Pinus pinceana

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pinus pinceana
Systematik
Ordnung: Koniferen (Coniferales)
Familie: Kieferngewächse (Pinaceae)
Unterfamilie: Pinoideae
Gattung: Kiefern (Pinus)
Untergattung: Strobus
Art: Pinus pinceana
Wissenschaftlicher Name
Pinus pinceana
Gordon

Pinus pinceana ist ein kleiner, immergrüner Nadelbaum oder Strauch aus der Gattung der Kiefern (Pinus) mit meist zu dritt wachsenden, 5 bis 12 Zentimeter langen Nadeln. Die Samenzapfen erreichen eine Länge von 5 bis 10 Zentimetern. Das natürliche Verbreitungsgebiet liegt im Nordosten Mexikos, wo die Art meist in Schluchten mit geringem Niederschlag zu finden ist. Sie wird in der Roten Liste der IUCN als nicht gefährdet eingestuft.

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild[Bearbeiten]

Pinus pinceana wächst als immergrüner, 6 bis 10 und selten bis 12 Meter hoher Baum oder Strauch. Der Stamm erreicht einen Brusthöhendurchmesser von 20 bis 30 Zentimetern. Er ist kurz, häufig schon knapp über dem Boden verzweigt, verdreht und gegabelt. Die Stammborke ist braungrau und blättert im unteren Bereich und an den niedrigsten Ästen in unregelmäßigen Platten ab. Die Äste sind aufsteigend oder ausgebreitet, Äste höherer Ordnung sind lang, dünn und biegsam, die Zweige hängend und bilden eine breite, unregelmäßige, offene Krone. Junge Triebe sind braungrau bis grau, dünn, biegsam, glatt und unbehaart.[1]

Knospen und Nadeln[Bearbeiten]

Die Schuppenblätter sind 3 bis 4 Millimeter lang und hellbraun. Die vegetativen Knospen sind eiförmig-rundlich bis eiförmig-konisch, etwa 4 Millimeter lang und nicht harzig. Die Nadeln wachsen meist zu dritt, selten zu viert in einer etwa 10 Millimeter langen Nadelscheide, die sich bald öffnet oder zusammenrollt und abfällt. Die Nadeln sind graugrün, gerade, steif, 5 bis 12 manchmal bis 14 Zentimeter lang und 0,8 bis 1,2 Millimeter breit, ganzrandig und spitz. Die adaxialen Seiten zeigen zwei bis vier selten fünf Spaltöffnungslinien. Es werden zwei große Harzkanäle gebildet[2]. Die Nadeln bleiben zwei bis drei Jahre am Baum.[3]

Zapfen und Samen[Bearbeiten]

Die Pollenzapfen sind rötlich bis gelblich, eiförmig-länglich und 8 bis 10 Millimeter lang bei Durchmessern von 4 bis 5 Millimetern.[4]

Die Samenzapfen wachsen seitständig, nicht an den äußersten Zweigen, einzeln oder selten in Paaren auf einem 1 bis 2 Zentimeter langen, dünnen, gebogenen und leicht brechenden Stiel. Sie sind eiförmig-länglich bis kurz zylindrisch, häufig unregelmäßig geformt, 5 bis 10 Zentimeter lang und haben geöffnet Durchmesser von 3,5 bis 6 selten auch 7 Zentimetern. Die 30 bis 60 Samenschuppen öffnen sich meist nur wenig. Sie sind leicht beweglich, dick holzig und haben einen oder meist zwei becherförmige Einbuchtungen, welche die Samen enthalten. Die Apophyse ist glänzend rotbraun und zeigt manchmal konzentrische färbige Ringe oder radiale Streifen. Sie ist im Umriss rhombisch bis fünfeckig, deutlich erhöht, quer gekielt und hat einen winkeligen oder gewellten oberen Rand. Der Umbo liegt dorsal, ist etwa 5 Millimeter hoch, an der Spitze abgeflacht und mit einem kleinen Stachel bewehrt.[4][2]

Die Samen sind eiförmig, 11 bis 14 Millimeter lang und 7 bis 8 Millimeter breit. Samenflügel fehlen, sobald sich die Samen von den Samenschuppen gelöst haben.[4]

Verbreitung, Ökologie und Gefährdung[Bearbeiten]

Verbreitungsgebiet

Das natürliche Verbreitungsgebiet von Pinus pinceana liegt im Nordosten von Mexiko in den Bundesstaaten Coahuila, Hidalgo, Querétaro, San Luis Potosí, Nuevo León und Zacatecas. Es gibt drei Hauptverbreitungsgebiete, eines im Norden in Coahuila, Zacatecas und Nuevo León, eines im Süden in Hidalgo und Querétaro und eines dazwischen in San Luis Potosí. Die Vertreter im nördlichen Teil unterscheiden sich genetisch von den Vertretern in den anderen Teilen. Die Art wächst oft auf kalkhaltigen Hängen in Schluchten (Barrancas) in Höhen von 1400 bis 2300 Metern in Gebirgen mit trockenem Klima. In Nuevo León gibt es auch Bestände in Höhen von 1100 bis 1700 Metern. Die jährliche Niederschlagsmenge beträgt 300 bis 600 Millimeter, wobei im südlichen Teil des Verbreitungsgebiets die höheren Werte zu finden sind. Der Niederschläge fallen zum größten Teil im Sommer.[4][5] Das Verbreitungsgebiet kann wahrscheinlich der Winterhärtezone 8 zugerechnet werden mit mittleren jährlichen Minimaltemperaturen von -12,2 bis -6,7 °Celsius (10 bis 20 °Fahrenheit).[6]

Pinus pinceana wächst meist weit verstreut. Man findet sie manchmal zusammen mit Pinus cembroides, häufiger mit Juniperus flaccida, meist jedoch mit Hartlaubvegetation und laubabwerfenden Sträuchern wie beispielsweise Vertretern der Gattung Prosopis, der Mimosen (Mimosa), Karwinskia, Leucaena, der Schnurbäume (Sophora), der Eichen (Quercus), Cercocarpus, Gochnatia und Fouquieria und mit Vertretern der sukkulenten Gattungen der Palmlilien (Yucca), der Agaven (Agave) und der Opuntien (Opuntia).[4]

In der Roten Liste der IUCN wird Pinus pinceana als nicht gefährdet („Least Concern“) eingestuft. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über eine Länge von mehr als 750 Kilometern von Nord nach Süd und einem Gebiet (extent of occurence) von 20.000 Quadratkilometern. Aufgrund des unzusammenhängenden Verbreitungsgebiets und des verstreuten Auftretens findet man Bestände jedoch nur auf etwa 2000 Quadratkilometern (area of occupancy). Trotz einer möglichen Bedrohung durch die Verwendung des Holzes als Feuerholz gibt es kein klares Anzeichen eines Rückgangs der Bestände. Nur 8 Prozent der Bestände liegen in geschützten Gebieten, die Bestände in Nuevo León liegen im Parque Nacional Cumbres de Monterrey.[5]

Systematik und Forschungsgeschichte[Bearbeiten]

Pinus pinceana ist eine Art aus der Gattung der Kiefern (Pinus), in der sie der Untergattung Strobus, Sektion Parrya, Untersektion Cembroides zugeordnet ist.[7] Die Art wurde 1858 von George Gordon in Pinetum erstbeschrieben.[8] Der Gattungsname Pinus wurde schon von den Römern für mehrere Kiefernarten verwendet.[9] Das Artepitheton pinceana ehrt Robert T. Pince (etwa 1804-1871), einen Gärtner aus Devon, der sich auf Fuchsien (Fuchsia) spezialisiert hat. Außer durch den Namen gibt es keine Verbindung zur Art.[6] Ein Synonym ist Pinus latisquama Engelm.[10]

Verwendung[Bearbeiten]

Die Art wird nicht wirtschaftlich genutzt. Die Samen sind essbar, jedoch sind die Bäume selten, schwer zugänglich und bilden weniger Zapfen als beispielsweise Pinus cembroides. Außerhalb botanischer Gärten wird sie auch nicht kultiviert.[4]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. 2, Brill, Leiden-Boston 2010, ISBN 978-90-04-17718-5, S. 609, 735–736.
  •  James E. Eckenwalder: Conifers of the World. The Complete Reference. Timber Press, Portland, OR/London 2009, ISBN 978-0-88192-974-4, S. 463-464.
  •  Helmut Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. 3. Auflage. Nikol, Hamburg 2005, ISBN 3-937872-16-7, S. 487.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 735
  2. a b James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 463
  3. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 735, 737
  4. a b c d e f Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 737
  5. a b Pinus pinceana in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013. Eingestellt von: S. Favela, P. Thomas, 2012. Abgerufen am 26. Oktober 2013
  6. a b James E. Eckenwalder: Conifers of the World, S. 464
  7. Aljos Farjon: A Handbook of the World's Conifers. Band 2, S. 609
  8. Pinus pinceana. In: The International Plant Name Index. Abgerufen am 2. November 2013 (englisch).
  9. Genaust: Etymologisches Wörterbuch der botanischen Pflanzennamen. S. 487
  10. Pinus pinceana. In: The Plant List. Abgerufen am 26. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Pinus pinceana – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Christopher J. Earle: Pinus pinceana. In: The Gymnosperm Database. www.conifers.org, 23. November 2012, abgerufen am 26. Oktober 2013 (englisch).
  • Pinus pinceana bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis. Abgerufen am 26. Oktober 2013.
  • Pinus pinceana im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.