Pierre Vago

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Pierre Vago (* 30. August 1910 in Budapest; † 1. Februar 2002 in Noisy-sur-École, Seine-et-Marne), war ein französischer Architekt und Mitgestalter des Berliner Hansaviertels. International bekannt wurde er als Chefredakteur von "l'Architecture d'aujourd'hui" und Generalsekretär der Union Internationale des Architectes, deren Ehrenpräsident er später wurde.

Leben[Bearbeiten]

Der in Rom aufgewachsene Vago studierte an der École Spéciale d'Architecture in Paris. Mit seinen Sozialbauten, Fabriken, den Zentralbanken der französischen Provinzen Tunesien und Algerien, aber auch der Wallfahrtsbasilika St. Pius X. in Lourdes, erregte er Aufsehen. Zunächst orientiert am klassizierenden Rationalismus von Auguste Perret, wurde Vago in der Nachkriegszeit einer der wichtigsten Vertreter der modernen Architektur in Frankreich.

Als Chefredakteur der einflussreichen Zeitschrift "l'Architecture d'aujourd'hui" (Die Architektur von heute) wurde Pierre Vago zum internationalen gewichtigen Architekturkritiker. Pierre Vago gründete 1948 die UIA - Union Internationale des Architectes, deren Generalsekretär er auch lange Jahre war. Sein Ziel war es, die Architekten aller Länder in einer Union ihrer Standesorganisationen zu vereinen. Die UIA ist 2005 in 95 Ländern vertreten und repräsentiert damit ca. 1.5 Millionen Architekten. Unter seiner "Regentschaft" konnten auch Architekten aus der DDR und der Bundesrepublik Deutschland auf halboffizieller Ebene in Kontakt treten. Vago wurde als Vorreiter der deutsch-französischen Freundschaftspolitik angesehen, 1957 nahm er an der Internationalen Bauausstellung im West-Berliner Hansaviertel teil.

Internationale Beachtung fand das 1984 durchgeführte "Internationales Architektur Symposium "Mensch und Raum" an der TU Wien, an dem neben Pierre Vago beispielsweise Justus Dahinden, Dennis Sharp, Bruno Zevi, Jorge Glusberg, Otto Kapfinger, Frei Otto, Paolo Soleri, Ernst Gisel, Ionel Schein u.a. teilnahmen.

Pierre Vago war Ehrenmitglied beispielsweise des Royal Institute of British Architects (RIBA), des Bundes Deutscher Architekten (BDA) und des amerikanischen American Institute of Architects (AIA) sowie Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.

Schriften[Bearbeiten]

  • l'Architecture d'aujourd'hui, revue internationale d'architecture contemporaine, Paris, 1971, ISBN B0000DWOHP
  • Mit Gabriel Epstein und Klaus Müller-Rehm: Architektur-Experimente in Berlin und anderswo. Für Julius Posener, 1989, ISBN 3-924812-24-1
  • L'UIA, 1948-1998, Epure 1998, ISBN 2-907687-58-1
  • une vie intense, Aam 2000, ISBN 2-87143-110-8

Weblinks[Bearbeiten]

  • Pierre Vago. In: archINFORM.
  • zur École Spéciale d'Architecture: www.esa-paris.fr
  • zur Akademie der Künste, Berlin: www.adk.de