Pietro Gasparri

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Pietro Gasparri
Kardinal Gasparri unterzeichnet die Lateranverträge; 11. Februar 1929

Pietro Kardinal Gasparri (* 5. Mai 1852 in Capovallazza di Ussita, Provinz Macerata, Italien; † 18. November 1934 in Rom) war Kardinalstaatssekretär der katholischen Kirche.

Leben[Bearbeiten]

Pietro Gasparri studierte die Fächer Philosophie und Katholische Theologie an verschiedenen Universitäten Roms. Er empfing am 31. Mai 1877 das Sakrament der Priesterweihe und arbeitete anschließend als persönlicher Sekretär bei Kardinal Teodolfo Mertel sowie als Professor für Kanonisches Recht in Rom und Paris. 1896 gehörte er der Päpstlichen Kommission zur Untersuchung der Gültigkeit anglikanischer Weihen an.

1898 ernannte ihn Papst Leo XIII. zum Titularerzbischof von Caesarea in Palaestina und zum Apostolischen Delegaten für Peru, Ecuador und Bolivien. Die Bischofsweihe empfing Pietro Gasparri durch Kardinal François Richard. 1901 wurde er Kurialsekretär für Außerordentliche Kirchliche Angelegenheiten, 1904 Sekretär der Päpstlichen Kommission für Kodifizierung des Kanonischen Rechts. 1907 nahm ihn Papst Pius X. in das Kardinalskollegium auf. Als Kardinalpriester erhielt er die Titelkirche San Bernardo alle Terme, 1915 wechselte er jedoch als Kardinalpriester die Titelkirche und übernahm den Titel von San Lorenzo in Lucina. Von Mai 1914 bis Januar 1915 und von Dezember 1916 bis zu seinem Tode versah Pietro Gasparri das Amt des Camerlengo. Er nahm am Konklave des Jahres 1914 teil und wurde im Herbst des gleichen Jahres Kardinalstaatssekretär. Von 1914 bis 1918 versah er zusätzlich das Amt des Präfekten des Apostolischen Palastes.

1917 ernannte ihn Papst Benedikt XV. nach der Veröffentlichung des neuen Codex Iuris Canonici zum Präsidenten der Päpstlichen Kommission für die authentische Auslegung des Codex Iuris Canonici.

Nach dem Konklave des Jahres 1922 bestätigte ihn der neu gewählte Papst Pius XI. in seinen Ämtern. 1925 erhielt Pietro Gasparri die Ernennung zum Kardinalpräfekten der Kurialkongregation für Außerordentliche Kirchliche Angelegenheiten. Einer breiten Öffentlichkeit wurde er als Unterzeichner des Lateranvertrags mit Benito Mussolini am 11. Februar 1929 bekannt, der den Streit zwischen Italien und Vatikan beendete. Im Dezember 1929 wurde er Präsident der Kardinalskommission zur Vorbereitung der Kodifizierung des Orientalischen Kanons. Er trat im Februar 1930 als Kardinalstaatssekretär zurück.

Pietro Gasparri starb am 18. November 1934 in Rom und wurde auf dem Friedhof von Ussita bestattet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Francesco Maria Taliani: Vita del Cardinale Pietro Gasparri, Segretario di Stato e povero prete; Mailand 1938
  • L. Fiorelli (Hrsg.): Il Cardinale Pietro Gasparri; Rom 1960
  • Francesco Roberti: Il Cardinal Pietro Gasparri: L’uomo, il sacerdote, il diplomatico, il giurista; Apollinaris 23 (1960), S. 5–43

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pietro Gasparri – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Francesco Salesio Kardinal Della Volpe Kardinalkämmerer
1916–1934
Eugenio Kardinal Pacelli
Domenico Kardinal Ferrata Kardinalstaatssekretär
1914–1930
Eugenio Kardinal Pacelli
Rafael Merry del Val y Zulueta Präfekt des Apostolischen Palastes
1914–1918
Giovanni Tacci Porcelli
--- Präsident der Päpstlichen Kommission für die Interpretation von Gesetzestexten
1917–1930
Luigi Kardinal Sincero