Pierre Richard

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Pierre Richard im Jahr 2010

Pierre Richard (* 16. August 1934 in Valenciennes, Frankreich; eigentlich: Pierre Richard Maurice Charles Léopold Defays) ist ein französischer Schauspieler und Komiker. Nachdem ihm 1972 als „großer Blonder mit dem schwarzen Schuh“ der internationale Durchbruch gelungen war, spielte er in vielen Komödien die Rolle des sympathisch-zerstreuten Tollpatsches. Bis in die späten 1980er-Jahre zählte er zu den erfolgreichsten europäischen Filmkomikern.

Karriere[Bearbeiten]

Nach der Schauspielschule erhielt er zunächst einige kleine Zusagen in verschiedenen Kabaretts und an der Pariser Oper.

In seiner ersten Filmrolle, Yves Roberts Alexander, der Lebenskünstler, wurde sein komödiantisches Talent entdeckt. Die Rolle des harmlosen, zerstreuten und stets Mitleid erregenden Normalbürgers schien ihm auf den Leib geschrieben. Seinen Durchbruch feierte er 1970 mit seinem Regiedebüt Der Zerstreute, in dem er auch die Hauptrolle spielte.

Internationalen Ruhm erntete er schließlich 1972 als Der große Blonde mit dem schwarzen Schuh. Der in Frankreich zuerst wenig beachtete Film wurde von Rainer Brandt leicht umgeschnitten und sehr frei synchronisiert.[1] Der große Erfolg des Films in Deutschland machte Pierre Richard in seinem Heimatland Frankreich erst populär und ermöglichte seine internationale Karriere. In dieser Verwechslungskomödie von Yves Robert spielte er einen zerstreuten Geiger, der ungewollt ins Visier von Geheimdiensten gerät. Seitdem wurde die Tollpatschigkeit sein Markenzeichen. An der Seite von Gérard Depardieu in Ein Tolpatsch kommt selten allein, Zwei irre Spaßvögel und Die Flüchtigen schlossen sich weitere große Erfolge in den 1980er-Jahren an.

In späteren Jahren versuchte er zunehmend, das Image des Tollpatsches abzulegen und ernste Rollen zu übernehmen. Dies zeigte er unter anderem in Nana Djordjadzes Tragikomödie Die Rezepte eines verliebten Kochs von 1996, in der er einen stillen Restaurantbesitzer spielte, dessen Liebe zu einer georgischen Prinzessin durch die Wirren der Oktoberrevolution unerfüllt blieben. Ebenso 2000 in Djordjadzes 27 Missing Kisses und als tragischer Wandermusiker in Das Findelkind.

Richard wurde bis auf wenige Ausnahmen von Harry Wüstenhagen synchronisiert, seit dem Tod Wüstenhagens 1999 hat er wechselnde Synchronsprecher.

Es gibt einen gleichnamigen, zwischen 1958 und 1971 aktiven Schauspieler, der nicht mit ihm zu verwechseln ist.[2]

Privates[Bearbeiten]

Richard betreibt das Weingut Château Bel Évêque in der südfranzösischen Stadt Gruissan.

Seine beiden Söhne sind Musiker: Olivier ist der Saxophonist des Duos Blues trottoir und Christophe ist Kontrabassist. Die Brüder komponierten den Soundtrack für den Film Droit dans le mur ihres Vaters, in welchem Richard neben der Hauptrolle auch die Regie und das Drehbuch übernahm. Sein Enkel Arthur Defays ist Model.

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pierre Richard – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Stellungnahme von Rainer Brandt zum Umfang seiner Arbeit
  2. Filmarbeiten des namensgleichen Schauspielers