Piedrahíta (Ávila)

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Gemeinde Piedrahíta
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Piedrahíta
Piedrahíta (Ávila) (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Kastilien-León
Provinz: Ávila
Comarca: El Barco de Ávila-Piedrahíta
Koordinaten 40° 28′ N, 5° 19′ W40.466666666667-5.31666666666671069Koordinaten: 40° 28′ N, 5° 19′ W
Höhe: 1069 msnm
Fläche: 28,67 km²
Einwohner: 1.965 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 68,54 Einw./km²
Postleitzahl: 05500
Gemeindenummer (INE): 05186 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Webpräsenz der Gemeinde
Piedrahíta – Ortsbild

Piedrahíta ist eine nordspanische Gemeinde (municipio) mit 1965 Einwohnern (Stand 1. Januar 2013) in der Provinz Ávila in der Autonomen Gemeinschaft Kastilien-León. Der alte Ortskern wurde als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Lage[Bearbeiten]

Piedrahíta liegt in einer fruchtbaren Talsenke oberhalb des Río Corneja in der Sierra de Gredos in einer Höhe von etwa 1070 Metern ü. d. M. knapp 64 Kilometer (Fahrtstrecke) südwestlich der Provinzhauptstadt Ávila; die Stadt Salamanca ist etwa 90 Kilometer in nordwestlicher Richtung entfernt. Der ebenfalls sehenswerte Nachbarort Bonilla de la Sierra liegt nur 13 Kilometer nordöstlich.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr 1960 1970 1981 1991 2001 2012
Einwohner 3.038 2.725 2.309 2.262 2.127 2.054

Im 19. Jahrhundert lag die Einwohnerzahl beständig bei deutlich über 2.000 Personen.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Landwirtschaft, vor allem die Viehzucht, spielt traditionell die größte Rolle im Wirtschaftsleben der kleinen Berggemeinde, die in früheren Zeiten für die Weiler und Einzelgehöfte in der Umgebung auch ein regionales Zentrum für Handwerk und Handel war. Einnahmen aus dem Tourismus in Form der Vermietung von Ferienwohnungen (casas rurales) sind in den letzten Jahrzehnten hinzugekommen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ersten Besiedlungsspuren stammen aus vorrömischer Zeit (Vettonen); römische und westgotische Ursprünge werden bei zwei – außerhalb des Ortes und in der Nähe des Flusses gelegenen – Einsiedeleien (Ermita de San Miguel de Corneja und Ermita de Santa María de la Vega) vermutet. Während der islamischen Herrschaft über weite Teile der Iberischen Halbinsel war die Gegend entvölkert; sie wurde erst im 11. und 12. Jahrhundert wiederbesiedelt (repoblación). Die erste urkundliche Erwähnung des Ortsnamens Piedrahíta (lat.: petra ficta = „behauener Stein“ oder „Schlussstein“) stammt aus dem Jahr 1189.

Palast der Herzöge von Alba

Möglicherweise bereits im 11. Jahrhundert entstand die Grundherrschaft Señorío de Valdecorneja, die im 15. Jahrhundert in den Besitz des Hauses Álvarez de Toledo kam, aus denen im Jahr 1465 die Herzöge von Alba hervorgingen, die hauptsächlich in Alba de Tormes und Madrid residierten. Noch in den Jahren 1755–1766 erbauten sie aber auch eine Sommerresidenz im französischen Stil außerhalb von Piedrahíta (Palacio de los duques de Alba). Im ausgehenden 18. Jahrhundert erlebte der Palast eine neuerliche Blütezeit unter der Herzogin von Alba, die auch mit dem Maler Francisco de Goya bekannt war und von ihm mehrfach porträtiert wurde.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Arkadenhäuser an der Plaza Mayor
Kirche Santa María la Mayor
  • Die Plaza de Espana, der Hauptplatz, bildet das eigentliche Zentrum der Altstadt; er ist von Arkadenhäusern umstanden, die die Besucher sowohl vor Regen als auch vor allzu starker Sonneneinstrahlung schützten. Ein Brunnen aus dem Jahr 1727 mit einer achteckigen Einfassung steht in der Platzmitte.
  • Von der ursprünglich dreischiffigen Kirche Santa María la Mayor ist noch der gedrungen wirkende Glockenturm erhalten. Im 16. Jahrhundert wurde die Kirche zu einer Kollegiatskirche umgebaut – im Westen entstand ein Kreuzgang (claustro), auf der Südseite wurde eine fünfbogige Vorhalle (portico) ergänzt, die wohl als ein später Nachfolger der romanischen Südvorhallen in den Provinzen Burgos, Soria und Segovia verstanden werden muss. Das neue Südportal zeigt eine Madonna mit Kind, die seitlich von zwei Kielbögen mit aufsitzenden Fialen gerahmt wird. Im Innern befinden sich mehrere Altarretabel; durch Veränderungen auf der Nordseite entstanden mehrere Kapellen.
  • Aus der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts stammen die Ruinen des vom zweiten Señor de Valdecorneja gestifteten Dominikanerklosters, welches noch bis zur Desamortisation des Kirchen- und Klosterbesitzes in den Jahren 1834/5 vom Orden unterhalten wurde.
  • Der Karmelitinnen-Konvent wurde im Jahre 1460 von María de Vargas y Acebedo, einer adligen Dame, gestiftet. Das eher unauffällige Portal zeigt eine Alfiz-Einrahmung und ein steinernes Wappenschild der Herzöge von Alba. In der Kapelle befindet sich das Bild El Granadino aus der Hand des Malers Alonso Cano.
Umgebung
  • Der zweigeschossige herzogliche Palast (Palacio de los duques de Alba) liegt wenige Kilometer außerhalb des Ortes. Der französische Stil seines Architekten Jacques Marquet zeigt sich in der Mehrflügelanlage und am steilen Mansarddach.
  • Die einschiffige Einsiedlerkirche Ermita de Santa María de la Vega liegt ebenfalls außerhalb des Ortes. Sie ist das Ziel einer alljährlichen Pilgerwallfahrt (romeral) am ersten Montag nach Pfingsten.
  • Die Stierkampfarena (plaza de toros) mit ihren architektonischen Anklängen an neomaurische und neobarocke Stilformen stammt aus dem Jahr 1951.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Piedrahíta, Ávila – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).