Picidae (Website)

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Erkennungssymbol von Picidae

Picidae ist ein Projekt der beiden Schweizer Christoph Wachter und Mathias Jud. Es handelt sich bei Picidae um eine Webapplikation, mittels welcher Webseiten in digitale Bilder verwandelt werden. Dabei bieten die Abbilder sämtliche Funktionen der Ursprungsseiten. Das Verfahren ermöglicht es unter anderem, Zensurmechanismen zu umgehen.

Das Projekt[Bearbeiten]

Die Autoren widmen sich mit Picidae den blinden Flecken des Internets. Konkret handelt es sich hierbei um Webseiten, die ausgeblendet – also zensiert – werden. Zum Beispiel in China sind Menschenrechte wie die Meinungsfreiheit stark eingeschränkt, wodurch regimefeindliche Webseiten in chinesischen Webbrowsern nicht angezeigt werden.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Der Name des Projekts ist die lateinische Bezeichnung für die Familie der Spechtvögel. Die Metapher dahinter nimmt Bezug auf die Mauerspechte, welche die ersten Löcher in die Berliner Mauer hämmerten. Im Falle von Picidae ist diese Mauer die große chinesische Firewall, welche den Zugang zu kritischen Webseiten verwehrt.

Das Verfahren[Bearbeiten]

Filterprogramme, welche ungewollte Webseiten sperren sollen, orientieren sich unter anderem an Zeichenketten. Befindet sich ein Wort auf einer Webseite, welches als unzulässig gilt, wird diese gesperrt. Im Browserfenster erscheint daraufhin meist eine Fehlermeldung. Um einen solchen Filter zu umgehen, erstellt der Picidae-Server ein digitales Bild der Webseite. Dadurch werden die Zeichenketten nicht mehr für den Filter erkennbar. Links und Elemente wie Formulare werden zudem über das Bild gelegt, wodurch das Picidae-Abbild der Webseite wie die „echte“ Webseite funktioniert.

Damit der jeweilige Picidae-Proxy in den zensierenden Staaten als Tor zum Web funktioniert, darf dieser nicht gesperrt sein. Die offizielle Projektseite ist jedoch z. B. seit Mitte Juni 2008 in China gesperrt. Daher stellen die Autoren die fertige Webapplikation, die auf jedem php-fähigen Server installiert werden kann, zum herunterladen bereit. Jeder Server kann so zum (geheimen) Zugang zum Netz werden. Die Künstler hoffen, dass ein Netzwerk aus möglichst vielen Servern und Proxys entsteht. Somit würde das Projekt unabhängig von der Mutterseite funktionieren. Der Projekterfolg hängt also letztlich mit von der Beteiligung der Internetgemeinde ab.

Weblinks[Bearbeiten]