Pietà

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Dieser Artikel erläutert eine Darstellung in der bildenden Kunst. Zu weiteren Bedeutungen siehe Pieta.
Pietà von Pietro Perugino

Die Pietà (italienisch für ‚Frömmigkeit, Mitleid‘) dt. auch Vesperbild, ist in der bildenden Kunst die Darstellung Marias als Mater Dolorosa (Schmerzensmutter) mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesus Christus.

Das Motiv ist in der Bildhauerkunst seit dem frühen 14. Jahrhundert gebräuchlich und wird von der älteren Forschung in Verbindung mit der Entstehung des Andachtsbildes gebracht. Der frömmigkeitsgeschichtliche Ursprung ist in der verstärkten Hinwendung zum Leiden Christi am Kreuz und des Mitleidens seiner Mutter mit ihrem Sohn zu sehen. Der formale Ursprung der Vesperbilder in mehrfigurigen Beweinungsdarstellungen wird immer wieder behauptet, ist aber nicht bewiesen. Die Pietà zählt zu den bekanntesten ikonographischen Darstellungen des Mittelalters.

Vesperbilder sind in den meisten katholischen Kirchen zu finden. Die Szene bildet die vorletzte Station der Kreuzwegandacht; sie ist ein Hauptinhalt des Gedächtnisses der Schmerzen Mariens. Die Bezeichnung Vesperbild beruht auf der Vorstellung, dass Maria der Leichnam ihres Sohnes am Karfreitag ungefähr zur Zeit des Abendgebets, das heißt zur Stunde der liturgischen Vesper, in den Schoß gelegt wurde.

Beispiele [Bearbeiten]

Pietà in der Kirche St. Georg, Dinkelsbühl

Die frühesten erhaltenen Darstellungen werden in die ersten Jahrzehnte des 14. Jahrhunderts datiert. Sie stammen aus dem Raum zwischen Naumburg (Naumburger Dom, um 1330), Erfurt (Ursulinenkloster, um 1340) und Coburg (Museum auf der Veste Coburg, um 1320) und aus dem Bodenseegebiet (Radolfzell, heute Augustinermuseum Freiburg, um 1330). Die Datierung der sogenannten Pietà Roettgen (Rheinisches Landesmuseum Bonn), die möglicherweise ebenfalls zu den frühesten Vesperbildern zählt, ist immer noch umstritten. Möglicherweise stand ein noch etwas älteres Vesperbild in der Kirche der Karmeliten zu Köln (nach Gelenius in einem Ablass zu 1298 erwähnt). Zu den bekanntesten Bildwerken dieses Sujets zählen Michelangelo Buonarottis Pietà im Petersdom (Cappella della Pietà) im Vatikan aus Marmor, die (unvollendete) Pietà Rondanini in Mailand und die Florentiner Pietà di Palestrina. Die Pietà bildet auch einen Schwerpunkt im Werk von Giovanni Bellini.

Drei Darstellungen einer Pietà aus Leder befinden sich in der Hauptpfarrkirche St. Peter und Paul im rheinischen Eschweiler und in der Wallfahrtskirche im hessischen Dieburg.

Eine Kopie der Pietà von Michelangelo befindet sich in der Sankt-Hedwigs-Kathedrale in Berlin.

Eine einzigartige Pietà befindet sich in der Heilig-Kreuz-Kapelle beim Wallfahrtskloster Blieskastel („Unsere Liebe Frau mit den Pfeilen“). In diesem Vesperbild aus dem 14. Jahrhundert stecken fünf eiserne, mittelalterliche Pfeilspitzen. Nach der legendären Überlieferung wurden die Pfeile von Frevlern hineingeschossen.

Literatur [Bearbeiten]

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Pietà – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Pieta – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen