Pieter Sjoerds Gerbrandy

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Pieter Sjoerds Gerbrandy, 1942

Pieter Sjoerds Gerbrandy (* 13. April 1885 in Goënga; † 7. September 1961 in Den Haag) war ein niederländischer Politiker und vom 3. September 1940 bis 24. Juni 1945 Ministerpräsident der niederländischen Exilregierung in London.

Von 1920 bis 1930 war er Mitglied des Provinzparlaments von Friesland für die Anti-Revolutionaire Partij (ARP). Später war er Jura-Professor an der Freien Universität Amsterdam und seit 1939 niederländischer Justizminister. Von 1936 bis 1940 war er Mitherausgeber der in Amsterdam erscheinenden juristischen Zeitschrift „Geistiges Eigentum – Copyright – La Propriété Intellectuelle“.

Nach dem deutschen Angriff auf die Niederlande kapitulierten diese am 14. Mai 1940. Die königliche Familie und die Regierung flohen nach London. Gerbrandy übernahm das Amt des Ministerpräsidenten der Exilregierung in London. Er erklärte am 8. Dezember 1941, am Tag nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, Japan den Krieg. Am 4. September 1944 kündigte er über Radio Oranje den Niederländern die baldige Befreiung an. Der Schwerpunkt der militärischen Aktionen der Alliierten verlegte sich jedoch dann in Richtung Deutschland, so dass es im Zusammenhang mit einem von ihm initiierten Eisenbahnerstreik und dem folgenden Embargo durch die deutsche Besatzung unter Arthur Seyß-Inquart zum Zusammenbruch der Lebensmittelversorgung der Bevölkerung und einem Hungerwinter in den Niederlanden kam. Erst im April 1945 konnte er in die Niederlande zurückkehren. Nach seinem Rücktritt bekämpfte er insbesondere die Ostasienpolitik der neuen Regierung. 1955 wurde ihm der Ehrenrang eines Staatsministers verliehen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pieter Sjoerds Gerbrandy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien