Pillnitz

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Pillnitz (Begriffsklärung) aufgeführt.

51.00888888888913.874166666667133Koordinaten: 51° 0′ 32″ N, 13° 52′ 27″ O

Pillnitz
Stadtteil der Landeshauptstadt Dresden
Höhe: 110–340 m
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 01326
Vorwahl: 0351
Landkreis Bautzen Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge Landkreis Meißen Altfranken Altstadt I Altstadt II Blasewitz Borsberg Brabschütz Briesnitz Bühlau Coschütz Cossebaude Cotta Cunnersdorf Dobritz Dölzschen Dresdner Heide Eschdorf Friedrichstadt Gönnsdorf Gomlitz Gompitz Gorbitz Gostritz Großluga Kleinluga Großzschachwitz Gruna Helfenberg Hellerau Gittersee Hellerberge Hosterwitz Kaditz Kaitz Kauscha Kemnitz Kleinpestitz Kleinzschachwitz Klotzsche Krieschendorf Langebrück Laubegast Lausa Leuben Leubnitz-Neuostra Leuteritz Leutewitz Lockwitz Löbtau Loschwitz Malschendorf Marsdorf Merbitz Meußlitz Mickten Mobschatz Mockritz Naußlitz Neustadt Nickern Obergohlis Niedergohlis Niederpoyritz Niedersedlitz Niederwartha Oberpoyritz Oberwartha Ockerwitz Omsewitz Pappritz Pennrich Pieschen Pillnitz Plauen Podemus Prohlis Räcknitz Reick Reitzendorf Rennersdorf Rochwitz Roitzsch Rossendorf Roßthal Schönborn Schönfeld Schullwitz Seidnitz Söbrigen Sporbitz Steinbach Stetzsch Strehlen Striesen Tolkewitz Torna Trachau Trachenberge Übigau Unkersdorf Wachwitz Weißer Hirsch Weißig Weixdorf Wilschdorf Wölfnitz Zaschendorf Zöllmen Zschertnitz ZschierenKarte
Über dieses Bild

Lage der Gemarkung Pillnitz in Dresden

Bekannt ist Pillnitz durch das gleichnamige Schloss
Blick über den königlichen Weinberg und die Weinbergkirche in Richtung Sächsische Schweiz
Die Elbinsel bei Pillnitz
Autofähre über die Elbe in Pillnitz

Pillnitz ist ein früherer Vorort – die Eingemeindung erfolgte 1950 – und heutiger Stadtteil von Dresden im Ortsamtsbereich Loschwitz. Zusammen mit Hosterwitz bildet Pillnitz den statistischen Stadtteil Hosterwitz/Pillnitz.

Es ist in seiner gesamten Struktur dörflich erhalten, gehört zur Großlage Elbtal des sächsischen Weinanbaugebiets und liegt am rechten Elbufer etwa 15 km flussaufwärts vom Stadtzentrum. Der Stadtteil, zu dem auch noch weitere Dörfer, zum Beispiel Hosterwitz und Söbrigen gehören, hatte Ende 2009 eine Einwohnerzahl von 3.407.

Überregionale Bekanntheit hat Pillnitz durch sein Schloss und den dazugehörigen Park mit der Pillnitzer Kamelie erlangt. In der über dem Elbufer in große Grünanlagen gebetteten Anlage, die zu den touristischen Attraktionen Dresdens zählt, richteten die der Bildwirkerei verschriebenen Textilkünstler Max Wislicenus und Wanda Bibrowicz im Jahr 1920 die Pillnitzer Werkstätten für Kunstweberei und Bildwirkerei ein, die bis zum Zweiten Weltkrieg bestanden. Zu den sehenswerten Zielen zählt außerdem die idyllisch inmitten der Weinberge gelegene Weinbergkirche.

Weltgeschichtliche Relevanz hatte die Pillnitzer Deklaration als Reaktion auf die Französische Revolution.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlung des Elbtals setzte zu Beginn des 7. Jahrhunderts ein. Die Sorben waren es, die in das fast unbesiedelte Elbtal einwanderten. Hier entstanden zahlreiche Neugründungen, unter ihnen auch die Siedlung Pillnitz. Die Gründe, sich hier niederzulassen, sind vor allem darin zu suchen, dass die Elbe zum einen als Verkehrsverbindung diente und zum anderen die Nahrung (Fische) lieferte. Hinzu kam der fruchtbare Boden dieser Gegend, der dem Ackerbau diente. Auf die slawische Gründung verweist der Ortsname „Pillnitz“ selbst.

Urkundlich erstmals erwähnt wurde Pillnitz im Jahre 1335 unter dem Namen „Belennewitz“ und im Jahre 1350 unter dem Namen „Belanicz“. Als erster urkundlich erwähnter Grundherr tritt 1335 ein „Ludewicus de Belennitz“ auf. Weitere Quellen für diese Zeit sind bisher nicht bekannt. Erst 1403 findet sich infolge einer Übertragung des Pillnitzer Besitztums durch Markgraf Wilhelm von Meißen an die Ehefrau des Heinrich von Karaß eine weitere Quelle. In dieser Urkunde werden erstmals der Weinbau um Pillnitz, der Fischfang, der Meixgrund mitsamt seiner Mühle und zwei Gutshöfe erwähnt.

Schloss Pillnitz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Pillnitz

Gegenwart[Bearbeiten]

Blick auf das "Fischerhaus", ein im 18. Jh. erbautes Fachwerkhaus in der August-Böckstiegel-Straße

In der Folgezeit des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Pillnitz immer mehr zum Ausflugsziel der Bürger Dresdens. Durch die Errichtung der Dampferanlegestelle kam es zu einem Zuzug an Dresdner Bürgern (z. B. Carl Gustav Carus). Zahlreiche Ausflugsgaststätten lockten die Besucher an, die ab 1913 auch per Straßenbahn nach Pillnitz gelangen konnten. Am 25. Juni 1924 kamen Schloss und Park Pillnitz in staatlichen Besitz.

Während des Zweiten Weltkriegs dienten das Bergpalais und die Schlosskapelle als Auslagerungsstätten für einen Teil der Gemäldegalerie. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg diente Schloss Pillnitz für einige Monate als zentrales Sammeldepot für die geretteten Dresdner Kunstschätze, bevor sie zum Teil in die damalige Sowjetunion abtransportiert wurden. Bis 1962 nutzten die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden das Schloss als Ausstellungsstätte. Seit 1962 ist das Kunstgewerbemuseum im Wasser- und Bergpalais angesiedelt. Nach den Umbrüchen von 1989/90 wurde in Pillnitz viel restauriert. Das Kamelienhaus wurde neu errichtet.

Heute ist Schloss und Park Pillnitz aufgrund seiner Schönheit und Geschichte ein beliebtes Ausflugsziel für die Dresdner und Touristen aus aller Welt. Auch Veranstaltungen kommen nicht zu kurz. Eine Vielzahl von klassischen Konzerten finden jährlich in der historischen Kulisse statt. Ebenso ist Pillnitz fester Bestandteil des Elbhangfestes.

In Pillnitz ist mit dem Institut für Obstzüchtung ein Teilinstitut des Julius-Kühn-Institutes beheimatet, das sich mit Obstneu- und Erhaltungszüchtung befasst. Das Institut für Obstzüchtung führt darüber hinaus die Deutsche Genbank Obst, die das genetische Erbgut aller in Deutschland beheimateten Obstsorten sammelt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pillnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien