Pierre Montet

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Pierre Montet (* 27. Juni 1885 in Villefranche-sur-Saône; † 18. Juni 1966 in Paris) war ein französischer Ägyptologe.

Leben[Bearbeiten]

Montet studierte ab 1905 Ägyptologie bei Victor Loret in Lyon. 1910 kam er als Stipendiat des Institut français d'archéologie orientale nach Ägypten. Dort nahm er an Grabungen in Abu Roasch, Assiut und Beni Hassan teil. Zusammen mit dem Geologen Jules Couyat unternahm er anschließend eine Expedition ins Wadi Hammamat, wo er zahlreiche Felsinschriften aufnahm. Die Ergebnisse der Expedition wurden 1912 veröffentlicht.

Mit Beginn des Ersten Weltkriegs wurde Montet zum Militärdienst eingezogen. Er war während dieser Zeit hauptsächlich im Vorderen Orient stationiert. Nach Kriegsende wurde er 1919 zum Professor für Ägyptologie an der Universität Straßburg ernannt. Zwischen 1920 und 1924 leitete er Ausgrabungen in Byblos – seit dem Alten Reich ein wichtiger Handelspartner Ägyptens. Dort entdeckte er einige Königsgräber, sowie einige unberührte Gräber aus der Zeit des Mittleren Reiches, die reiche Beigaben (vor allem ägyptische Objekte) enthielten. Unter den Funden befand sich auch der Sarkophag des Königs Ahiram, der die bis dahin älteste bekannte alphabetische Inschrift trug.

1928 begann er mit umfangreichen Grabungen in Tanis, die sich bis 1956 hinzogen. Dabei fand er am 27. Februar 1939 das ausgeraubte Grab von Osorkon II. Im weiteren Verlauf der Grabungssaison 1939 sowie im darauffolgenden Jahr legte er das Grab von Psusennes I. (einem König der 21. Dynastie) frei, in dem er auch die Sarkophage der Pharaonen Scheschonq II. und Amenemope aus der 22. Dynastie fand. Die Grabanlage war vor Räubern verschont geblieben und enthielt Schätze, die denen aus dem Grab des Tutanchamun in nichts nachstanden. Der inzwischen ausgebrochene Zweite Weltkrieg verhinderte allerdings, dass dieser Fund den gleichen öffentlichen Bekanntheitsgrad erhielt. Im Mai 1940 musste Montet die Grabungen unterbrechen und konnte sie erst im April 1945 wieder aufnehmen.

1948 wurde er zum Professor am Collège de France ernannt und 1953 in die Académie des inscriptions et belles-lettres aufgenommen, deren Präsident er 1963 war. Im selben Jahr war er Präsident des Institut de France. Montet starb am 18. Juni 1966.

Schriften[Bearbeiten]

  • Les inscriptions hiéroglyphiques et hiératiques du Ouâdi Hammâmât (1912), zusammen mit Jules Couyat
  • Les scènes de la vie privée dans les tombeaux égyptienes de l'ancien empire (1925)
  • Byblos et l'Égypte: quatre campagnes de fouilles à Gebeil; 1921, 1922, 1923, 1924 (1928)
  • Les nouvelles fouilles de Tanis (1929 - 1932) (1933)
  • Les reliques de l'art syrien dans l'Égypte du nouvel empire (1937)
  • Le Tombeau de Ti (1937)
  • Tanis. Douze années de fouilles dans une capitale oubliée du delta égyptien (1942)
  • La vie quotidienne en Égypte au temps des Ramsès. XIIIe-XIIe siècles avant J.-C (1946)
  • La Nécropole royale de Tanis
    • Les Constructions et le tombeau d'Osorkon II à Tanis (1947)
    • Les Constructions et le tombeau de Psousennès à Tanis (1951)
    • Les Constructions et le tombeau de Chéchang III a Tanis (1960)
  • Géographie de l'Egypte ancienne
    • 1re partie. To-Mehou: la Basse Egypte (1957) (PDF; 11,2 MB)
    • 2e partie. To-chemâ: la Haute Egypte (1961) (PDF; 11,0 MB)
  • L'Égypte et la Bible (1959)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]