Pilsting

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen von Pilsting
Pilsting
Deutschlandkarte, Position von Pilsting hervorgehoben
48.712.65341Koordinaten: 48° 42′ N, 12° 39′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Niederbayern
Landkreis: Dingolfing-Landau
Höhe: 341 m ü. NN
Fläche: 71,05 km²
Einwohner:

6211 (31. Dez. 2011)[1]

Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km²
Postleitzahl: 94431
Vorwahl: 09953
Kfz-Kennzeichen: DGF
Gemeindeschlüssel: 09 2 79 132
Adresse der
Marktverwaltung:
Marktplatz 8-12
94431 Pilsting
Webpräsenz: www.pilsting.de
Bürgermeister: Josef Hopfensperger (CSU / Freie Wählergem.)
Lage des Marktes Pilsting im Landkreis Dingolfing-Landau
Karte
Der Marktplatz von Pilsting
Das Rathaus
Die Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
Die Friedhofskapelle

Pilsting ist ein Markt im niederbayerischen Landkreis Dingolfing-Landau.

Inhaltsverzeichnis

Geografie [Bearbeiten]

Der Markt Pilsting liegt im Isartal im Landkreis Dingolfing-Landau.

Er wird in fünf Gemarkungen gegliedert: Ganacker, Großköllnbach, Harburg, Pilsting, Waibling.

Die wichtigsten Ortsteile verteilen sich wie folgt auf die Gemarkungen:

  • Peigen (Gemarkung Harburg)
  • Oberndorf (Gemarkung Pilsting)
  • Parnkofen (Gemarkung Waibling
  • Ganacker (Gemarkung Ganacker)
  • Leonsberg (Gemarkung Großköllnbach)
  • Großköllnbach (Gemarkung Großköllnbach)
  • Harburg (Gemarkung Harburg)
  • Goben (Gemarkung Harburg)
  • Waibling (Gemarkung Waibling)
  • Mögling (Gemarkung Ganacker)
  • Trieching (Gemarkung Ganacker)

Geschichte [Bearbeiten]

Vorgängersiedlungen im und um den Ort gibt es seit der Jungsteinzeit. Bereits im Jahre 889 nach Christus wurde Pilsting in einer Urkunde als „ad Pilistingon“ als Besitz der Grafen von Frontenhausen erwähnt. Durch den Burgvogt in Landau wurde der Ort Pilsting 1237 in Brand gelegt und ausgeplündert. Im Friedensvertrag vom 5. Mai 1237 musste sich Herzog Otto verpflichten, Bischof Siegfried von Regensburg für die Zerstörung Pilstings zu entschädigen und die Durchgangsstraße nicht mehr zu blockieren. Pilsting wurde als Markt (seit 1380) samt den dazugehörigen Besitzungen, Rechten und Privilegien im Jahr 1386 vom Hochstift Regensburg an die bayerischen Herzöge verkauft. Der Dreißigjährige Krieg und vor allem der Brand im Jahr 1789 verwüsteten den in dieser Zeit zum Rentamt Landshut und zum Landgericht Teisbach des Kurfürstentums Bayern gehörenden Ort. 1812 wurde eine Poststation errichtet. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde.

Eingemeindungen [Bearbeiten]

In den Markt Pilsting wurden am 1. Januar 1972 mit der Gemeindegebietsreform die ehemals selbständigen Gemeinden Ganacker (teilweise) und Waibling eingegliedert.[2] Großköllnbach folgte am 1. Januar 1978.[3]

Ein Teil der ehemaligen Gemeinde Harburg wurde bereits im Jahr 1945 oder 1946 nach Waibling umgegliedert.[2]

Einwohnerentwicklung [Bearbeiten]

Auf dem Gebiet der Gemeinde wurden 1970 5.429, 1987 dann 5.570 und im Jahr 2000 6.041 Einwohner gezählt

Politik [Bearbeiten]

Bürgermeister [Bearbeiten]

Josef Hopfensperger - CSU/FWG

Haushalt 2007 [Bearbeiten]

Verwaltungshaushalt Einnahmen/Ausgaben
insgesamt 8.000.998 €
davon Gewerbesteuer 1.230.485 €
Vermögenshaushalt Einnahmen/Ausgaben
insgesamt 4.335.568 €
Investitionen 2.568.243 €
davon Baumaßnahmen 1.278.300 €

Sehenswürdigkeiten [Bearbeiten]

Leonhardikirche: Kettenkirche in Ganacker

Die spätgotische Pfarrkirche in Pilsting stammt aus dem 15. Jahrhundert und wurde 1491 vollendet, der Vorgängerbau reicht jedoch bis ins 13. Jahrhundert zurück. Aus dieser Zeit ist ein Taufstein erhalten. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche mehrfach umgestaltet. 1754 barockisiert, ist sie seit 1878 regotisiert. Der 60 Meter hohe Turm stammt aus der Übergangszeit von der Romanik zur Gotik. Als Zentralkirche der ganzen Umgebung spielte die Pfarrkirche vor allem im 15. Jahrhundert eine große Rolle als Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau auf dem Moos“. Sie ist auch die letzte Ruhestätte der Hoholtinger und Kölnpecken, die ihren Adelssitz im nahe gelegenen Großköllnbach hatten.

Sehenswert ist auch die ursprünglich spätgotische, von 1720 bis 1730 barockisierte Friedhofskapelle.

Die Wieskapelle „Zum Gegeißelten Heiland“ außerhalb des Marktes entstand um das Jahr 1648 und wurde im 18. Jahrhundert umgebaut.

400 Meter nach der Ausfahrt 19 der BAB 92 Richtung Landau ist nach 400 Metern links der B 20 eine kleine Kapelle zu sehen, die Heimkehrerkapelle zur Mutter Gottes im Moos. Es handelt sich um einen Neubau von 1994, nachdem die ursprünglich 1954 von einem Kriegsheimkehrer errichtete Kapelle baufällig geworden war.[4]

Pilsting besitzt darüber hinaus einen denkmalgeschützten Marktplatz.

In Ganacker befindet sich eine Leonhardikirche, die als Kettenkirche bemerkenswert ist.

Liste der Baudenkmäler in Pilsting

Wirtschaft und Infrastruktur [Bearbeiten]

Wirtschaft sowie Land- und Forstwirtschaft [Bearbeiten]

Am Ort gibt es eine Anzahl an mittelständischen Handwerks- und Gewerbebetriebe (Bekleidung, Holz- und Eisenverarbeitung). Bekannt ist der Ort aber durch das Goggomobil: 1946 wurde am westlichen Ortsrand von Friedrich Hahn ein metallverarbeitender Betrieb errichtet, der 1951 an die Isaria Maschinenfabrik von Hans Glas überging. Im selben Jahre kam der Motorroller unter dem Namen Goggo und 1954 ein Kleinwagen, das „Goggomobil“, auf den Markt. Später kam es zur Übernahme durch BMW und durch die Traktorenwerke Eicher. Von 1973 bis 2009 wurden auf diesem Gelände NEOPLAN-Busse gebaut, 2009 wurde die Busproduktion von der Viseon übernommen.

Es gab 1998 nach der amtlichen Statistik im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 32, im produzierenden Gewerbe 1.271 und im Bereich Handel und Verkehr 155 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 151 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 2.123. Im verarbeitenden Gewerbe gab es keine, im Bauhauptgewerbe drei Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 214 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 5.154 ha, davon waren 4.858 ha Ackerfläche und 289 ha Dauergrünfläche.

Verkehr [Bearbeiten]

Seit der Fertigstellung der Bundesautobahn 92 München–Deggendorf 1988 führt die Hauptverkehrsader des Isartals nicht mehr durch Pilsting.

Am 15. Oktober 1875 wurde im Ortsteil Harburg der Bahnhof Pilsting der Bahnstrecke Mühldorf–Plattling eröffnet. Dieser diente noch lange Zeit an der Bahnstrecke Landshut–Plattling nur mehr betrieblichen Zwecken (Zugkreuzungen) und ist heute gänzlich zurückgebaut; die nächsten für den Personen- bzw. Güterverkehr genutzten Stationen liegen in Landau an der Isar bzw. Dingolfing.

Bildung [Bearbeiten]

Im Jahr 2010 gab es folgende Einrichtungen:

  • Kindergärten: 187 Kindergartenplätze mit 185 Kindern
  • Volksschulen: 1 mit 25 Lehrern und 364 Schülern

Persönlichkeiten [Bearbeiten]

  • Der Schauspieler Charles M. Huber beschreibt seine Kindheit in Großköllnbach in seinen Erinnerungen „Ein Niederbayer im Senegal“.
  • Der Schriftsteller Hans Carossa (1878–1956) hat in Pilsting (chiffriert als „Kading“) seine ersten Jahre verbracht und in seiner autobiografischen Dichtung „Eine Kindheit“ (1922) darüber berichtet.
  • Hans Glas (1890–1969 in Dingolfing), deutscher Unternehmer
  • Herbert Schindler († 2007), war ein deutscher Schriftsteller
  • Heiner Stadler (* 1948), ist ein deutscher Journalist und Fernseh-Dokumentarfilmer

Ehrenbürger [Bearbeiten]

Naturschutz [Bearbeiten]

Die Gemeinde hat im Westen Anteil am bayernweit bedeutenden Niedermoor Königsauer Moos.

Einzelnachweise [Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Quartale (hier viertes Quartal, Stichtag zum Quartalsende) (Hilfe dazu)
  2. a b  Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C.H.Beck’sche Verlagsbuchhandlung, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 505.
  3.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 634.
  4. KSK Pilsting: Heimkehrerkapelle

Weblinks [Bearbeiten]

 Commons: Pilsting – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien