Pierre Curie

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pierre Curie

Pierre Curie (* 15. Mai 1859 in Paris; † 19. April 1906 ebenda) war ein französischer Physiker und Nobelpreisträger.

Leben[Bearbeiten]

Jacques und Pierre Curie mit ihren Eltern
Pierre und Marie Curie mit ihrer Tochter Irène

Pierre Curie wurde als zweiter Sohn des Arztes Eugène Curie und der Fabrikantentochter Sophie-Claire Depouilly in Paris geboren. Er wurde durch Privatlehrer unterrichtet, legte bereits mit 16 Jahren das Abitur ab. Mit 19 Jahren erwarb er einen Universitätsabschluss in Physik. In der Folge wurde Curie zum Lehrer an der Schule für Physik und Chemie in Paris berufen, deren Leitung er 1882 übernahm. Er schloss 1895 seine Promotion ab und wurde zum Professor ernannt. 1900 wurde Curie Repetitor an der École polytechnique.

Am 26. Juli 1895 heiratete er die polnische Physikerin Maria Skłodowska, mit der er zwei Töchter hatte: Irène und Ève.

Pierre Curie starb am 19. April 1906 in Paris im Alter von 46 Jahren bei einem Verkehrsunfall, als er unter eine Droschke geriet und dabei einen Schädelbruch erlitt.

Leistungen[Bearbeiten]

Quadrantenelektrometer von Pierre Curie, 1880-1890. Science Museum London.
Pierre und Marie Curie im Laboratorium

In seinen frühen Studien über die Kristallographie, die er mit seinem älteren Bruder Jacques durchführte, entdeckte er 1880 die Piezoelektrizität. Weitere Arbeiten zur Symmetrie richteten seine Aufmerksamkeit auf das Gebiet des Magnetismus und der Entdeckungen der nach ihm benannten Curie-Temperatur, Curie-Gesetz und Curie-Konstante.

Zusammen mit seiner Frau Marie entdeckte er 1898 das Radium und das Polonium als Spaltprodukte der Pechblende. Im Jahre 1903 erhielt er gemeinsam mit seiner Frau Marie Curie eine Hälfte des Nobelpreises für Physikals Anerkennung des außerordentlichen Verdienstes, das sie sich durch ihre gemeinsamen Arbeiten über die von H. Becquerel entdeckten Strahlungsphänomene erworben haben“, die zweite Hälfte des Preises ging an Henri Becquerel.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Marie und Pierre Curie: Die neuen radioaktiven Substanzen und ihre Strahlung. 1900
  • Marie und Pierre Curie: Über die radioaktiven Körper. 1901
  • Pierre Curie und Henri Becquerel: Physiologische Wirkungen der Radiumstrahlen. 1901
  • Pierre Curie: Über das absolute Zeitmaß. 1902
  • Oeuvres de Pierre Curie. 1908; online

Auszeichnungen[Bearbeiten]

  • Davy-Medaille, Royal Society, 1903
  • Nobelpreis für Physik, 1903
  • Wahl in die Akademie der Wissenschaften, 1905
  • Das chemische Element Curium mit der Ordnungszahl 96 wurde zu Ehren des Ehepaars Pierre und Marie Curie benannt.
  • 1995 wurden die sterblichen Überreste von Pierre und Marie Curie ins Panthéon überführt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eve Curie: Madame Curie, Wien 1937, ISBN 3-596-22243-5
  • Manfred Jacobi: Pierre Curie - ein Leben für die Forschung. Physik in unserer Zeit 37(3), S. 116 - 121 (2006), ISSN 0031-9252

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pierre Curie – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien