Pierre André Latreille

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Pierre André Latreille
Geburtshaus in Brive-la-Gaillarde

Pierre André Latreille (* 20. November 1762 in Brive-la-Gaillarde; † 6. Februar 1833 in Paris) war ein französischer Insektenkundler.

Leben[Bearbeiten]

Pierre André Latreille war ein nicht eheliches Kind des Jean Joseph Sahuguet d’Amarzits (1713–1783),[1][2] General Baron d’Espagnac, und einer unbekannten Mutter, deren Nachnamen „Latreille“ ihm im Jahre 1813 formell zuerteilt wurde.[2] Aus einfachen Verhältnissen stammend, 1778 verwaist und mittellos, fand Latreille in Paris Förderer und wurde von dem Mineralogen Abbé Haüy adoptiert.

Er studierte zunächst in Brive, und später in Paris, um Priester zu werden. Im Jahr 1780 trat er dem Grand Séminaire von Limoges bei und verließ dieses als Diakon im Jahre 1786. Er kehrte 1786 als Diakon nach Brive zurück, wo er seine gesamte Freizeit der Insektenkunde widmete. 1788 ging er erneut nach Paris zurück, wo er mit seinen Abhandlungen über die Ameisenwespen (Mutillidae) Frankreichs das Aufsehen der Fachwelt erregte. Während der Revolution musste er als Priester mit konservativer Gesinnung Paris verlassen, eine Zeit lang wurde er auch in Bordeaux inhaftiert, erlangte durch die Bekanntschaft mit dem Naturforscher Jean Baptiste Bory de Saint-Vincent aber wieder die Freiheit. 1796 veröffentlichte er Précis des caractères génériques des insectes, disposes dans un ordre naturel.

1798 bekam er den Auftrag, die Insektensammlungen des kurz zuvor eingerichteten Muséum National d’Histoire Naturelle zu sortieren. 1814 wird er als Nachfolger von Guillaume Antoine Olivier Mitglied in der Académie des sciences und 1821 wurde er Ritter der Ehrenlegion.

Einige Zeit arbeitete er als Professor der Zoologie an der Tierärztlichen Hochschule in Alfort, École nationale vétérinaire d’Alfort bei Paris. Nach dem Tod von Jean-Baptiste de Lamarck wurde 1830 der Lehrstuhl für Zoologie der Wirbellosen am Museum für Naturgeschichte geteilt, Latreille wurde zum Professor für den Bereich Krustentiere, Spinnentiere und Insekten ernannt, den Bereich Weichtiere und Würmer erhielt Henri Marie Ducrotay de Blainville.

Am 31. Januar 1832 gründete Latreille in Paris die Société entomologique de France, die Entomologische Gesellschaft Frankreichs, deren Präsidentschaft er bis zu seinem Lebensende innehatte. Nach seinem Tode 1833 übernahm Amédée Louis Michel Lepeletier die Präsidentschaft.

Von 1796 bis 1833 veröffentlichte Latreille eine Vielzahl von Schriften, die ihn zu einem der Begründer der modernen Entomologie machten. Er beschrieb nicht nur eine große Anzahl neuer Arten, sondern gruppierte sie auch in neu eingeführte Gattungen und Familien und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur biologischen Systematik.

Nach Latreille benannte Taxa[Bearbeiten]

Werke[Bearbeiten]

  • P.A. Latreille: Précis des caractères génériques des insectes disposés dans un ordre naturel (1796).
  • P.A. Latreille: Histoire naturelle des reptiles (4 volumes, 1801) avec Charles-Nicolas-Sigisbert Sonnini de Manoncourt (1751–1812) (ce dernier ne traite que des salamandres), éditée comme une partie de l’œuvre de Buffon.
  • P.A. Latreille: Histoire naturelle générale et particulière des crustacés et insectes (14 volumes, 1802-1805), éditée également dans une «suite» à Buffon.
  • P.A. Latreille: Genera crustaceorum et insectorum, secundum ordinem naturalem et familias disposita (4 volumes, 1806-1807).
  • P.A. Latreille: Considérations sur l’ordre naturel des animaux composant les classes des crustacés, des arachnides, et des insectes (1810).
  • P.A. Latreille: Familles naturelles du règne animal, exposés succinctement et dans un ordre analytique (1825).
  • P.A. Latreille: Cours d’entomologie (seul le premier volume paraît, 1831)

Literatur[Bearbeiten]

  •  Claude Dupuis: Pierre André Latreille (1762–1833): the foremost entomologist of his time. In: Annual Review of Entomology. 19, 1974, S. 1–14, doi:10.1146/annurev.en.19.010174.000245.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Genealogie
  2. a b Claude Dupuis: Pierre André Latreille (1762–1833): The foremost entomologist of his time. In: Annu. Rev. Entomol., 1974, 19, S. 1–14, doi:10.1146/annurev.en.19.010174.000245