Pico (Insel)

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Pico
Pico von Horta auf Faial aus gesehen
Pico von Horta auf Faial aus gesehen
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Azoren
Geographische Lage 38° 29′ N, 28° 22′ W38.481111111111-28.3672222222222351Koordinaten: 38° 29′ N, 28° 22′ W
Lage von Pico
Länge 42 km
Breite 15 km
Fläche 447 km²
Höchste Erhebung Ponta do Pico
2351 m
Einwohner 14.148 (2011)
32 Einw./km²
Hauptort Madalena
Das Hochland von Pico im Oktober
Das Hochland von Pico im Oktober

Pico (deutsch „Gipfel“) ist die zweitgrößte Insel der Azoren. Sie wurde nach dem gleichnamigen 2.351 m hohen Vulkan Ponta do Pico benannt, dem auf der Insel gelegenen höchsten Berg Portugals. Die Insel Pico ist 42 km lang und 15 km breit, die Oberfläche beträgt 447 km². Östlich des Pico erstreckt sich eine Hochebene mit kleineren Vulkankegeln und -kratern, auf der größere Rinderherden gehalten werden. Auf Pico leben etwa 14.000 Menschen.

Die Weinbaukultur der Insel ist seit 2004 als UNESCO-Welterbe anerkannt.

Geografie[Bearbeiten]

Die Insel liegt auf 28° 20′ westlicher Länge und 38° 30′ nördlicher Breite und ist durch den Canal do Faial von der sechs Kilometer entfernten Insel Faial getrennt. Neben dem Fährhafen Madalena, direkt gegenüber der Insel Faial im Westen gelegen, sind Lajes do Pico im Süden als ehemaliger Walfangstützpunkt, und im Norden die Stadt und der Hafen von São Roque von Bedeutung.

Geschichte[Bearbeiten]

Pico ist mit einem Alter von etwa 250.000 Jahren[1] die jüngste Azoreninsel.

Die Portugiesen nahmen die Insel 1439 in Besitz. Ab 1460 kamen erste Siedler auf die Insel. Sie lebten vom Anbau von Getreide und Yams sowie von der Viehzucht. Später kam der Weinbau hinzu. Ausbrüche des Pico 1562 und 1718 führten zur teilweisen Auswanderung der Bevölkerung. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Weinbau durch den Mehltau stark beeinträchtigt. Dafür blühte der Walfang auf und stellte für ein Jahrhundert eine wichtige Einnahmequelle für die Bevölkerung dar. 1980 war Pico von einem schweren Erdbeben bei Terceira betroffen. 1981 wurde der Flughafen Pico in Betrieb genommen.

Verwaltung[Bearbeiten]

Pico ist nach São Miguel die zweitgrößte Insel des Azoren-Archipels. Sie gehört zur Autonomen Region der Azoren und ist damit Teil des Staatsgebietes Portugals.

Die Insel ist in drei Concelhos (port. Kreise) aufgeteilt:

Spezialitäten der Insel[Bearbeiten]

Der Wein der Insel ist in der Regel rot und schwer und hat auf Grund der vulkanischen Erde ein einzigartiges Aroma. Im 19. Jahrhundert wurde er bis an den Zarenhof nach Sankt Petersburg exportiert. In zahllosen kleinen Adegas wird bis heute nicht nur der Wein, sondern auch der selbstgebrannte Aguardente angeboten. Die Weinbaukultur der Insel wurde 2004 durch die UNESCO zum Welterbe erklärt. Bekannt ist auch der auf der Insel hergestellte Käse namens Queijo do Pico.

Seiwal vor Picos Küste

Wale[Bearbeiten]

Der berufsmäßige Walfang, den die Inselbewohner in kleinen mit 10 bis 20 Ruderern besetzten Booten betrieben, wurde 1984 aufgegeben, 1987 wurde der letzte Wal gefangen. Heute gibt es auf Pico zwei Walfangmuseen. Eines liegt in Lajes do Pico, das andere, eine restaurierte „Walfabrik“, in São Roque.

Pico ist ein Zentrum für Walbeobachter in Europa. Seit 1985 hat sich auf Pico ein ausgedehntes Gewerbe für sanfte Walbeobachtung entwickelt. Von Lajes und Madalena aus starten Schlauchboote, um die Meeressäuger zu beobachten. In Madalena hat man sich auf Ausfahrten spezialisiert, um mit wildlebenden Delphinen zu schnorcheln.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pico – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. N. A. Dias, L. Matias, N. Lourenço, J. Madeira, F. Carrilho, J. L. Gaspar: Crustal seismic velocity structure near Faial and Pico Islands (AZORES), from local earthquake tomography (PDF; 3,35 MB). In: Tectonophysics 445, 2007, S. 301–317 (englisch)