Pierre Poujade

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Pierre Poujade (* 1. Dezember 1920 in Saint-Céré, Lot; † 27. August 2003 in La Bastide-l'Évêque, Aveyron) war ein französischer Politiker.

Sein Vater war Architekt. 1953 eröffnete er, nachdem er eine Druckerlehre absolviert hatte, ein Papiergeschäft (daher sein Spitzname "le papetier de Saint-Céré"). Die Unzufriedenheit der Geschäftsleute über das als ungerecht empfundene Steuersystem führte 1955 zur Gründung der UDCA (l'Union de défense des commerçants et artisans - Union zur Verteidigung der Händler und Handwerker), die nach ihrem Gründer und Vorsitzenden Poujadisten-Bewegung genannt wurde.

Neben dem Kampf gegen die "Fiskalgestapo" setzte sich die Partei auch für die Algerienfranzosen ein und hatte keine Berührungsängste mit Antisemiten. 1956 erreichte sie 11,6 % der Stimmen und konnte 52 Abgeordnete in die Nationalversammlung entsenden, darunter Jean-Marie Le Pen. Nach der Rückkehr de Gaulles 1958 fiel die Partei in die Bedeutungslosigkeit zurück.

Pierre Poujade zog sich 1983 aus der Politik zurück, um sich seinen Studien zu widmen. Ab 1984 war er Vizepräsident der Confédération des syndicats producteurs de plantes alcooligènes (CAIPER).

Obwohl er der politischen Rechten zuzuordnen ist, hat er bei Präsidentschaftswahlen jedes Mal den späteren Sieger unterstützt (Charles de Gaulle, Georges Pompidou, Valéry Giscard d'Estaing, François Mitterrand und Jacques Chirac). Eine Ausnahme war nur 2002, als er sich für Jean-Pierre Chevènement einsetzte.