Piesport

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Piesport
Piesport
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Piesport hervorgehoben
49.8830555555566.9166666666667119Koordinaten: 49° 53′ N, 6° 55′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bernkastel-Wittlich
Verbandsgemeinde: Bernkastel-Kues
Höhe: 119 m ü. NHN
Fläche: 19,6 km²
Einwohner: 1984 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 101 Einwohner je km²
Postleitzahl: 54498
Vorwahl: 06507
Kfz-Kennzeichen: WIL, BKS
Gemeindeschlüssel: 07 2 31 105
Gemeindegliederung: 5 Ortsteile
Adresse der Verbandsverwaltung: Gestade 18
54470 Bernkastel-Kues
Webpräsenz: www.piesport.de
Ortsbürgermeister: Stefan Schmitt (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Piesport im Landkreis Bernkastel-Wittlich
Eifelkreis Bitburg-Prüm Landkreis Birkenfeld Landkreis Cochem-Zell Landkreis Vulkaneifel Trier Landkreis Trier-Saarburg Rhein-Hunsrück-Kreis Bernkastel-Kues Brauneberg Burgen (Hunsrück) Erden Gornhausen Graach an der Mosel Hochscheid Kesten Kleinich Kommen Lieser (Gemeinde) Lösnich Longkamp Maring-Noviand Minheim Monzelfeld Mülheim an der Mosel Neumagen-Dhron Piesport Ürzig Veldenz Wintrich Zeltingen-Rachtig Bausendorf Bengel (Mosel) Diefenbach (bei Wittlich) Flußbach Hontheim Kinderbeuern Kinheim Kröv Reil Willwerscheid Bettenfeld Dierfeld Eckfeld Eisenschmitt Gipperath Greimerath (Eifel) Großlittgen Hasborn (Eifel) Karl (Eifel) Laufeld Manderscheid Meerfeld Musweiler Niederöfflingen Niederscheidweiler Oberöfflingen Oberscheidweiler Pantenburg Schladt Schwarzenborn (Eifel) Wallscheid Berglicht Breit Büdlich Burtscheid (Hunsrück) Deuselbach Dhronecken Etgert Gielert Gräfendhron Heidenburg Hilscheid Horath Immert Lückenburg Malborn Merschbach Neunkirchen (Hunsrück) Rorodt Schönberg (bei Thalfang) Talling Thalfang Burg (Mosel) Enkirch Irmenach Lötzbeuren Starkenburg (Mosel) Traben-Trarbach Altrich Arenrath Bergweiler Binsfeld Bruch (Eifel) Dierscheid Dodenburg Dreis Esch (bei Wittlich) Gladbach (Eifel) Heckenmünster Heidweiler Hetzerath (Eifel) Hupperath Klausen (Eifel) Landscheid Minderlittgen Niersbach Osann-Monzel Platten (bei Wittlich) Plein Rivenich Salmtal Sehlem (Eifel) Morbach WittlichKarte
Über dieses Bild
Blick vom Haus Moselblick auf die Piesporter Moselschleife. Im Hintergrund der etwa 190 m ü. NN hohe Minheimer Grauberg.
Blick auf Siedlung (Vordergrund) und Niederemmel (Hintergrund)
Blick auf den Ortsteil Siedlung, im Hintergrund Neumagen-Dhron
Allerheiligenkapelle in Müstert

Piesport ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Rheinland-Pfalz und größter Weinbauort im Anbaugebiet Mosel. Sie gehört seit dem 1. Januar 2012 der Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues an. Piesport ist ein staatlich anerkannter Fremdenverkehrsort.[2]

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf Niederemmel und Müstert (am Brückenkopf der vorderen Brücke mit der Allerheiligenkapelle) und der "Siedlung" (am linken Brückenkopf der hinteren Brücke) von der Moselloreley von der Panoramastraße aus. Am rechten Bildrand liegt der historische Ortskern von Piesport, etwas weiter flussaufwärts auf der gleichen Flussseite der Ortsteil Ferres. Oberhalb Ferres ist die bekannte Weinlage des Piesporter Goldtröpfchens. Im Hintergrund rechts die etwa 300 m ü. NN hohen Berge zur Eifel (Ameisenberg und Verbotene Hecke). Sie sind beliebte Startplätze für Gleitschirmflieger.


Piesport besteht aus den Ortsteilen:

links der Mosel: Alt-Piesport und Ferres,
rechts der Mosel: Niederemmel (Emmel, Reinsport und Müstert), der Siedlung und dem Wochenendhausgebiet "Zimmet".

Die Ortsgemeinde liegt, umgeben von Weinbergen, Wiesen und Wäldern, an einer nach Norden ausbuchtenden Moselschleife im Moseltal zwischen Bernkastel-Kues und Trier, genauer zwischen Minheim und Neumagen. Der Ortsteil Piesport befindet sich am linken, Eifel-seitigen Flussufer. Auf der gegenüberliegenden, Hunsrück-seitigen, flach ansteigenden Flussseite liegt der Ortsteil Müstert und etwas weiter flussabwärts, am Ausgang der Schleife, der Ortsteil Reinsport. Der höher gelegene Ortsteil um die Kirche St. Martin ist Emmel. Ferres liegt etwas flussaufwärts am linken Flussufer. Müstert bestand früher nur aus wenigen Häusern, die sich um die Allerheiligenkapelle am Brückenkopf der unteren der beiden Moselbrücken versammeln. Dieser Ortsteil ist im Laufe der Jahrhunderte mit Emmel und Reinsport zusammengewachsen und bildete bis zur Verwaltungsreform 1969 die selbstständige Gemeinde Niederemmel. Durch den Ortsteil Niederemmel führt die B 53, die Moseluferstraße. Hiervon zweigen an einem Verteilerkreisel am Ortseingang aus Richtung Neumagen die L 50 nach Norden über die Moselbrücke nach Klausen und die L 156 nach Süden in Richtung Neumagen-Dhron ab.

Klima[Bearbeiten]

Schwankungen der Niederschlagsmengen

Der Jahresniederschlag beträgt 737 mm. Die Niederschläge liegen im mittleren Drittel der in Deutschland erfassten Werte. An 49 Prozent der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,5 mal mehr Niederschläge als im Februar. Sie variieren nur minimal und sind extrem gleichmäßig über das Jahr verteilt. An nur drei Prozent der Messstationen werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Namensherkunft[Bearbeiten]

Es ist davon auszugehen, dass es an der Stelle des heutigen Ortes in römischer Zeit eine Furt durch die Mosel gab, durch die bei niedrigem Wasserstand Wagen fahren konnten. Diese Furt war dem Mercurius Bigontius, einer lokalen Gottheit, geweiht, woraus sich der Name Porto Pigontio ableitete, aus dem allmählich Piesport wurde.
Dem Bigontius war auch ein Heiligtum geweiht, das am nördlichen, linksseitigen Ufer am Berghang stand und an das heute nur noch das Kapellenhäuschen erinnert, das im Volksmund auch Michelskirch genannt wird (Lage→49.8881406372226.9281297922222). In christlicher Zeit wurde es durch ein dem Hl. Erzengel Michael geweihten Gotteshaus abgelöst, das im Jahre 1350 als matrix ecclesia („Mutterkirche“) bezeugt wurde. Allerdings baute man wegen des langen und mühsamen Wegs zum Pfarrort Piesport am Moselufer eine neue Kirche mit dem Patrozinium des Hl. Michael, die heutige Pfarrkirche St. Michael.[3]

Geschichte[Bearbeiten]

Bereits die Römer siedelten in der Region um Piesport. „Wie die Ränge eines Amphitheaters“ rahmten die Weinberge den Ort ein, schrieb der Dichter Ausonius. Zwischen den Ortsteilen Alt-Piesport und Ferres wurde 1985 die größte römische Kelteranlage nördlich der Alpen entdeckt und teilweise rekonstruiert. Sie ist Zentrum des jährlich am zweiten Oktoberwochenende stattfindenden Römischen Kelterfestes. 1950 wurde in einem Sarkophag auf einem Gräberfeld bei Niederemmel ein römisches Diatretglas gefunden, das sich heute im Rheinischen Landesmuseum Trier befindet. Zeugen der Römerzeit sind auch die Römerstraße (L 157) auf der Höhe zwischen Niederemmel und Morbach, an der beim Jagdschloss Tonnkopf ein Römergrab gefunden wurde, sowie der Römerhof am südlichen Ortsrand von Niederemmel.

Die erste urkundliche Erwähnung von Piesport war 776. Zwischen 1506 und 1508 verlor Piesport 82 von seinen 95 Bürgern durch die Pest. Im Mittelalter und der frühen Neuzeit gehörte Piesport zu Kurtrier. Ab 1794 stand das Gebiet unter französischer Herrschaft, 1815 wurde es auf dem Wiener Kongress dem Königreich Preußen zugeordnet. Seit 1946 ist es Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Die heutige Gemeinde wurde am 7. Juni 1969 aus den aufgelösten Gemeinden Piesport (damals 503 Einwohner) und Niederemmel (1.633 Einwohner) neu gebildet.[4]

Zum 1. Januar 2012 wurde die Verbandsgemeinde Neumagen-Dhron im Rahmen der Kommunal- und Verwaltungsreform aufgelöst und die Ortsgemeinde Piesport in die Verbandsgemeinde Bernkastel-Kues eingegliedert.[5]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Piesport besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Ortsgemeinderat:[6]

Wahl SPD CDU WGR WGR Gesamt
2014 2 9 2 3 16 Sitze
2009 2 9 5 16 Sitze
2004 3 5 8 16 Sitze

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • St. Michael, erbaut im 18. Jahrhundert
  • Allerheiligenkapelle, Müstert, erbaut 1553. Der Name des Ortsteils geht auf das lateinische monasterium zurück. Es wird vermutet, dass hier (Lage→49.8839117941676.92725271) bereits im 6./7. Jahrhundert ein kirchliches Zentrum war, das in der ersten Phase der Christianisierung der Gegend zunehmend Bedeutung gewann und später für die Dörfer Piesport, Emmel und Müstert seelsorgerisch zuständig war. Anfang 882 fiel die Pfarrei Müstert vermutlich dem Normannensturm zum Opfer. Seine Zuständigkeiten übernahmen die Piesporter und Emmeler Kirchen. Im Folgenden weisen Urkunden Müstert als Munster (1055), Munstre (1098), Monasterium (1179) und Münster (Anfang 19. Jahrhundert) aus. Der heutige Kirchenbau stammt aus dem Jahr 1553 und wurde 1680 geweiht. Zwei Seitenaltäre und ein hölzerner Hochaltar mit zwei Gemälden (Krönung Mariens und eine Allerheiligendarstellung im Rundbogenfeld zwischen zwei Paaren korinthischer Säulen und Flügeln aus durchbrochen geschnitzten Akanthusranken) bestimmen das Innere.
  • Römische Kelteranlage am Ende des Ortsteils Piesport in Richtung Ferres (Lage→49.8858698619446.9114840030556)

Siehe auch Liste der Kulturdenkmäler in Piesport

Moselloreley[Bearbeiten]

Am linken Moselufer gegenüber Niederemmel liegt das Naturdenkmal Moselloreley, ähnlich der Loreley am Rhein. Das steil aus der Mosel 85 m hoch aufragende Felsmassiv lässt flussabwärts keine Verkehrsverbindungen zu; das Steilufer bietet nicht einmal Platz für einen Fußweg. Doch an ihren sehr steilen Hängen finden sich vereinzelt Weinberge. In den 1930er-Jahren wurde für ein Jahrzehnt lang Bergbau betrieben. Über der Moselloreley befindet sich ein Wanderweg.

Weinbau[Bearbeiten]

Piesport ist erheblich vom Weinbau geprägt und mit 413 Hektar bestockter Rebfläche die mit Abstand größte Weinbaugemeinde der Mosel. Es wird traditionell überwiegend Riesling angebaut. Der Ort zählt zum Bereich Bernkastel. Die Rebflächen liegen in der Großlage Michelsberg. Man unterscheidet die folgenden zehn Piesporter Einzellagen:

  • Schubertslay
  • Grafenberg
  • Gärtchen
  • Kreuzwingert
  • Hofberger

Theo Haart vom Weingut Reinhold Haart in Piesport wurde von der Zeitschrift Gault Millau im November 2006 zum Winzer des Jahres 2007 gewählt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Johannes Hau, war von 1765 bis 1803 Pfarrer der Michaelskirchgemeinde in Piesport, führte die historische Wende zum Wiederanbau der Rieslingrebe im Weinort Piesport herbei. Ihm zu Ehren trägt ein Brunnen von 1983 vor der St.-Michaels-Kirche seinen Namen.[7]
  • Reinhard Heß (1904-1998), Trierer Maler und bedeutender Glasmaler, schuf verschiedene Kirchenfenster der St.-Martins-Kirche in Niederemmel
  • Philipp Lichter war von 1834–1870 Pfarrer der Michaelskirchgemeinde in Piesport
  • Winfried Weber (* 1945), deutscher Christlicher Archäologe und langjähriger Direktor des Bischöflichen Dom- und Diözesanmuseums in Trier, wurde in Piesport geboren

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. Piesport; Gebäude- und Kulturführer. Hrsg. Ortsgemeinde Piesport; Idee, Beratung und Mitgestaltung: Edgar Breit, Ortsbürgermeister; Texte und Mitgestaltung: Josef Schemer; 1995
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 192 (PDF; 2,1 MB)
  5. Aus drei Verbandsgemeinden werden zwei, www.volksfreund.de am 14. September 2011
  6. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  7. Infotafel am Brunnen