Pieniężno

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Pieniężno
Wappen von Pieniężno
Pieniężno (Polen)
Pieniężno
Pieniężno
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Ermland-Masuren
Landkreis: Braniewo
Fläche: 3,83 km²
Geographische Lage: 54° 13′ N, 20° 7′ O54.21666666666720.116666666667Koordinaten: 54° 13′ 0″ N, 20° 7′ 0″ O
Einwohner: 2949
(31. Dez. 2013)[1]
Postleitzahl: 14-520
Telefonvorwahl: (+48) 55
Kfz-Kennzeichen: NBR
Wirtschaft und Verkehr
Straße: DW 507: OrnetaBraniewo
DW 510: Głębock - Pieniężno
DW 512: SzczurkowoBartoszyceGórowo Iławeckie–Pieniężno
Schienenweg: PKP-Linie 221: BraniewoOrnetaDobre MiastoOlsztyn-Gutkowo
Nächster int. Flughafen: Danzig
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Gemeindegliederung: 38 Ortschaften
24 Schulzenämter
Fläche: 241,43 km²
Einwohner: 6639
(31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 2802053
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Kazimierz Kiejdo
Adresse: ul. Generalska 8
14-520 Pieniężno
Webpräsenz: www.pieniezno.pl

Pieniężno [pʲeˈɲɛ̃ʒnɔ], (deutsch Mehlsack, 1945 bis 1947 Melzak), ist eine Stadt mit etwa 3.000 Einwohnern im Powiat Braniewski in der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen im früheren Ostpreußen.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Die Stadt liegt an der Walsch (Wałsza), 30 Kilometer südöstlich von Braniewo (Braunsberg).

Geschichte[Bearbeiten]

Das heutige Pieniężno wurde im 14. Jahrhundert im preußischen Ermland westlich von Lidzbark Warmiński (Heilsberg) gegründet. Das Stadtwappen zeigt u. a. drei Mehlsäcke. Nikolaus Kopernikus wirkte einige Jahre als Administrator der Landkreise Allenstein und Mehlsack.

Ursprünglich war die Stadt eine Siedlung der Prußen, die im 13. Jahrhundert wahrscheinlich unter dem Namen Malcekuke (prußisch für "Gehölz der Unterirdischen") angelegt wurde. In einer Urkunde vom 7. April 1282 wurde der Name Malzak erwähnt, am 5. Mai 1304 Melzak. Das genaue Datum der Vergabe des Stadtrechts ist unbekannt, 1312 besaß der Ort aber bereits diese Rechte.

Im Februar 1945 bei den Kämpfen um das „Heilsberger Dreieck“ und dann um den Kessel von Heiligenbeil wurde die Stadt zu 90 % zerstört. Bei den Kämpfen fiel auch Armeegeneral Iwan Tschernjachowski, Befehlshaber der 3. Weißrussischen Front. Nach Ende der Kämpfe verlor der Ort sein Stadtrecht.

Als eine der wenigen südostpreußischen Städte (wie z. B. Kętrzyn (Rastenburg) und Mrągowo (Sensburg)) wurde Mehlsack 1947 vollkommen umbenannt, und zwar nach dem im KZ ermordeten Seweryn Pieniężny (1890-1940), einem Redakteur der Gazeta Olsztyńska, der während des Nationalsozialismus verbotenen Zeitung der polnischsprachigen Minderheit im Ermland. 1973 erhielt Pieniężno wieder Stadtrecht.

Pieniężno konnte sich in der Folgezeit kaum mehr entwickeln. Die Altstadt blieb bis in die 1990er Jahre hinein eine Brachfläche, nur von der erhalten gebliebenen katholischen Kirche überragt. Nur die Ruine des Rathauses, die Reste der früheren Burg, der nach einem Entwurf von Karl Friedrich Schinkel errichtete Turm der evangelischen Kirche, die Fundamente zahlreicher Häuser und das gitterförmige Straßennetz blieben erhalten. Seither erfolgt auf dem Grundriss der alten Stadt ein umfangreicher Wiederaufbau. Die wichtigsten Bauten werden rekonstruiert, die übrigen Straßenzüge im Maßstab der alten Bebauung neu errichtet.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Von den 3.937 Einwohnern, die 1890 hier lebten, waren 346 evangelisch und 70 jüdischen Glaubens[2].

Nachfolgend die Einwohnerentwicklung der Stadt[3]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Seit dem 14. Oktober 1996 besteht eine Städtepartnerschaft mit der westfälischen Stadt Lichtenau.

Die Kirche von Pieniężno

Gmina[Bearbeiten]

Die Stadt- und Landgemeinde Pieniężno besteht aus folgenden Ortschaften:

polnischer Name deutscher Name (bis 1945) polnischer Name deutscher Name (bis 1945) polnischer Name deutscher Name (bis 1945)
Białczyn Lilienthal Kierpajny Wielkie Groß Körpen Pieniężno Mehlsack
Bornity Bornitt Kiersiny Kierschienen Pieniężno Drugie
Borowiec Borwalde Kolonia Pieniężno Pierwsze
Brzostki Freihagen Kowale Schönsee Piotrowiec Peterswalde
Cieszęta Sonnenfeld Łajsy Layß Pluty Plauten
Gajle Gayl Lechowo Lichtenau Posady Palten
Gaudyny Gauden Łoźnik Lotterfeld Radziejewo Sonnwalde
Glądy Glanden Lubianka Liebenthal Różaniec Rosenort
Glebiska Kleefeld Niedbałki Lotterbach Sawity Engelswalde
Jesionowo Eschenau Pajtuny Peythunen Wojnity Woynitt
Jeziorko Seefeld Pakosze Packhausen Wopy Woppen
Kajnity Heistern Pawły Paulen Wyrębiska Lichtwalde
Kierpajny Małe Klein Körpen Pełty Steinbotten Żugienie Sugnienen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Karl Selke (1836–1893), Oberbürgermeister von Elbing und Königsberg
  • Victor Röhrich (1862–1925), Historiker, Hochschullehrer und Politiker
  • Johannes Muntau (1876–1963), Justizbeamter (Gefängnisdirektor) und Politiker (CSVD)
  • Georg Fuhg (1898–1976), Bildhauer
  • Ulrich Fox (*1944), Bildhauer und Grafiker

Verweise[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Chronik der Stadt Mehlsack. Zusammengestellt aus Berichten Mehlsacker Bürger. Rautenberg, Leer 1955 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2013. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 9. Juni 2014.
  2. verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 2. März 2008
  3. Für 1875, 1890, 1933 und 1939: verwaltungsgeschichte.de, abgerufen am 2. März 2008
    Für 1910: gemeindeverzeichnis.de, abgerufen am 2. März 2008
    Für (jeweils 30. Juni) 1995, 2000, 2005; Główny Urząd Statystyczny, abgerufen am 2. März 2008