmt, um mit anderen Instrumenten zusammen zu passen. Bei historischen Instrumenten waren offenbar nur die Oktave und Quinte gestimmt, während die Grifflöcher der übrigen Töne in gleichmäßigen Abständen verteilt wurden. Möglicherweise wurde diese Stimmung aber durch Hilfsgriffe modifiziert.

Heute verwenden einige Künstler das Pibgorn auch als Melodierohr (chanter) für walisische Sackpfeifen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zur Geschichte der Hornpfeifen insgesamt siehe den Artikel Hornpipe.

Das walisische Pibgorn wird zuerst in den Gesetzen Howell des Guten erwähnt (niedergeschr. 940-50 n. Chr.), in denen festgelegt wird, dass ein leitender Musiker bei einem Engagement Anspruch darauf hat, die nötigen Instrument (Harfe, Crwth und Pibgorn) gestellt zu bekommen.

Wahrscheinlich waren die Hornpipes seit dem Mittelalter über die ganzen Britischen Inseln verbreitet. Der schottische Nationaldichter Robert Burns (1759-1796) bemühte sich darum, Instrumente und noch lebende Spieler zu finden. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde es nur noch auf der walisischen Insel Anglesey gespielt. Im späten 19. Jhd. war es ausgestorben.

Wiederbelebung[Bearbeiten]

Mit dem wieder auflebenden Interesse an traditioneller walisischer Musik haben Musiker und Instrumentenmacher neben der Crwth, den walisischen Sackpfeifen und der dreifach besaiteten walisischen Harfe auch das Pibgorn wieder belebt.

Die Sammlungen walisischer Volkslieder wurden bearbeitet, um für den begrenzten Tonumfang des Pibgorn ein Repertoire zu erarbeiten. Durch walisische Folklorebands wurden einige dieser Melodien, und mit ihnen das Instrument, popularisiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]