Pinus attenuata

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Pinus attenuata
Pinus attenuata1 Shultzc.jpg

Pinus attenuata

Systematik
Klasse: Coniferopsida
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Art: Pinus attenuata
Wissenschaftlicher Name
Pinus attenuata
Lemmon

Pinus attenuata ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit meist 10 bis 12 Zentimeter langen, meist in Dreiergruppen angeordneten Nadeln und 8 bis 15 Zentimeter langen Samenzapfen. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im Südwesten der Vereinigten Staaten in Oregon und Kalifornien und erstreckt sich etwas über die Grenze hinaus bis nach Mexiko. Die Art wird kaum wirtschaftlich oder gärtnerisch genutzt und ist nicht gefährdet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Pinus attenuata wächst als immergrüner, meist 15 bis 20 Meter, selten auch bis 25 Meter hoher Baum. Auf besonders nährstoffarmen Böden kann die Art auch strauchförmig wachsen[1] Der Stamm ist gerade oder manchmal gebogen und erreicht einen Brusthöhendurchmesser von 40 bis 50 Zentimeter. Die Stammborke ist graubraun bis grau, dünn, schuppig und zerbricht in kleine, rechteckige Platten. Die Äste stehen waagrecht oder aufgerichtet und bilden eine unregelmäßige oder gerundete, offene Krone. Die Triebe sind dünn und rotbraun. Sie haben häufig mehrere Knoten und sind mit kurzen, herablaufenden und bleibenden Pulvini bedeckt.[2][3]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten]

Die Knospen sind eiförmig bis eiförmig-zylindrisch und harzig. Endständige Knospen sind 15 bis 30 Millimeter lang und 10 bis 15 Millimeter dick, seitenständige Knospen sind kürzer. Die Knospenschuppen sind braun, pfriemlich, trockenhäutig, mit unregelmäßig gezacktem, durchscheinendem Rand und spitz zulaufendem Ende. Die Nadeln wachsen zu dritt, seltener in Paaren in einer anfangs 10 bis 18 Millimeter langen sich später auf 3 bis 6 Millimeter verkürzenden Nadelscheide und bleiben zwei bis drei Jahre am Baum. Sie sind hellgrün und manchmal leicht bläulich überlaufen, unelastisch, gerade oder hängend, selten ab 8 meist 10 bis 12 und manchmal bis 14 Zentimeter lang und 1 bis 1,5 Millimeter breit. Der Nadelrand ist fein gesägt, das Ende spitz. Auf allen Nadelseiten gibt es Spaltöffnungslinien, auf der konvexen, abaxialen Seite sind es acht bis zwölf, auf den beiden adaxialen Seiten jeweils drei bis fünf.[2][3]

Zapfen und Samen[Bearbeiten]

Die Pollenzapfen sind eiförmig-länglich bis zylindrisch, 15 bis 20 Millimeter lang und 5 bis 7 Millimeter breit, gelblich bis gelbbraun. Die Samenzapfen wachsen einzeln, in Paaren oder in Wirteln von drei bis fünf nahe den Zweigenden auf kurzen, kräftigen, gebogenen Stielen. Ausgewachsene Zapfen erscheinen sitzend, sie sind zurückgebogen, eiförmig länglich bis eiförmig-verschmälert, asymmetrisch geformt, 8 bis 15 Zentimeter lang, geschlossen mit Durchmessern von 3,5 bis 6 Zentimetern und geöffnet mit Durchmesser bis 8 Zentimeter. Die Samenschuppen sind dick, länglich, gerade oder etwas gebogen und purpurn- bis rötlichbraun. Die Apophyse hat einen rhombischen oder fünfeckigen Umriss, sie ist ockerfarben bis gelblich braun, leicht glänzend und verwittert grau. Auf der Unterseite des Zapfens ist sie nur leicht erhöht auf der Oberseite konisch und gebogen, zur Basis des Zapfens hin erreicht sie eine Länge 10 Millimeter. Der Umbo ist dunkler als die Apophyse, rhombisch, beinahe flach bis pyramiden- oder hakenförmig, unbewehrt und erreicht eine Größe von 5 Millimetern. Die Samen sind schief eiförmig, abgeflacht, 5 bis 7 Millimeter lang und 2,3 bis 4,5 Millimeter breit und schwarzgrau. Der Samenflügel ist gelblich bis graubraun, länglich, auf einer Seite gebogen, 12 bis 18 Millimeter lang und 5 bis 7 Millimeter breit.[2] Die Samenzapfen reifen nach zwei Jahren, können aber noch weitere 20 Jahre oder mehr geschlossen bleiben, oder öffnen sich erst unter Feuereinwirkung.[1]

Chromosomenzahl[Bearbeiten]

Die Chromosomenzahl beträgt wie bei allen Kiefern 2n=24.[3]

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung[Bearbeiten]

Natürliches Verbreitungsgebiet

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus attenuata liegt in den Vereinigten Staaten im Südwesten von Oregon und in Kalifornien und im Nordwesten des mexikanischen Bundesstaates Baja California.[4] Die Art wächst im Chaparral und ähnlichen Vegetationstypen, aber auch auf sehr felsigem Untergrund. Sie hat äußerst beständige Zapfen und ist eine der ersten Bäume, die nach Bränden das zerstörte Gebiet wieder besiedeln. Im nördlichen Teil des Verbreitungsgebiets, in dem die Bäume auch etwas höher werden, wächst sie zusammen mit verschiedenen Eichenarten (Quercus spp.). In den Vereinigten Staaten wächst sie von 300 bis 1200 Metern Höhe und erreicht selten auch 1700 Meter. In Mexiko findet man sie meist in Höhen von 250 bis 600 Metern oder nahe der Meeresküste.[2] Das Verbreitungsgebiet wird der Winterhärtezone 7 zugeordnet mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von -17,7° und -12,2° Celsius (0 bis 10° Fahrenheit).[1]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus attenuata als nicht gefährdet („Lower Risk/least concern“) eingestuft. Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass eine Neubeurteilung notwendig ist.[5]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Pinus attenuata ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Pinus, Sektion Trifoliae und Untersektion Australes zugeordnet ist. Sie wurde 1892 von John Gill Lemmon erstmals wissenschaftlich beschrieben.[4] Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[6] Das Artepitheton attenuata stammt aus dem Lateinischen und bedeutet „abgeschwächt“ oder „verschmälert“. Es bezieht sich auf die spitz zulaufende Form der Zapfen.[7][8] Synonyme der Art sind Pinus californica Hook. & Arn. und Pinus tuberculata Gordon.[9]

Die Art bildet keine natürlichen Hybride, Kreuzungsversuche mit Pinus radiata und Pinus muricata waren jedoch erfolgreich. Diese drei Arten werden manchmal als eine Gruppe zusammengefasst, die als California closed-cone pines bezeichnet wird.[2]

Verwendung[Bearbeiten]

Das Holz von Pinus attenuata wird kaum wirtschaftlich verwendet. Durch die geringe Größe und die unregelmäßige Form ist die Qualität des Holzes niedrig. Das Wachstum unter den trockenen Bedingungen ist langsam, außer beim Wiederbesiedeln von durch Feuer zerstörten Wäldern. Polierte Stammquerschnitte mit eingewachsenen Zapfen werden jedoch manchmal als Kuriosität zum Kauf angeboten. Die Art wird auch gärtnerisch kaum genutzt und ihre Kultivierung beschränkt sich auf Arboreten in Gebieten mit mediterranem oder ähnlichem Klima.[2]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. 2, Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 9004177183, S. 634–635.
  •  Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico. Volume 2: Pteridophytes and Gymnosperms, Oxford University Press, New York/Oxford u. a. 1993, ISBN 0-19-508242-7.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 86, 487.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

Pinus attenuata im Big Basin Redwoods State Park, Kalifornien
  1. a b c Christopher J. Earle: Pinus attenuata. In: The Gymnosperm Database. www.conifers.org, 27. November 2012, abgerufen am 21. April 2013 (englisch).
  2. a b c d e f Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 2, S. 635
  3. a b c Robert Kral: Pinus attenuata in Flora of North America, Band 2
  4. a b Pinus attenuata im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 21. April 2013.
  5. Pinus attenuata in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2012. Eingestellt von: Conifer Specialist Group, 1998. Abgerufen am 7. April 2013
  6. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen S. 487
  7. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen S. 86
  8. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers, Band 2, S. 634
  9. Pinus attenuata. In: The Plant List. Abgerufen am 21. April 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinus attenuata – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Pinus attenuata bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 21. April 2013.