Pierre Potier

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Pierre Potier (* 22. August 1934 in Bois-Colombes; † 3. Februar 2006) war ein französischer Chemiker, bekannt für die Erforschung und Synthese von Naturstoffen mit Anwendungen auf Chemotherapeutika.

Potier studierte Pharmakologie in Paris (Abschluss 1957) und wurde 1960 in Paris in Physik promoviert. Er befasste sich früh mit der Synthese und Analyse der Struktur von Naturstoffen. Für die Synthese von Naturstoffen nach biologischen Vorbildern entwickelte er eine Variante der Polonovski-Reaktion, angewandt zum Beispiel in der Synthese von Navelbine. Er ist Direktor des chemischen Instituts für Naturstoffe (Institut de Chimie des Substances Naturelles, ICSN) des CNRS in Gif-sur-Yvette. Er ist Professor für Chemie an der Universität Paris in Orsay, am französischen nationalen Museum für Naturgeschichte und der University of Strathclyde.

Ab Ende der 1960er Jahre begann er nach Wirkstoffen gegen Krebs zu suchen. Sein Labor entwickelte den Tubulin-Test zur Suche nach Anti-Krebs-Mitteln und er war an der Entwicklung der Chemotherapeutika gegen Krebs Navelbine (gegen Brust- und Lungenkrebs, entwickelt von der französischen Pharmafirma Pierre Fabre) und der Synthese von Taxol beteiligt, das vorher aus Eiben gewonnen wurde. Auf der Suche nach dem Wirkstoff von Taxol entstand unter Mitwirkung von Potier ein noch wirksameres Chemotherapeutikum, Taxotere, entwickelt bei Rhone-Poulenc.

Er war Mitglied der Academie des Sciences, der französischen nationalen Akademie für Pharmakologie und der für Kiefernchirurgie. Potier war Gründer der japanisch-französischen Gesellschaft für medizinische Chemie und der französisch-US-amerikanischen chemischen Gesellschaft. 1998 erhielt er die Goldmedaille des CNRS und 1995 den Leopold Griffuel Preis. Er war Ritter der Ehrenlegion und Kommandeur des Ordre national du Mérite.

Ihm zu Ehren wurde 2005 der Prix Pierre Potier vom französischen Industrieminister gestiftet, der an Firmen für nachhaltige und innovative chemische Produkte vergeben wird.

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