Pinneberg

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Dieser Artikel erläutert die Stadt Pinneberg; zu anderen Bedeutungen siehe Pinneberg (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Pinneberg
Pinneberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Pinneberg hervorgehoben
53.6633333333339.79305555555569Koordinaten: 53° 40′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Schleswig-Holstein
Kreis: Pinneberg
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 21,54 km²
Einwohner: 41.726 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 1937 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 25401–25421
Vorwahl: 04101
Kfz-Kennzeichen: PI
Gemeindeschlüssel: 01 0 56 039
Adresse der
Stadtverwaltung:
Bismarckstraße 8
25421 Pinneberg
Webpräsenz: www.pinneberg.de
Bürgermeisterin: Urte Steinberg (parteilos)
Lage der Stadt Pinneberg im Kreis Pinneberg
Appen Barmstedt Bevern Bilsen Bokel Bokholt-Hanredder Bönningstedt Borstel-Hohenraden Brande-Hörnerkirchen Bullenkuhlen Ellerbek Ellerhoop Elmshorn Groß Nordende Groß Offenseth-Aspern Halstenbek Haselau Hasloh Heede Heidgraben Heist Helgoland Hemdingen Hetlingen Holm Klein Nordende Klein Offenseth-Sparrieshoop Kölln-Reisiek Kummerfeld Langeln Lutzhorn Moorrege Neuendeich Osterhorn Pinneberg Prisdorf Quickborn Raa-Besenbek Rellingen Schenefeld Seester Seestermühe Seeth-Ekholt Tangstedt Tornesch Uetersen Wedel Westerhorn Haseldorf Schleswig-Holstein Hamburg Niedersachsen Kreis Segeberg Kreis Steinburg ElbeKarte
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Pinneberg (niederdeutsch Pinnbarg) ist Kreisstadt des gleichnamigen Kreises Pinneberg im Süden Schleswig-Holsteins und gehört zur Metropolregion Hamburg. Es besteht neben dem Innenstadtbezirk aus den Stadtteilen Quellental, Thesdorf, Eggerstedt, Pinnebergerdorf (heute auch als Pinneberg-Nord bezeichnet) und Waldenau-Datum.

Geografie[Bearbeiten]

Pinneberg liegt etwa 18 Kilometer nordwestlich von der Innenstadt Hamburgs entfernt. Im Norden grenzt es an die Gemeinden Prisdorf, Kummerfeld und Borstel-Hohenraden, im Osten an die Gemeinde Rellingen, im Süden an die Gemeinde Halstenbek und die Städte Hamburg (Ortsteil Hamburg-Rissen) und Schenefeld und im Westen an die Gemeinde Appen.

Pinneberg liegt am Zusammenfluss zweier (kleiner) Flüsse, der Pinnau und der Mühlenau.

Geschichte[Bearbeiten]

In Pinneberg entstand wohl um das Jahr 1200 eine erste Burg, die der Landesherr, der Schauenburger Graf Adolf VIII. 1370 eroberte. Urkundlich als Gerichtsort (Thing) – daher stammt die Straßenbezeichnung Dingstätte – wird Pinneberg erstmals 1397 genannt, die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt von 1351. 1472 wurde an Stelle der Burg ein Renaissanceschloss errichtet, das in den Jahren 1627 und 1657 schwer beschädigt und 1720 endgültig abgerissen wurde. Von 1765 bis 1767 ließ der Landdrost Hans von Ahlfeldt als Nachfolgebau die Drostei errichten. Dieser Backsteinbau, den vermutlich Ernst Georg Sonnin erbaute, ist das bedeutendste Beispiel profaner Barockarchitektur im gesamten Kreis Pinneberg und dient heute als Kreiskulturzentrum.

Nachdem sich in der Nähe der Burg Hofbedienstete und Handwerker angesiedelt hatten, entwickelte sich die Freie Thingstätte Pinneberg, der Ort erhielt allerdings erst 1826 das Fleckensprivileg und 1875 die Stadtrechte, obwohl hier schon seit 1640 der Sitz des dänischen Landdrosten und seit 1866 der Sitz des preußischen Landrates war.

Während der Belagerung Hamburgs im Kosakenwinter 1813/14 befand sich das Hauptquartier der russischen Truppen unter General Bennigsen in Pinneberg.[2] 1905 kam es zur Eingemeindung von Pinneberger Dorf (heutiger Stadtteil Pinneberg-Nord) und im Jahr 1927 zur Eingemeindung der Gemeinden Thesdorf und Waldenau. Durch den Zustrom von Vertriebenen, überwiegend aus Ostpreußen, 1945 verdoppelte sich Pinnebergs Einwohnerzahl nach dem Zweiten Weltkrieg; im Gegensatz zu vielen anderen Städten Schleswig-Holsteins konnte Pinneberg diese zusätzlichen Einwohner auch dauerhaft halten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1824 – 900
  • 1875 – 3.060
  • 1905 – 6.074 Eingemeindung Pinnebergerdorf mit 1.500 Einwohnern
  • 1927 – 7.903 Eingemeindung Thesdorf mit 1.313 Einwohnern
  • 1939 – 13.494
  • 1948 – 24.885
  • 1955 – 25.161
  • 1970 – 36.002
  • 1990 – 37.134

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 – 39.382
  • 1999 – 39.300
  • 2000 – 39.423
  • 2001 – 39.502
  • 2002 – 39.905
  • 2003 – 40.244
  • 2004 – 41.063
  • 2005 – 41.461
  • 2006
  • 2007
  • 2008
  • 2009
  • 2010
  • 2011
  • 2012 - 43.043 (zum 30. Juni 2012)[3]

Religion[Bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten]

Christuskirche

In Pinneberg existieren mit der Heilig-Geist-Kirche (Pinneberg-Nord), der Christuskirche (Pinneberg-Mitte) sowie der Lutherkirche (Pinneberg-Süd) und der Kreuzkirchengemeinde (Waldenau) vier evangelisch-lutherische Kirchengemeinden. Darüber hinaus gibt es die Gemeinschaft in der Ev. Kirche und verschiedene evangelische Freikirchen. Die römisch-katholische Kirchengemeinde (Pfarrei St. Katharina von Alexandrien) ist aus dem Zusammenschluss der Gemeinden St. Michael und St. Pius sowie Herz Jesu (Halstenbek) entstanden. Sie gehört zum Erzbistum Hamburg. Die St. Pius-Kirche (Pinneberg-Süd/Quellental) wurde im August 2010 abgerissen.

Daneben bestehen jeweils Gemeinden der Neuapostolischen Kirche, der Zeugen Jehovas und der Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage).

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2008[4]
Wahlbeteiligung: 37,04 %
 %
40
30
20
10
0
32,80 %
31,61 %
14,45 %
11,54 %
9,51 %
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
c angetreten als GAL
d DIE BÜRGERNAHEN

Bürgermeister[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: „In Rot über grünem Dreiberg, darauf ein silberner Wellenbalken, ein silberner, in drei zinnenbewehrten Stockwerken nach oben sich verjüngender, viereckiger Zinnenturm mit offenem Tor, in dem ein goldenes, hochgezogenes Fallgitter sichtbar ist, das Ganze oben beiderseits begleitet von je einem goldenen, sechsstrahligen Stern.“[6]

Der Turm im Wappen repräsentiert die einstige Burganlage und damit die Epoche Pinnebergs als Zentrum der gleichnamigen Grafschaft. Die Ersterwähnung des Ortes „Pinnenberghe“ und der Burg erfolgte 1351. Die Burg war zeitweilig Residenz der „Pinneberger Linie“ der Grafen von Schauenburg und Holstein, deren Stammlande an der Weser lagen.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften bestehen mit der Stadt Rockville, Maryland (USA), dem Nzega-District (Tansania), mit der deutschen Volksgruppe in Hadersleben (Nordschleswig/Dänemark) und der Stadt Primorsk (Russland). Die Partnerschaft mit Rockville war nach dem Zweiten Weltkrieg 1957 die deutschlandweit erste zwischen Besiegten und Siegern.

Kultur, Medien, Sport[Bearbeiten]

„Der Philanthrop

Durch seine unmittelbare Nähe zu Hamburg ist Pinneberg kulturell nach Hamburg hin orientiert und eher eine Pendlerstadt. Hervorragend besetzt ist jedoch das jährlich am zweiten Wochenende im August stattfindende Jazzfest (der „SummerJazz“), Mentor dieser Veranstaltung war viele Jahre Gottfried Böttger, zurzeit ist es Tom Shaka. Außerdem finden noch ein Weinfest (Anfang Juli) und das eigentliche Stadtfest (Anfang September) jährlich statt. Auch das Rockfestival „Wake Up PI“ im Drosteipark nimmt immer größere Ausmaße an. Beispielsweise spielten 2006 4Lyn und One Fine Day 2007 als Headliner.

Als regionale Tageszeitung erscheint das Pinneberger Tageblatt im A. Beig Verlag. Zu diesem Verlag gehört auch eine große Druckerei, in der u. a. auch das Quickborner Tageblatt, das Wedel-Schulauer Tageblatt, die Barmstedter Zeitung sowie das Schenefelder Tageblatt produziert werden.

Seit März 2009 erscheint in Pinneberg ein Stadtmagazin mit dem Namen "Pinnwand". Es ist ein Hochglanzmagazin und thematisiert regionale und überregionale Inhalte.

Pinneberg verfügt über ein Stadtmuseum, das Samlandmuseum und das Deutsche Baumschulmuseum.

Kontrovers diskutiert wurden Teile der Pinneberger Architektur: Der so genannte „Bananenbunker“, offiziell Pinneberger Einkaufs-Zentrum (kurz PIZ), der aufgrund seiner leerstehenden Flächen und seiner knallgelben Farbe einstmals traurige Berühmtheit erlangt hatte und nun durch ein neues Management floriert, das Rathaus (das um 2000 in die neugebaute Einkaufspassage integriert wurde) sowie die beiden Gymnasien Johannes-Brahms-Schule und die Theodor-Heuss-Schule seien hier nur beispielhaft genannt.

Der größte Sportverein im Kreis ist der VfL Pinneberg mit rund 5000 Mitgliedern. Der VfL ist mit dieser Anzahl einer der führenden Vereine in Schleswig-Holstein. Weitere Vereine im Kerngebiet Pinnebergs sind der SC Pinneberg, sowie SUS Waldenau, TBS-Pinneberg und der Amateur-Sportverein-Pinneberg (ASP).

Außerdem gibt es in Pinneberg im ehemaligen Freibad seit Juli 2007 eine Wasserski- und Wakeboard-Arena mit frei zugänglichem großem Beachclub (Burmeisterallee 2), wo unter anderem von 2007 bis 2011 die T-Mobile bzw. Telekom Extreme Playgrounds ausgetragen wurden, eine eintägige Rockmusik- und Actionsport-Veranstaltung mit bis zu 8.000 Zuschauern sowie Internet- und TV-Liveübertragung. Andere regelmäßige Großveranstaltungen in der Wasserskiarena waren das Neujahrsfeuerwerk am 1. Januar, das Osterfeuer und ein Benefiz-Beachsoccer-Turnier. Nach einem Betreiberwechsel im Winter 2013/14 sind zahlreiche bauliche und konzeptionelle Änderungen geplant.

In direkter Nachbarschaft zur Wasserskiarena befindet sich das Pinneberger Hallenbad (Burmeisterallee 6) mit beheiztem 50 Meter-Becken, Sprungbecken und seit 2006 einem Edelstahl-Außenbecken mit angrenzender Liegewiese. Auch das Pinneberger Waldstadion sowie der Pinneberger Tennis-Club e.V. befinden sich in unmittelbarer Nachbarschaft.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dieser Bau des norddeutschen Barock ist das bedeutendste Baudenkmal der Stadt Pinneberg. Er steht im Ortszentrum an der Dingstätte. Im Süden schließt sich der Drosteipark an. Von 1991 an wird die Drostei als Kreiskulturzentrum genutzt.
  • Das ehemalige Amtsrichterhaus (1855)
Das Gebäude an der Dingstätte beherbergt heute das Stadtmuseum Pinneberg.
  • Die ehemalige Kreisverwaltung
Seit 1867 war Pinneberg Sitz der Kreisverwaltung. Während die Landräte in der Drostei wohnten, zog die Verwaltung in das 1893 neu erbaute Landratsamt.
Der Wasserturm am Peiner Weg wurde 1912 von der Firma Wuppermann gebaut. Er war bis 1956 für die Wasserversorgung der Stadt in Funktion. Heute ist er in Privatbesitz.
  • Das ehemalige Gutshaus in Waldenau, jetzt als Schulgebäude für die Schülerschule genutzt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Bahnhof Pinneberg
ehemaliger Güterbahnhof
Amtsgericht
Die Pinnau Richtung Saarlandstraße

Die Attraktivität von Pinneberg als Wohnort wird hauptsächlich durch seine Nähe zu Hamburg über drei Autobahnanschlüsse an die A23 und die S-Bahn-Stationen Pinneberg und Thesdorf der Linie S3 hergestellt. Dies führt zu einer schnellen Verbindung nach Hamburg und gleichzeitiger Nähe zu Naherholungsgebieten (z. B. Forst Klövensteen, Holmer Sandberge, Haseldorfer Marsch). Für Berufspendler ist die Verbindung zum Hamburger Hauptbahnhof durch den Nahverkehr der Deutschen Bahn interessant. Regionalzüge verkehren auch nach Itzehoe und in die Landeshauptstadt Kiel. Seit den 1970er Jahren ist in Pinneberg die sog. Westumgehung in Planung, von der jedoch bisher nur ein Teilstück realisiert wurde. Die endgültige Fertigstellung verzögerte sich aus planungsrechtlichen Gründen. Seit dem Jahr 2010 liegt aber ein Planfeststellungsbeschluss für den Bau der Straße vor, dessen Vollzug jedoch noch von Klagen aufgehalten werden könnte.

Das Bahnhofsgebäude aus dem Jahr 1844 ist das älteste noch bestehende Bahnhofsgebäude in Schleswig-Holstein.

Die sieben Hauptbuslinien Pinnebergs sind:

Linie Verlauf
Bus
StadtBus
185
Ellerhoop - Lurup, Neißestraße Ellerhoop - Kummerfeld - Pinneberg - Rellingen - Halstenbek - Eidelstedt - Elbgaustraße - Hamburg-Lurup
Bus
StadtBus
195
Bf. Pinneberg - U-Niendorf Nord (in den Hauptverkehrszeiten weiter bis U-Garstedt) Pinneberg - Rellingen - Egenbüttel - Ellerbek - Schnelsen - U Niendorf Markt - U Niendorf Nord (- Norderstedt - Garstedt)
Bus
StadtBus
285
Bf. Pinneberg - S-Iserbrook (zeitweilig bis Iserbrook, Reinheimer Weg) Pinneberg - - Thesdorf - Waldenau - Schenefeld - Iserbrook
Bus
StadtBus
295
Bf. Pinneberg - U-Garstedt Pinneberg - Rellingen - Ellerbek - Bönningstedt - Garstedt
Bus
StadtBus
395
Bf. Pinneberg - Tangstedt, Hesterhörn Pinneberg - Rellingen - Tangstedt
Bus
StadtBus
594
(zeitweilig ab Wedel, Schulau Fähre -) S-Wedel - U/A-Norderstedt Mitte (Schulau -) Wedel - Holm - Appen-Etz - Pinneberg - Borstel - Hohenraden - Renzel - Quickborn - Garstedt - Norderstedt
Bus
StadtBus
6663
Bf. Pinneberg - Uetersen, Buttermarkt Pinneberg - Appen - Moorrege - Uetersen

Deutscher Wetterdienst[Bearbeiten]

Pinneberg ist Senderstandort des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Der DWD betreibt hier den Langwellensender DDH47 sowie seit 2006 in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie Deutschlands einzigen NAVTEX-Sender.

Baumschulen[Bearbeiten]

In diesem Wirtschaftszweig gibt es sowohl kleine Familienbetriebe als auch Mittel- und Großbetriebe. Pinneberg ist in diesem Wirtschaftszweig laut Eigenauskunft unübertroffen in der Welt bei der Anzahl der Züchtung von unterschiedlichen Gehölzarten. Der größte Anteil der Pflanzen (dazu zählen Bäume, Sträucher, Rosen und viele weitere Blühpflanzen) wird außerhalb von Schleswig-Holstein verkauft. Kunden sind unter anderem Baumschulen des In- und Auslandes, Landschaftsgärtner, Gartencenter und Warenhäuser.

Die Baumschulen im Umkreis von Pinneberg bewirtschaften etwa eine Fläche von 4.170 Hektar, die jedoch seit einigen Jahren stetig abnimmt. Zum einen erlaubt die Zugehörigkeit zur Metropolregion Hamburg eine profitablere Verwertung der Flächen zu Wohnzwecken, zum anderen werden die Folgen des jahrzehntelangen Gebrauchs von Pflanzen- und Insektengiften zunehmend gravierender. Mehrere Trinkwasserbrunnen im Gebiet der Stadt Pinneberg mussten wegen bedrohlich erhöhter Belastung durch Insektizide und Fungizide bereits in den frühen 1990er Jahren geschlossen werden.

ILO-Werke[Bearbeiten]

(2012) ILO-Werk Empfangsgebäude im Bauhausstil, erbaut 1932

Von 1913 bis zur Schließung 1990 waren die ILO-Motorenwerke in Pinneberg ansässig. Das Unternehmen war der größte Produzent von Zweitaktmotoren in Deutschland und war maßgeblich am Aufschwung der Region in den 1950er und 1960er Jahren beteiligt.

Union-Eisenwerke – Wupperman[Bearbeiten]

Seit 1856 existierten in Pinneberg die Union-Eisenwerke, die 1878 vom Unternehmer Hermann Wupperman übernommen wurden. Unter Hermann Wupperman und seinem Sohn Otto entwickelte sich das Unternehmen zu einem der größten Arbeitgeber der Stadt. Es wurden Emaille – Kochgeschirre sowie in den Weltkriegen auch Rüstungsgüter hergestellt. In den 1960er Jahren musste das Unternehmen aufgeben.

Einzelhandel[Bearbeiten]

Pinneberg besitzt mit der Dingstätte eine Fußgängerzone als Einkaufszentrum und mehrere kleine Einkaufspassagen. Der Einzelhandel wird aber durch die Nähe zur Großstadt Hamburg und Verbrauchermärkte im Umland negativ beeinflusst. Aktuelle Planungen zur weiteren Ansiedlung von Einzelhandel auf den Flächen des jetzigen Marktplatzes, bei gleichzeitiger Verlegung des Wochenmarktes in die Innenstadt werden momentan kontrovers diskutiert. Ein Vorhaben zur Bebauung der Fläche mit einem SB-Warenhaus scheiterte bereits an einem Bürgerentscheid. Der Bau einer Brauerei auf einem Teilstück des Marktplatzes ist jedoch bereits genehmigt und der Bau ist geplant.

Sonstige[Bearbeiten]

  • FahnenFleck, ein Hersteller und Lieferant für Flaggen, Uniformen und Werbemittel. Das Unternehmen zählt in Deutschland zu den sechs größten und europaweit zu den größten Flaggenherstellern.

Wohnungsbau[Bearbeiten]

Zurzeit umstritten ist die großzügige Ausweisung von Neubaugebieten zur Wohnbebauung. Die Vogelsiedlung und das Rosenfeld sowie das Gebiet an der Anschlussstelle Süd der A 23 bieten viel Angebot für Familien-Eigenheime. Kritisiert wird derzeit die aus Finanzgründen unterlassene Aufstockung der Plätze im Bereich der Kindergärten und Schulen. Inwieweit die Infrastruktur bei einer Bebauung des Geländes der ehemaligen Eggerstedt-Kaserne Beachtung finden muss und wird, wird von den Parteien unterschiedlich bewertet. Bis vor kurzem wurde in Pinneberg auch ein alternatives Konzept für das 35 ha große Gelände der Eggerstedt-Kaserne diskutiert: Die Errichtung eines gemeinnützigen Bildungszentrums mit Produktionsschulen, Kindergarten, Schule bis zum Abitur, Internat, Sport, Tagungsstätte u. v. m. Eine parteiübergreifende Lenkungsgruppe soll die weitere Entwicklung diskutieren, neu bewerten und vorantreiben.

Schulen[Bearbeiten]

In Pinneberg gibt es fünf Grundschulen (Hans-Claussen-Schule, Schule Rübekamp, Helene-Lange-Schule, Schule Thesdorf, Schule Waldenau), eine Grund- und Regionalschule (Schulzentrum Nord), zwei Grund- und Gemeinschaftsschulen (Grund- und Gemeinschaftsschule Pinneberg - ohne gymnasiale Oberstufe, Johann-Comenius-Schule - mit gymnasialer Oberstufe) sowie zwei Gymnasien (Johannes-Brahms-Schule, Theodor-Heuss-Schule).
Darüber hinaus existieren ein Förderzentrum zur sonderpädagogischen Unterstützung (Förderzentrum Pinneberg) und eine Schule in freier Trägerschaft (Schülerschule).

Friedhöfe[Bearbeiten]

Der älteste Friedhof Pinnebergs ist der Friedhof im Kirchhofsweg (jetzt: Friedhof der Luther-Kirchengemeinde in Pinneberg). Er wurde 1891 angelegt.
Im Jahre 1939 wurde die Errichtung eines neuen Friedhofes vom Regierungspräsidenten in Schleswig genehmigt. Der sogenannte Stadtfriedhof wurde am Hogenkamp als Waldfriedhof angelegt und ist nicht an Konfessionen bzw. Religionen gebunden. Auf diesem Friedhof finden sich auch 167 Soldatengräber des Zweiten Weltkrieges sowie 34 Gräber von Fremd- bzw. Zwangsarbeitern und ihren teilweise in Deutschland geborenen Kindern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • 1820, 1. Oktober, Ludwig Meyn, † 4. November 1878, Agrarwissenschaftler, Geologe
  • 1838, 6. Oktober, Sophie Wörishöffer geborene Andresen, † 8. November 1890, Schriftstellerin
  • 1848, 24. Oktober, Carl Schlüter, † 26. Oktober 1885 in Dresden, Bildhauer
  • 1881, 9. Dezember, Werner von der Schulenburg, † 29. März 1958 in Neggio, Italien, Schriftsteller, Übersetzer
  • 1893, 5. Januar, Gerhard Lütkens, † 17. November 1955, Politiker (SPD), MdB
  • 1898, 21. Februar, Ernst Meyer, Althistoriker
  • 1904, 6. Mai, Ernst Dammann, † 12. Juli 2003, Religionshistoriker und Afrikanist
  • 1908, 4. Februar, Rudolf Grothkop, † 27. April 2002, Maler und Zahnarzt
  • 1908, 1. August 1908, Elsa Oehmigen, Drehorgelspielerin
  • 1909, 14. September, Jupp Becker, † 1997, Turn- und Sportlehrer, Träger des Bundesverdienstkreuzes.
  • 1909, 29. September, Bernhard Timm, Generaldirektor der BASF
  • 1910, 5. April, Bernhard Siebken, deutscher SS-Führer
  • 1921, 3. Februar, Lieselotte Emma Deutsch geborene Meineke, † 9. Juli 2001, deutsche Herbergsmutter
  • 1939, Detlef Junker, deutscher Historiker
  • 1941, 11. Juli, Heiner Bremer, ehem. Stern-Chefredakteur, ehem. Moderator des RTL-Nachtjournals
  • 1953, 26. April, Michael Wilhelm, Direktor Mannheimer Versicherung AG, Geschäftsführer ...
  • 1955, 11. November, Henning Hars, deutscher Brigadegeneral der Bundeswehr
  • 1959, 2. November, Wolfram Gambke, Leichtathlet und Olympiateilnehmer
  • 1964, Kerstin Schipper, Richterin am Bundesverwaltungsgericht
  • 1965, 19. Februar, Michael Westphal, († 20. Juni 1991), Tennisprofi
  • 1967, 24. Mai, Boris Henn, TV-Moderator und TV-Produzent
  • 1968, 8. Januar, Dr. Christian Splett-Henning, Daimler Manager und Wirtschaftswissenschaftler (Key-Account Management)
  • 1968, 18. Oktober, Michael Stich Tennisprofi
  • 1968, Sören Voigt, Filmregisseur und Drehbuchautor
  • 1973, 20. Mai, Björn Warns alias „Schiffmeister“, Musiker (Fettes Brot)
  • 1976, 20. März, Jens Petersen, Schriftsteller
  • 1990, 18. März, Jonatan Kotzke, deutscher Fußballspieler
  • 1993, 2. Juli, Tony Halbig, Rennfahrer

Weitere Persönlichkeiten, die in einem engen Zusammenhang mit Pinneberg stehen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Brauer, Heinrich u. a.: Die Kunstdenkmäler des Kreises Pinneberg. Berlin, Deutscher Kunstverlag 1939 (= Die Kunstdenkmäler der Provinz Schleswig-Holstein).
  • Pinneberg – Historische Streiflichter. Herausgegeben von der VHS-Geschichtswerkstatt. Pinneberg 2003
  • Johannes Seifert: Vom Schloss zur Stadt - Pinneberg 1640 - 1875, Pinneberg 2011
  • Günter Pape: Pinneberg - ein heimatgeschichtlicher Abriß, Pinneberg 1975

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinneberg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. Statistikamt Nord – Bevölkerung der Gemeinden in Schleswig-Holstein 4. Quartal 2012 (XLS-Datei) (Fortschreibung auf Basis des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Dieter Kienitz: Der Kosakenwinter, S. 63
  3. Kreis Pinneberg Stadtinformation Pinneberg Bevölkerungszahlen 2012
  4. Gemeindewahlausschuss: Bekanntmachung des Wahlergebnisses der Gemeindewahl in der Stadt Pinneberg am 25. Mai 2008. Stadt Pinneberg, S. 1, abgerufen am 26. November 2011 (PDF; 43 kB).
  5. Kantersieg für Urte Steinberg Pinneberger Tageblatt, 12. November 2012, abgerufen am 13. November 2012
  6. Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein