Pimpf

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Dieser Artikel beschreibt einen Jungen vor dem Stimmwechsel; zu weiteren Bedeutungen siehe Pimpf (Begriffsklärung).

Pimpf ist eine heute nicht mehr übliche umgangssprachliche Bezeichnung für einen Jungen vor dem Stimmwechsel.

Wortgeschichte[Bearbeiten]

Bums, Pumps, Pumpf gelten als onomatopoetische Wörter für die hörbare Flatulenz. Möglicherweise vom Diminutiv Pümpflein hergeleitet wurde die Form Pimpf gebräuchlich, kürzer und mit hellerer Lautgebung als Pümpflein.

Bedeutungswandel[Bearbeiten]

Jugendbewegung[Bearbeiten]

Mit der Bedeutung „kleiner Furz“ war Pimpf zunächst ein Scheltwort, wurde aber um 1920 zur scherzhaften Bezeichnung der jüngsten Angehörigen in der Jugendbewegung. Auch der Wirbel an der Gitarre, mit dem die Saite gespannt wird, wurde in der Jugendbewegung als Pimpf bezeichnet. Ein kleines Teil, das jedoch für das Instrument sehr wichtig ist. Auf ältere Kameraden angewandt, behielt das Wort Pimpf seine milde abwertende Bedeutung.

Pimpfe in Uniform bei der „Nachbarschaftshilfe“

Deutsches Jungvolk[Bearbeiten]

In absichtlicher Aufwertung der Nebenbedeutung wurden in der Zeit des Nationalsozialismus ab 1933 die Mitglieder des Deutschen Jungvolks (10- bis 14-jährige Jungen) offiziell Pimpfe genannt und hatten sich auch selbst als Pimpf zu bezeichnen.

  • Vorschriftsmäßige Meldung beispielsweise:
Pimpf Otto Schulze [meldet sich] zurück vom Geländelauf.

Ein Neuling im Deutschen Jungvolk durfte sich erst dann Pimpf nennen, wenn er die „Pimpfenprobe“ bestanden hatte. Erst dann durfte er zur Jungvolkuniform außer Diensthose, Lederkoppel mit Koppelschloss, Braunhemd, Halstuch und Lederknoten auch den Schulterriemen und das HJ-Fahrtenmesser tragen.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Pimpf – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen