Picasa

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Dieser Artikel beschreibt die Bilderverwaltungssoftware; für den argentinischen See siehe Laguna La Picasa.
Picasa
Logo von Picasa
Maintainer Google Inc. (mehr)
Entwickler LifeScape
Aktuelle Version 3.9.137 (Windows: Build 136, OS X: Build 180)
(12. Mai 2014[1])
Betriebssystem Windows, OS X
Kategorie Bilderverwaltungssoftware
Lizenz Freeware
Deutschsprachig ja
picasa.google.de

Picasa ist eine kostenlose Bilderverwaltungssoftware, die ursprünglich von LifeScape entwickelt und als Shareware für 25 Dollar verkauft wurde. Im Juli 2004 hat Google Inc. die Firma von Idealab gekauft, seither ist die Software kostenlos.

Seit 2006 gibt es ein ergänzendes Angebot zur Präsentation der Bilder im Internet, die Picasa-Webalben. Die Nutzung erfolgt nicht ganz kostenlos, da mit dem Hochladen Schutzrechte an den Bildern preisgegeben werden.

Software[Bearbeiten]

Picasa ist eine Bildarchivierungs- und -verwaltungssoftware, die sich an Einsteiger richtet und deshalb im Vergleich zu anderen umfangreicheren Programmen leichter zu benutzen ist. Die Bilder lassen sich nicht nur in Ordnern, sondern auch in sogenannten Alben organisieren. Diese Alben erlauben eine thematische Sortierung der Bilder und entsprechen virtuellen Ordnern. Neben den Verwaltungsfunktionen bietet Picasa auch Bildbearbeitungssoftware-Funktionen, wie zum Beispiel Skalierung, Filter oder die Reduzierung des Rote-Augen-Effektes.

Picasa verändert bei der Bildverwaltung nicht das Bild selbst, sondern die Metadaten, und das sogar trotz eventuell gesetztem Schreibschutz. So werden in Picasa angegebene Daten wie Tags mit in die originale Bilddatei (in die IPTC-Metadaten) geschrieben. Bei Bildbearbeitungen verändert Picasa die originale Bilddatei allerdings nicht, sondern macht nur eine Kopie davon, während es die Quelle im Verzeichnis des Originals aufbewahrt. Damit verhindert das Programm zum einen Qualitätsverluste durch mehrmaliges Neukomprimieren der Fotos, vor allem bleiben so aber die Originale unverändert erhalten, wodurch Bearbeitungen jederzeit rückgängig gemacht werden können. Dieses Konzept benutzen ebenso professionelle Foto- und Filmbearbeitungsprogramme. Für das Weiterbearbeiten und Weiterversenden steht eine Exportfunktion zur Verfügung, und es gibt eine schnelle Möglichkeit, das angezeigte Bild im aktuellen Bearbeitungszustand unter einer fortlaufenden Nummer, die an den Originaldateinamen angehängt wird, zu exportieren.

Die Software stellt auch einen eigenen Import-Dialog zur Verfügung. Dieser importiert Fotos von einer Speicherkarte auf die Festplatte oder einen anderen Datenträger. Außerdem bietet er eine Duplikatserkennung, automatisches Löschen von der Speicherkarte und sofortiges Hochladen zu den Picasa-Webalben.

An Bildbearbeitungsfunktionen stehen unter anderem Zuschneiden, Ausrichten, Rote-Augen-Entfernung, automatische Korrektur für Kontrast und Farbe und Retuschieren bereit. Zahlreiche Filter können auf die Fotos angewendet werden. Die Veränderungen können mit einer Vorher-Nachher-Ansicht begutachtet werden. Die Änderungen können jederzeit rückgängig gemacht werden, da die Originaldateien bei diesen Bearbeitungen nicht verändert werden.

