Pim Lier

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Albrecht Willem (Pim) Lier (* 22. Juli 1918 in Den Haag; † nach 1986[1]) ist ein niederländischer Jurist und war ehemals Rechtsanwalt und Staatsanwalt. Er ist ein Halbbruder von Königin Juliana.[2]

Lier wurde in Den Haag geboren. Er ist der Sohn von Prinz Heinrich zu Mecklenburg, dem Ehemann von Königin Wilhelmina, und Mien Abbo-Wenneker (eigentlich Willemina Wenneker, 1887–1973). 1919 heiratete Mien Abbo-Wenneker den Leutnant Jan Derk Lier, der Pim als seinen Sohn anerkannte. Das Ehepaar erhielt einhunderttausend Gulden und einen monatlichen Unterhalt von tausend Gulden, der später auf 500 Gulden gekürzt wurde. Einigen Quellen zufolge hatte Prinz Heinrich weitere fünf uneheliche Kinder von Mien Abbo-Wenneker, die in der Zeit geboren wurden, als sie verheiratet war, unter ihnen Edith Schaap-Abbo.

Die Existenz des Halbbruders wurde 1979 von Loe de Jong in Abschnitt 9 seines Werks: „Das Königreich der Niederlande im Zweiten Weltkrieg“ erwähnt, nennt dabei aber die Namen „Elisabeth Le Roi“ als die Liebhaberin von Prinz Heinrich und „Henry“ als deren Sohn. Die Boulevard-Zeitung De Telegraaf spürte Pim Lier daraufhin auf. Er hoffte, durch die königliche Familie als Mitglied anerkannt zu werden, wurde aber völlig ignoriert. In den späten 1970er Jahren besuchte er in Villefranche-sur-Mer, Frankreich, den ehemaligen Abwehr-Agenten Michael Graf Soltikow.

In den nächsten Jahren bemühte sich Lier um Anerkennung und Publizität. 1984 wechselte er auf Anregung seiner Frau Petra de Vries, in die rechtsextreme Centrumpartij, deren Vorsitzender er später wurde. 1986 wurde er jedoch von der Partei nach einer Reihe von Konflikten ausgeschlossen. Weil seine Frau unheilbar krank war, entschied er sich am 18. Dezember 1986 mit seiner Frau einen Doppelsuizid zu begehen. Er erschoss seine Frau, wagte aber nicht, sich dann zu töten. Für die Tötung seiner Frau wurde er zu 4½ Jahren Gefängnisstrafe verurteilt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nach 1986, dem Jahr seiner Verurteilung, verliert sich seine Spur. Es ist unklar, ob er noch lebt.
  2. Familiäres: Juliana. In: Der Spiegel, 45/1979, S. 284.

Literatur[Bearbeiten]

Henrik Jan Korterink: De zwarte schapen van Oranje. Hoevelaken: Verba, 1992, ISBN 9789072540546.