Pintupi

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Pintupi sind ein Stamm der Aborigines aus der Western Desert in Australien, deren Heimat in dem Gebiet westlich von Lake MacDonald und Lake Mackay in Western Australia liegt. Dieser Stamm, der dieses Gebiet seit Jahrtausenden als Nomaden bewohnte, wurde in den 1940er bis 1980er Jahren in Papunya, Hermannsburg und Haasts Bluff im Westen des Northern Territory angesiedelt.

Entwicklung ab den 1950er Jahren[Bearbeiten]

Während der letzten Jahrzehnte zogen viele Pintupi zurück in ihr traditionelles Land als Teil der Outstation Movement und gründeten die Gemeinschaft Kintore (Walungurru in der Sprache der Pintupi) im Northern Territory sowie Kiwirrkura und Jupiter Well (in Pintupi-Sprache: Puntutjarrpa) in Western Australia.

Da sie einen sehr unzugänglichen Teil Australiens bewohnten, gehörten die Pintupi zu den letzten, die ihre traditionelle Lebensweise aufgaben. Sie gaben ihre Lebensweise nicht freiwillig auf, sondern weil Teile ihres Lebensraumes wegen der Blue-Streak-Missile-Tests, bei denen britisches und australisches Militär Nuklearwaffentests in den 1950ern und 1960er Jahren durchführte, nuklear kontamiert wurde: Wegen dieser Tests wurden die Bewohner in den östlichen Ausläufern der Wüste in Haasts Bluff, Hermannsburg und Papunya neu angesiedelt.

In den 1960ern wurden dann die noch traditionell lebenden Pintupi unter der Regierung von Robert Menzies nach Gebieten nahe an Alice Springs zwangsumgesiedelt. Die Regierung erklärte, dass sie für die moderne Gesellschaft noch nicht reif seien und weitere Zeit zur Assimilierung in die weiße Gesellschaft benötigten. Diese Politik ging auch einher mit der zwangsweisen Entfernung von tausenden Kindern der Aborigines von ihren Eltern, die dann als Gestohlene Generationen in Heimen der Regierung und der Kirche aufgezogen wurden.

In Papunya mischten sich die Pintupi mit Warlpiri, Arrernte, Anmatyerre und Luritja, waren dort aber die größte Gruppe. Die Bedingungen, unter denen die Pintupi dort leben mussten, führten dazu, dass zwischen 1962 und 1966 129 Menschen, fast ein Sechstel der Bevölkerung, an behandelbaren Krankheiten wie Hepatitis, Meningitis und Encephalitis starben.

Die letzten Pintupi, bekannt als „verlorener Stamm“ oder Pintupi Nine, beendeten ihre traditionelle Lebensweise als Nomaden der Wüste 1984.

Verwandtschaftssystem der Pintupi[Bearbeiten]

Gemeinsam mit ihren Nachbarn wie den Warlpiri haben die Pintupi eine komplexes Verwandtschaftssystem mit acht verschiedenen skin groups, das durch verschiedene Präfixe für weibliche und männliche skin names erschwert wird: „Tj“ für männlich, „N“ für weiblich:

Geschlecht Skin name kann heiraten Kinder werden
männlich Tjapaltjarri Nakamarra Tjungurrayi, Nungurrayi
weiblich Napaltjarri Tjakamarra Tjupurrula, Napurrula
männlich Tjapangati Nampitjinpa Tjapanangka, Napanangka
weiblich Napangati Tjampitjinpa Tjangala, Nangala
männlich Tjakamarra Napaltjarri Tjupurrula, Napurrula
weiblich Nakamarra Tjapaltjarri Tjungurrayi, Nungurrayi
männlich Tjampitjinpa Napangati Tjangala, Nangala
weiblich Nampitjinpa Tjapangati Tjapanangka, Napangangka
männlich Tjapanangka Napurrula Tjapangati, Napangati
weiblich Napanangka Tjupurrula Tjakamarra, Nakamarra
männlich Tjungurrayi Nangala Tjapaltjarri, Napaltjarri
weiblich Nungurrayi Tjangala Tjampitjinpa, Nampitjinpa
männlich Tjupurrula Napanangka Tjakamarra, Nakamarra
weiblich Napurrula Tjapanangka Tjapangati, Napangati
männlich Tjangala Nungurrayi Tjampitjinpa, Nampitjinpa
weiblich Nangala Tjungarayyi Tjapaltjarri, Napaltjarri

Prominente Pintupi[Bearbeiten]

Einige der bekanntesten Künstler der Aborigine sind Pintupi und waren mit der Western Desert Art Movement verbunden, die in den 1970er Jahren mit Einfluss des Kunstlehrers Geoffrey Bardon entstand: Unter ihnen befinden sich Anatjari Tjakamarra, Mick Namarari Tjapaltjarri, Walala Tjapaltjarri und Timmy Payungka Tjapangati.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]