Die Unterstützung für Mac-OS-X-Systeme basiert nicht auf nativen Versionen, sondern wird stattdessen mittels der Kompatibilitätsschicht Wine realisiert, die dadurch umfangreiche Unterstützung in Form von hunderten von Patches durch Google erfährt.[2] Eine Linuxversion war 2006 ebenfalls auf diese Art realisiert worden. Ihre Weiterentwicklung wurde jedoch im April 2012 eingestellt.[3][4]

Google erweiterte Picasa ab Version 3.5 um Gesichts(wieder)erkennung und – in Verbindung mit Google Earth – Geotagging. Picasa findet Gesichter automatisch und gruppiert sie zu Aufnahmen derselben Person. Diesen kann der Anwender anschließend Namen zuweisen und sie somit in der Rubrik „People“ ablegen. Als zweite Neuerung integriert Picasa Google Maps und kann damit Fotos mit Geoinformationen versehen. Picasa unterstützt die Rohdatenformate vieler moderner Digitalkameras.

Picasa-Webalben[Bearbeiten]

Picasa-Webalben
Logo von Picasa-Webalben
picasaweb.google.com
Beschreibung Imagehoster
Registrierung Google-Konto erforderlich
Sprachen Deutsch, 37 weitere
Eigentümer Google Inc. (mehr)
Erschienen 13. Juni 2006[5]

Picasa-Webalben sind ein Web-2.0-Dienst, der (ähnlich wie Flickr) für die Erstellung von Online-Fotoalben gedacht ist. Picasa-Webalben werden als Webservice betrieben, dessen Programmierschnittstelle jedem offen zur Verfügung steht, so dass Softwareentwickler für ihre eigene Software auf die bereitgestellten Funktionen und Inhalte zugreifen können.[6] Zudem gibt es die von Google bereitgestellten Dienstprogramme zum Hochladen von Bildern, die unter Microsoft Windows, Mac OS X und Linux unterstützt werden, jedoch nicht als freie Software zur Verfügung stehen.[7]

Nach einer Testphase war ein Benutzerkonto für Google Mail Voraussetzung, um ein Benutzerkonto für Picasa-Webalben beantragen zu können. Inzwischen kann man Picasa Web Albums direkt nach Beantragung eines Benutzerkontos verwenden.

Google bietet folgende Möglichkeiten an, die Bilder hochzuladen (Stand Februar 2008):

  • Picasa, Bildverwaltungssoftware für Windows und OS X
  • ein ActiveX-Control für den Microsoft Internet Explorer
  • ein Webformular, mit dem man bis zu fünf Bilder auf einmal hochladen kann
  • ein Erweiterungsmodul für iPhoto
  • eine Hochladefunktion auf Android-Smartphones
  • eine E-Mail mit Bildern als Anhang an username."geheimes Wort"@picasaweb.com
  • ein spezielles Dienstprogramm für Mac OS X
  • selbstentwickelte Software, die das Picasa Web Albums Data API verwendet.[6]

Ohne vorab die Nutzer zu informieren, integrierte Google 2013 die Picasa Webalben in sein soziales Netzwerk Google+. Nutzer, die versuchen, ihr Picasa-Webalbum aufzurufen, werden automatisch zu Google+ weitergeleitet. Es ist dennoch weiterhin möglich, auf die alte Seite zuzugreifen, indem man sie über den Link https://picasaweb.google.com/lh/myphotos?noredirect=1 aufruft. [8]

Googles Rechte an Bildern[Bearbeiten]

Anfangs holte sich Google über die Nutzungsvereinbarung die Erlaubnis, mit den hochgeladenen Bildern Dienste von Google zu vermarkten, der genaue Text dazu lautete:

„By submitting, posting or displaying the content you give Google a perpetual, irrevocable, worldwide, royalty-free, and non-exclusive licence to reproduce, adapt, modify, translate, publish, publicly perform, publicly display and distribute any Content which you submit, post or display on or through, the Services. This licence is for the sole purpose of enabling Google to display, distribute and promote the Services and may be revoked for certain Services as defined in the Additional Terms of those Services.“

Google Nutzungsbedingungen[9]

Seit 2010 verpflichtet sich Google, die eingeräumten Nutzungsrechte nur zwecks Bereitstellung des Picasa-Services zu verwenden:

„Google beansprucht keine Inhaberschaft an den Inhalten, die Sie in Ihr Picasa-Konto hochladen, übertragen oder speichern, eingeschlossen Text, Daten, Informationen, Bilder, Fotos, Musik, Audio, Video oder sonstiges Material. Wir werden Ihre Inhalte für keinerlei Zwecke verwenden, außer zur Bereitstellung dieses Service.“

Rechtliche Hinweise zu Picasa – Ihre gewerblichen Schutzrechte[10]

In dem Lizenzabkommen der Picasa-3-Installation steht jedoch weiterhin (Stand Februar 2014):

„11. Von Ihnen gewährte Lizenz für Inhalte

11.1 Ihre Urheberrechte sowie alle anderen Rechte, die Sie bezüglich der von Ihnen in den oder über die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte innehaben, verbleiben bei Ihnen. Durch Übermittlung, Einstellung oder Darstellung der Inhalte gewähren Sie Google eine dauerhafte, unwiderrufliche, weltweite, kostenlose und nicht exklusive Lizenz zur Reproduktion, Anpassung, Modifikation, Übersetzung, Veröffentlichung, öffentlichen Wiedergabe oder öffentlichen Zugänglichmachung und Verbreitung der von Ihnen in oder durch die Services übermittelten, eingestellten oder dargestellten Inhalte. Diese Lizenz dient ausschließlich dem Zweck, Google in die Lage zu versetzen, die Services darzustellen, zu verbreiten und zu bewerben; sie kann für bestimmte Services, wie in den Zusatzbedingungen für die entsprechenden Services festgelegt, widerrufen werden.
11.2 Sie stimmen zu, dass diese Lizenz Google auch das Recht einräumt, entsprechende Inhalte anderen Gesellschaften, Organisationen oder Personen, mit denen Google vertragliche Beziehungen über die gemeinsame Erbringung von Diensten unterhält, zugänglich zu machen und die Inhalte im Zusammenhang mit der Erbringung entsprechender Dienste zu nutzen.“

Bis zu 1 GB stehen jedem Nutzer von Picasa-Webalben gratis zur Verfügung; weiterer Speicherplatz kann über kostenpflichtige Angebote hinzugefügt werden. Nutzer von Google+ erhalten bei Picasa-Webalben unbegrenzten Speicherplatz. Das gilt, wenn die einzelnen Fotodateien eine maximale Größe von jeweils 2048 × 2048 Pixeln haben.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Picasa Release Notes – Picasa and Picasa Web Albums Help, Google, Zugriff am 12. Mai 2013
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStephen Shankland, Stefan Beiersmann: Google veröffentlicht erste Beta von Picasa 3 für Linux. In: ZDNet. 6. Oktober 2008, abgerufen am 24. Februar 2009.
  3. Matthias Schwab: Official Blog: Spring cleaning … in spring!, Google, 20. April 2012, Zugriff am 16. September 2013
  4. Marius Nestor: Google Stops Supporting Picasa for Linux, Softpedia, 21. April 2012, Zugriff am 28. April 2012
  5. Alex Chitu: Picasa Web Albums. In: Google Operating System. 13. Juni 2006, abgerufen am 26. April 2011 (englisch).
  6. a b Google Code: Picasa Web Albums Data API, abgerufen am 5. Februar 2008, englisch
  7. Google Labs: Download Picasa for Linux, abgerufen am 5. Februar 2008, englisch
  8. Picasa-Webalben und Google+. Abgerufen am 1. Mai 2014 (deutsch).
  9. Google Nutzungsbedingungen
  10. Rechtliche Hinweise zu Picasa – Ihre gewerblichen Schutzrechte bei picasa.google.com, abgerufen am 23. Juli 2011
  11. Picasa mit unbegrenzten Speicherplatz. In: GoogleWatchBlog. Abgerufen am 2. Juli 2011.