Pinus maximartinezii

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Pinus maximartinezii
Jungbaum im Botanischen Garten der University of California

Jungbaum im Botanischen Garten der University of California

Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Strobus
Art: Pinus maximartinezii
Wissenschaftlicher Name
Pinus maximartinezii
Rzed.

Pinus maximartinezii ist ein immergrüner Nadelbaum aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit meist zu fünft wachsenden, 7 bis 11 Zentimeter langen Nadeln. Die Samenzapfen erreichen eine Länge von meist 15 bis 25 Zentimetern. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt in Mexiko, wo sie in zwei Beständen in zwei Bundesstaaten wächst. Sie wird in der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet eingestuft. Die Samen sind essbar und werden geerntet und auch vermarktet.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Pinus maximartinezii wächst als immergrüner, 5 bis 10 und selten bis 15 Meter hoher Baum, der Brusthöhendurchmesser von 40 bis 50 Zentimeter erreicht. Der Stamm ist kurz und häufig verdreht oder gekrümmt. Die Stammborke ist anfangs rötlich braun, später grau, nahe dem Boden dick, sonst dünn, meist glatt und nur bei alten Bäumen rau und mosaikartig in etwa 10 Zentimeter große quadratische Platten unterteilt. Die Äste sind lang und wachsen im oberen Bereich des Baums aufsteigend bis aufgerichtet, im unteren ausgebreitet. Zapfen tragende Zweige sind hängend. Junge Triebe sind kahl oder die Basis der Nadelbündel ist leicht flaumig behaart, anfangs glauk oder graugrün, später orangebraun bis grau.[1][2]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten]

Die Schuppenblätter sind schmal dreieckig, etwa 5 Millimeter lang, geschwänzt und zurückgebogen. Die vegetativen Knospen sind harzig, klein und eiförmig-konisch. Endständige Knospen werden 5 bis 8 Millimeter lang. Die Nadeln wachsen meist zu fünft, sehr selten zu dritt oder viert in einer 7 bis 8 Millimeter langen, hellbraunen Nadelscheide, deren äußere Schuppen bald abfallen. Die inneren Schuppen biegen sich zurück und bilden eine Rosette an der Basis des Nadelbündels, die jedoch noch vor den Nadeln abfällt. Die Nadeln sind gerade, weich, 7 bis 11 manchmal bis 13 Zentimeter lang und 0,5 bis 0,7 Millimeter breit. Sie sind ganzrandig und spitz, glaukgrün, an manchen Bäumen grün, und die adaxialen Seiten häufig weißlich. Nur die adaxialen Seiten zeigen Spaltöffnungslinien. Es werden zwei große Harzkanäle gebildet[3]. Die Nadeln bleiben zwei Jahre am Baum.[1]

Zapfen und Samen[Bearbeiten]

Die Pollenzapfen sind gelblich, eiförmig-länglich und 8 bis 10 Millimeter lang.[1]

Die Samenzapfen wachsen seitständig, einzeln an dünnen Zweigen auf einem kurzen Stiel beinahe sitzend. Ausgewachsene Zapfen sind eiförmig-gestutzt, ab 15 meist 17 bis 25 und manchmal bis 27 Zentimeter lang haben mit geöffneten Samenschuppen Durchmesser von 10 bis 15 Zentimetern. Die 60 bis 110 Samenschuppen öffnen sich nur langsam, und oft nicht ausreichend, um die Samen zu entlassen. Sie sind sehr dick holzig, steif, verkehrt rautenförmig und unter der Apophyse etwa 50 Millimeter breit. Die Gestalt variiert von der Basis bis zur Spitze des Zapfens, ist jedoch rund um den Zapfen gleich. Adaxial befinden sich tiefe Einbuchtungen, welche die Samen enthalten. Die Apophyse ist deutlich erhöht, 35 bis 50 Millimeter lang und 20 bis 35 Millimeter breit, in der Mitte des Zapfens rhombisch-pyramidenförmig, meist gerade, quer gekielt, matt hellbraun bis rötlich braun gefärbt und häufig harzig. Der Umbo liegt dorsal und ist gleich gefärbt wie die Apophyse oder graubraun, stumpf-dreieckig oder rhombisch-pyramidenförmig und manchmal mit einem kleinen Stachel bewehrt.[1][3]

Die Samen sind länglich oder eiförmig-länglich, 20 bis 28 Millimeter lang, manchmal ab 8 meist 10 bis 12 Millimeter breit und 7 bis 10 Millimeter dick. Das Integument ist etwa 2 Millimeter dick und sehr hart. Samenflügel fehlen, wenn sich die Samen von den Samenschuppen gelöst haben.[1]

Sämlinge und junge Bäume[Bearbeiten]

Jungpflanze

Sämlinge sind groß und bilden 18 bis 24 Keimblätter. Die Nadeln junger Bäume sind gebogen, abgeflacht, etwa 8 Millimeter lang, silberblau und bleiben bis zu 20 Jahre erhalten, also noch lange, nachdem sich auch schon normale Nadeln gebildet haben.[1]

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung[Bearbeiten]

Verbreitung[4]

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus maximartinezii liegt in 1800 bis 2400 Metern Höhe auf dem Cerro Piñones, einem Gipfel der Sierra de Morones nahe der Stadt Juchipila im Süden des Bundesstaats Zacatecas in Mexiko. Der Untergrund besteht aus Sandstein, Kalkstein und metamorphem Gestein. Der Boden ist flachgründig und sehr felsig. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 700 bis 800 Millimeter und fällt hauptsächlich in 4 Monaten im Sommer. Das Verbreitungsgebiet kann wahrscheinlich der Winterhärtezone 8 zugerechnet werden mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von -12,2 bis -6,7 °Celsius (10 bis 20 °Fahrenheit).[3][1]

Sie ist beinahe die einzige Kiefernart in diesem Gebiet, doch findet man vereinzelt auch Vertreter von Pinus leiophylla var. chihuahua. Daneben gibt es häufig Laubbäume, beispielsweise Vertreter der Eichen (Quercus) wie Quercus macrophylla, die in der langen Trockenperiode von September bis Mai ihre Blätter abwerfen. Brände sind häufig, doch ist unklar ob Pinus maximartinezii für die Ausbreitung auf Feuer angewiesen ist. Die Pollen werden meist von Mai bis Juni abgegeben, die Samenzapfen brauchen 18 bis 24 Monate zum Reifen, und möglicherweise länger, bis auch die Samen ausgereift sind, die meist im Zapfen verbleiben. Hörnchen (Sciuridae) können die Apophyse abbeißen und so zu den Samen gelangen. Sie und wahrscheinlich auch Vögel spielen bei der Ausbreitung der Samen eine große Rolle, was jedoch noch nicht untersucht wurde (Stand 2010).[1]

Im Dezember 2010 wurde eine zweite Population bei La Muralla in Durango, etwa 200 Kilometer von Juchipila entfernt, entdeckt.[5]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus maximartinezii als stark gefährdet („Endangered “) eingestuft. Die Art ist nur aus Beständen die zusammen etwa 35 Quadratkilometer bedecken bekannt („area of occupancy“), die in einem Gebiet von etwa 376 Quadratkilometer liegen („extent of occurrence“). Es sind zwei getrennte Populationen bekannt, eine in Zacatecas mit etwa 2000 bis 2500 ausgewachsenen Bäumen und eine weitere in Durango mit etwa 900 ausgewachsenen Bäumen. Es ist möglich, dass es weitere Bestände zwischen diesen Gebieten gibt. Die größten Gefahren gehen von Bränden aus und durch fortschreitende Erosion, die durch das Weiden vom Vieh verursacht wird. Weiters werden die Samen intensiv genutzt, was zu einen Rückgang junger Sämlinge führen könnte.[5]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Pinus maximartinezii ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Strobus, Sektion Parrya, Untersektion Cembroides zugeordnet ist.[6] Die Art wurde erst 1964 von Jerzy Rzedowski in Ciencia, Revista Hispano-Americana de Ciencias Puras y Aplicadas erstbeschrieben.[7] Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[8] Das Artepitheton maximartinezii ehrt den mexikanischen Botaniker Maximo Martinez (1888-1964), der die Koniferen Mexikos wissenschaftlich untersuchte, Pinus maximartinezii jedoch nicht kannte.[1] Synonyme der Art sind nicht bekannt.[9]

Verwendung[Bearbeiten]

Wie bei anderen Vertretern der Untersektion Cembroides sind die Samen von Pinus maximartinezii essbar, und werden daher geerntet und lokal auch vermarktet. Aufgrund der kurzen Stämme und der reichlichen Verzweigungen wird das Holz kaum genutzt. In Mexiko wird sie manchmal als Zierbaum gepflanzt, außerhalb von Mexiko findet man die Art nur in botanischen Gärten, beispielsweise im botanischen Garten der Universität von Kalifornien in Berkeley. Die Art ist leicht zu kultivieren und junge Bäume sind durch ihre bläulichen Nadeln von hohem Zierwert.[10]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. 2, Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 978-90-04-17718-5, S. 609, 708–709.
  •  James E. Eckenwalder: Conifers of the World. The Complete Reference. Timber Press, Portland, OR/London 2009, ISBN 978-0-88192-974-4, S. 446-448.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 487.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 708
  2. James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 446-447
  3. a b c James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 447
  4.  Martha González-Elizondo, M. Socorro González-Elizondo,Lizeth Ruacho-González, Moisés Molina-Olvera: Pinus maximartinezii Rzed. (Pinaceae), primer registro para Durango, segunda localidad para la especie. In: Acta Botanica Mexicana. Nr. 96, 2011, S. 33-48 (pdf).
  5. a b Pinus maximartinezii in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: Aljos Farjon, 2011. Abgerufen am 18. Oktober 2013
  6. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 609
  7. Pinus maximartinezii. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 19. Oktober 2013 (englisch).
  8. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 487
  9. Pinus maximartinezii. In: The Plant List. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  10. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 709

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinus maximartinezii – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Christopher J. Earle: Pinus maximartinezii. In: The Gymnosperm Database. www.conifers.org, 23. November 2012, abgerufen am 19. Oktober 2013 (englisch).
  • Pinus maximartinezii bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 18. Oktober 2013.
  • Pinus maximartinezii im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.